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Fritz Kuhn Oberbürgermeister in Stuttgart

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Am Montagabend hat der erfahrene Landes- und Bundespolitiker der Grünen, Fritz Kuhn, das anspruchsvolle Amt in der Landeshauptstadt übernommen. Die Oberbürgermeister Klett, Rommel, Schuster habe ich alle erlebt. Fritz Kuhn ist der erste, der meine Stimme bekommen hat.
So habe ich es mir mit vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern nicht nehmen lassen, unser neues Stadtoberhaupt vor dem Rathaus herzlich und lautstark willkommen zu heißen. Klar, dass sich die zentralen Wünsche an den neuen Mann auf die Heilung der bitteren Wunde in der Seele unserer Stadt richten und Hunderte ihm mit auf den Weg geben – „Oben bleiben“!

Sicher kann der OB bei dem streng inszenierten Protokoll seiner Amtseinführung vor geladenen Gästen kaum den Saal verlassen und spontan zu seinen Bürgern sprechen. Dennoch habe ich ab und an hinauf geschaut zu dem durch Blitzlichtgewitter immer wieder hell erstrahlten Sitzungssaal und mir vorgestellt, dass Fritz Kuhn die Konventionen durchbricht und plötzlich ans Fenster oder auf den Balkon tritt….
Na gut, das geht wohl nicht!

Umso schöner ist es heute in der Stuttgarter Zeitung zu lesen, dass er in seiner Antrittsrede das heiße Eisen Stuttgart 21 nicht ausgeklammert hat und mit harscher Kritik an der mangelnden Transparenz der Bahn ein Ausrufezeichen gesetzt hat.
Stuttgart 21 ist zwar ein zentrales Thema der Stadt, aber nicht das einzige, mit dem er in seiner Amtszeit in Stuttgart zu tun haben wird. Der Oberbürgermeister ist zusammen mit dem Gemeinderat verantwortlich für alle Bürgerinnen und Bürger und für das große Ganze seiner Stadt. Eine Stadt, die nicht nur funktioniert und in der die Kasse stimmt, sondern eine Stadt, in der die Menschen gerne leben und arbeiten, in der sie sich wohl fühlen und sich für ihre Mitmenschen und die Lebensqualität in den Stadtteilen einsetzen.

Zu diesem großen Ganzen ist am 5. Januar in der Neuen Züricher Zeitung unter der Überschrift „Bedürfnisse, Werte und Träume“ ein bemerkenswerter Aufsatz erschienen. Der Städtebauexperte Carl Fingerhuth ruft da zu einem öffentlichen Diskurs über die Gestaltung der Stadt auf.
Eine neue Stadtkultur solle die Sehnsüchte der Menschen nach einer spirituellen Heimat ernst nehmen. Es gelte eine gesunde Balance zu finden zwischen Erhalten und Verändern, mehr Respekt gegenüber der Geschichte einer Stadt oder der Geschichte eines Ortes zu wahren, gerade dort wo Neues entstehen muss und soll. Carl Fingerhuth schließt seine Ausführungen über die Suche nach dieser neuen Stadtkultur mit offenen Fragen über die großen Herausforderungen unserer Zeit in einer mehr und mehr urbanen Umwelt – Klima, Wirtschaft und Soziales. Die Suche nach Antworten darauf, wie eine lebenswerte und funktionsfähige Stadt der Zukunft aussehen soll, könne nur mit intensiven und öffentlichen Formen der Kommunikation gelingen und müsse die engen Grenzen der Vorstellungen von Investoren und Experten überwinden und bis in die Tiefe der Seele des Menschen reichen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
herzlich willkommen, viel Glück und Erfolg
und mit Ihren Bürgerinnen und Bürger können Sie rechnen.

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  1. Lieber Reinhold, danke für diese deine Eindrücke rund um den Amtsantritt des neuen Stuttgarter OBs. Das stimmungsvolle Foto vom Rathausplatz gefällt mir sehr gut! Und es ist spannend mitzuverfolgen – wenn auch aus der Distanz -, was sich in Stuttgart tut. Freue mich auf weitere Berichte von dir. Liebe Grüße, Tina

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