Monate: Januar 2013

Anständig gehandelt?

Seit ich im Haus der Geschichte Baden-Württembergs in Stuttgart die Ausstellung „Anständig gehandelt?“ besucht habe, lassen mich diese Frage und die Geschichten, die in der Ausstellung gezeigt werden, nicht mehr los. Die Ausstellung zeigt recht unterschiedliche – bekannte und in der breiteren Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannte – Beispiele aktiven Widerstands gegen das NS-Regime in Südwestdeutschland. Trotz der allgegenwärtigen Propaganda, dem brutalen Terror und der ideologischen Vereinnahmung sämtlicher Lebensbereiche durch die Nationalsozialisten hatten einzelne Bürger und auch organisierte Gruppen aus allen Schichten der Bevölkerung Mut zum Widerstand gegen das Unrecht bewiesen. Für viele der Betroffenen und oft auch für die Angehörigen endete dies mit Ausgrenzung, Verhaftung, Folter und Tod. In Erinnerung gerufen und gewürdigt werden: Der Generalstreik von 800 mutigen Bürgern, die Sabotage einer Rundfunkübertragung, der Kampf gegen NS-Symbolen an Kirchen, politische Karikaturen, Schriften- und Informationsschmuggel in die Schweiz, Verweigerung des Treuegelöbnisses auf Adolf Hitler, Protestbriefe, Attentatsversuche, Fluchthilfen, Kriegsdienstverweigerung, Flugblätter, Anschläge, Untergrundzeitung, Proteste gegen die Euthanasie, Verweigerung beim sog. Endkampf,…. Es gab also nicht nur massenhaft Täter, die vielen Denunzianten und Mitläufer, das Wegschauen und Schweigen …

Con mucho Gusto

Für das neue Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, meine noch sehr dürftigen Spanisch Sprachkenntnisse wieder aufzufrischen und natürlich auch ein Stück weiter zu entwickeln. Heute hatte ich nun meine erste Stunde Spanischunterricht. Das war auch höchste Zeit, denn seit der Reise nach Mittelamerika im Frühjahr vergangenen Jahres hatte ich wenig Gelegenheit Spanisch zu sprechen und war auch nicht sehr motiviert zu üben. Kein Wunder, wenn dann die mühsam erworbenen Kenntnisse rasch wieder verloren gehen. Wie wertvoll die Sprache unterwegs in einem fremden Land sein kann, habe ich bei meiner letzten Fotoreise in Nicaragua erfahren. Schon das wenige Spanisch hat mir sehr geholfen, mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen und ein klein wenig über ihren Alltag zu erfahren. Es ist für mich auch ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Reiseland und seinen Menschen, sie mit ein paar Wörtern und Sätzen in der Sprache des Gastlandes anzusprechen. Die nächste Foto- und Fahrradreise im April nach Andalusien ist schon fest gebucht. Ich hoffe, dass es bis dahin mit dem Spanischen wieder etwas besser geht. …

Berlin – Stuttgart Fernsehtürme

Mit 368 Metern Höhe ist das Wahrzeichen der Bundeshauptstadt, der Berliner Fernsehturm, das höchste Bauwerk Deutschlands. Damit überragt der von den DDR-Baumeistern 1969 fertiggestellte Turm den Stuttgarter Fernsehturm aus dem Jahr 1956 um gut 150 Meter. Geografisch ist und bleibt der Stuttgarter mit 483 Metern über Meereshöhe aber immer noch obenauf. Von der Architektur, Lage und der Silhouette haben beide Türme ihre eigenen Reize, da will ich nicht über einen Schönheitspreis streiten. Vergleicht man jedoch die Eintrittskarten und -preise der beiden Türme, so geben sich die Stuttgarter hier schön schwäbisch bescheiden. Die 5 Euro „Fahrpreis“ für die „Berechtigung zur Auf- und Abfahrt“ im Fernsehturm Stuttgart sind gegenüber den stolzen 12 Euro für das Ticket zum Berliner Fernsehturm ja geradezu ein Schnäppchen. Auch die Größe und das Design der beiden Billetts drücken das Selbstbewusstsein der Hauptstädter ebenso aus wie das Understatement der Schwaben. Auf der einen Seite eine Karte mit fein gezeichneter Turmskizze, den wesentlichen Turmdaten und ausgestattet mit Bar- und SMS- Code, die andere entschieden kleiner, mit Kartoffelstempeldruck ähnlichen Turmemblem und perforiertem Handabriss. I love …

Fritz Kuhn Oberbürgermeister in Stuttgart

Am Montagabend hat der erfahrene Landes- und Bundespolitiker der Grünen, Fritz Kuhn, das anspruchsvolle Amt in der Landeshauptstadt übernommen. Die Oberbürgermeister Klett, Rommel, Schuster habe ich alle erlebt. Fritz Kuhn ist der erste, der meine Stimme bekommen hat. So habe ich es mir mit vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern nicht nehmen lassen, unser neues Stadtoberhaupt vor dem Rathaus herzlich und lautstark willkommen zu heißen. Klar, dass sich die zentralen Wünsche an den neuen Mann auf die Heilung der bitteren Wunde in der Seele unserer Stadt richten und Hunderte ihm mit auf den Weg geben – „Oben bleiben“! Sicher kann der OB bei dem streng inszenierten Protokoll seiner Amtseinführung vor geladenen Gästen kaum den Saal verlassen und spontan zu seinen Bürgern sprechen. Dennoch habe ich ab und an hinauf geschaut zu dem durch Blitzlichtgewitter immer wieder hell erstrahlten Sitzungssaal und mir vorgestellt, dass Fritz Kuhn die Konventionen durchbricht und plötzlich ans Fenster oder auf den Balkon tritt…. Na gut, das geht wohl nicht! Umso schöner ist es heute in der Stuttgarter Zeitung zu lesen, dass er in …

Fotoschau Zürich

Photo 13, die große Werkschau der Schweizer Fotografie, startete mit einer beeindruckenden Ausstellung in das neue Jahr. Vom 4.-8. Januar wurde in der Maag Halle Zürich – eine ehemaligen Fabrik – eine wahre Bilderflut von 134 Fotokünsterlnnen präsentiert. Aus dem Begleitkatalog war zu erfahren, dass dies eine Gruppe von 93 Profis, 36 Amateuren und 5 Studenten ist, davon 27 Frauen und 107 Männer im Alter von 22 bis 68 Jahren mit einem Durchschnittsalter von 38. Begleitet wurde die Veranstaltung mit täglichen Forumsveranstaltungen großer Fotografen wie Albert Watson, Alberto Venzago, Bruce Gilden, Fred Mayer, René Burri, Steve Mc Curry, … Da die Veranstalter für die Werkschau keine Struktur vorgesehen hatten, war es nicht einfach, sich in der Bilderflut zurecht zu finden. Zwar wurden kostenlose Führungen angeboten, doch in der Geräuschkulisse durch die zahlreichen Besucher und die überflüssige Hintergrundmusik war der sympathische und engagierte Führer für mich leider nur sehr schlecht zu verstehen. So bemühte ich mich, wie der größte Teil des Publikums auch, mir allein einen Überblick zu verschaffen. Ungewöhnlich, doch auch interessant fand ich