Jahr: 2012

Ein herzliches Dankeschön

Mit diesem Bild möchte ich das Jahr ausklingen lassen und allen, die meinen ersten Blogbeiträgen Aufmerksamkeit geschenkt haben, ein herzliches Dankeschön sagen. Der Anfang ist gemacht und bei aller Mühe, die mir das Erstellen eines Beitrags noch bereitet, macht das Bloggen doch auch immer mehr Spaß. Also werde ich weiter machen und sicher auch wieder Bilder und Geschichten für Theoslife finden. Allen einen guten Start ins Neue Jahr und für 2013 viel Glück.

August Sander – Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts

August Sander hat sich zeitlebens seinem Foto-Mappenwerk „Menschen des 20.Jahrhunderts“ gewidmet. Er wollte mit seinen Portraits von Menschen aller Schichten ein Gesellschaftsbild seiner Zeit darstellen. Mit 60 Aufnahmen in seinem Bildband „Antlitz der Zeit“ hatte er bereits 1926 das Konzept in einer Auswahl der Öffentlichkeit vorgestellt. Sein großes Portraitwerk konnte August Sander allerdings zu Lebzeiten nicht mehr in vollem Umfang selbst präsentieren. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod ist das Monumentalwerk 2002 von der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur Köln in einer Werkausgabe mit 7 Bänden herausgegeben worden. August Sanders großes Werk wurden bereits in vielen Ausstellungen gewürdigt, und seine Bilder sind in diversen Sammlungen vertreten. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen zeigt noch bis 6. Januar 2013 eine Auswahl dieses einmaligen Projekts der Fotografiegeschichte in direktem Vergleich mit Aufnahmen zeitgenössischer Fotokünstler (Stefan Moses, Thomas Bachler, Kren Weinert, Frank Höhle, Fiona Tan), die auf ihre Weise mit ähnlichen fotografischen Stilmitteln Menschen von heute portraitierten. Der Katalog kostet 16 Euro. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen befindet sich direkt im historischen Kern Bietigheims. Ein Bummel durch die Gassen und Straßen der …

Die Geburtsstunde der Fotografie

Das erste Foto der Welt ist derzeit im Original im Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim ausgestellt. Die Ausstellung zeigt nicht nur dieses erste Foto und wie es entstanden ist, sondern auch die spannende Geschichte der Wiederentdeckung dieses einmaligen Dokuments aus den Anfängen der Fotografie. Darüber hinaus führt die Schau mit gut ausgewählten Fotografien aus der Sammlung Gernsheim durch die vielfältigen Bereiche und Entwicklungsphasen der Fotografie vom Ursprung bis heute. Wenn man das Glück hat, wie ich an einer fachkundigen Führung mit dem Kurator Claude W. Sui teilzunehmen, bekommt man geradezu Lust, noch mehr aus der frühen Geschichte der Fotografie zu erfahren. Aber auch die  Fotografien von großartigen Fotokünstlern aus den Bereichen der Porträtfotografie, der Experimentellen Fotografie, der Reportagefotografie, usw. haben mich sehr beeindruckt. Hier ein Video-Podcast mit dem Kurator der Ausstellung. Im Kehrer Verlag ist ein informativer Katalog zur Ausstellung erschienen.

Nicas

Es war einfach mit den Menschen in Nicaragua in Kontakt zu kommen. Ich habe die Nicas, wie sie sich selbst bezeichnen, sehr offen und interessiert erlebt. Um ihre Dienstleistungen und Waren anzubieten (Touristenführungen, Schuhe putzen, Geldumtausch, Handwerksarbeiten, Obst- und Getränke), wird man natürlich auch hier direkt auf der Straße angesprochen. Manche kamen aber auch auf mich zu, weil sie neugierig waren, wo ich herkomme und was ich in Nicaragua mache – immer auf sehr sympathische Art, ohne aufdringlich zu werden. Sie sind stolz auf ihre Heimat und erzählen gerne etwas über das Leben in ihrem Land. Leider reichte mein dürftiges Spanisch jeweils nur für einen kurzen Austausch. Das Fotografieren war oft auch ein Aufhänger und so entstanden diese Fotos: (Um die Bilder größer anzuzeigen, bitte direkt auf das Foto klicken!)

Hoch hinauf – Fernsehturm Stuttgart

Der Fernsehturm Stuttgart ist nun schon seit über 55 Jahren das Wahrzeichen der Stadt und ein viel gerühmtes Denkmal der Ingenieurskunst. Als erster Turm dieser Bauart weltweit bot er in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts das Modell für eine Reihe von Fernsehtürmen in Deutschland und der Welt. Für seine ursprüngliche Funktion – den ungestörten Fernsehempfang – braucht man ihn heute nicht mehr. Die filigrane Nadel aus Stahlbeton bietet Bewohnern und Besuchern der Stadt aber immer noch einen einmaligen Blickfang und eine beeindruckende Aussicht auf die City und landschaftlich reizvolle Umgebung. Das im Veranstaltungsraum des Turmkorbs befindliche „Theater über den Wolken“ bereichert schließlich die Stuttgarter Bühnenlandschaft um ein weiteres Schmankerl und trägt dazu bei, dass der Fernsehturm Stuttgart im Gespräch bleibt und der Stadt erhalten. Link-Tipp Homepage Fernsehturm Stuttgart

Nicaragua

Ich hatte das Glück, dieses arme und schöne Land in Mittelamerika zu besuchen. (Um die Bilder größer anzuzeigen, bitte direkt auf das Foto klicken!) Der Musiker Luis Enrique Mejía Godoy besingt sein Heimatland Nicaragua so: Dieses Land (Das Schöne besiegt das Absurde) Dieses Land ist ein Sturm aus Licht, zwangsläufig. Ein Gewitterregen aus grenzenloser Liebe, dort in meinen Leuten. Dieses Land, das mir wächst und blüht in der Stimme meiner Gitarre. Dieses Land, wo wir an jedem Tag Gott zur Ehre gereichen mit unserer Arbeit. Dieses Land ist Vulkan, Eruption von Mais und Rebellionen. Und es errichtet die Zukunft gegen den brutalen Wind des Verrats. Dieses Land, das sich seinen Lebensunterhalt verdient, in dem es den Tod durch Freude besiegt. Dieses Land mit den vielen Kindern, die an Leib und Seele Erwachsene sind. Dieses Land der Poeten, der verrückten Verliebten und der Träumer. Es kommt ein Licht aus deinem Gesicht, das eine Geheimschrift aus Blut und Feuer ist. Dieses Land ist Schützengraben, Samen und Gesang für die Zukunft. Genau hier, wo das Schöne das Absurde …

Lichtempfindlich

Das SCHAUWERK Sindelfingen, ein Kunstmuseum der Schaufler Foundation, stellt in verschiedenen Schauen die Werke aus der umfangreichen Kunstsammlung des Sindelfinger Unternehmers Peter Schaufler aus. Zusammen mit seiner Frau Christiane Schaufler-Münch hat er in den letzten Jahrzehnten eine der eindrucksvollsten privaten Sammlungen Deutschlands aufgebaut. Was für ein Glück für die Region, dass er in dem ehemaligen Fabrikationsgebäude seines Unternehmens Pfizer Kältetechnik in Sindelfingen ein Museum für die Sammlung errichtet hat, das im Jahr 2010 eröffnet werden konnte. Zuletzt wurden durch den Umbau des alten Hochlagers der Fabrik und den Einbau einer spindelförmigen Rampe in diese hohe Fabrikhalle weitere Ausstellungsflächen geschaffen. Seit 1. Oktober 2012 werden dort in der Ausstellung „Lichtempflindlich“ die beeindruckenden Bilder aus seiner umfangreichen Fotosammlung gezeigt. Bei meinem ersten Besuch im SCHAUWERK war ich sehr überrascht über diesen großzügig gestalteten privaten Museumsbau und insbesondere über die beeindruckende Fotoausstellung „Lichtempfindlich“. Hier werden mit Werken von Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff, Candida Höfer und Elger Esser die wichtigsten Vertreterinnen und Vertreter der Düsseldorfer Schule von Hilla und Bernd Becher ebenso gezeigt, wie namhafte internationale Fotokünstlerinnen …

Shooting Girls

Kaum zu glauben, dass in der Zeit von 1860 bis 1938 achtzig Prozent der Fotostudios Wiens in Frauenhand waren. In einer Zeit, in der die Frauen sich vielerorts erst den Zugang zu Bildungseinrichtungen und zur Berufsausübung erkämpfen mussten, erscheint diese Tatsache schon sehr erstaunlich. Erklären lässt sich dies dadurch, dass die gerade erst aufkommende Fotografie noch nicht von Männern dominiert wurde und so vielen Frauen in diesem aufstrebenden Metier Chancen offen standen. Das Jüdische Museum Wien stellt in einer eindrucksvollen Ausstellung die Arbeiten und Lebensgeschichten von 40 jüdischen Fotografinnen vor. Hier werden nicht nur die Fotokünste dieser Frauen präsentiert, sondern auch ihre Lebensgeschichten aufgezeigt, bis sich nach 1938 viele Spuren der jüdischen Fotografinnen durch die nationalsozialistische Verfolgung und Vertreibung verlieren. Es ist der Verdienst der Ausstellung und ihrer Kuratorinnen Iris Meder und Andrea Winklbauer, an diese Beiträge zur Kultur der Stadt Wien zu erinnern und die künstlerischen Leistungen und Arbeiten der jüdischen Fotografinnen aus dieser Zeit wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ist es den Kuratorinnen gelungen, einige in der Emigration erfolgreiche Künstlerinnen erstmals …