Monate: Juni 2013

Protest ART

Der Protest lebt weiter, auch wenn Stephane Hessel, der große alte Mann des kleinen Kultbüchleins der neuen Protestbewegungen „Empört Euch“ vor kurzem im hohen Alter verstorben ist. Der friedliche Widerstand unserer schwäbischer Mitbürger gegen das überdimensionierte und mit unkalkulierbaren Risiken behaftete Großprojekt Stuttgart 21 hat Mut gemacht, weiter und wieder aufzustehen, wenn es notwendig ist. Die Occupy- Bewegung organisiert ihren Protest gegen Finanzspekulation und den Terror der Finanzwelt weltweit in Protestcamps vor den zentralen Finanzplätzen der Welt. In den arabischen Ländern Nordafrikas haben sich die lokalen Proteste einiger Weniger zu einem Flächenbrand ausgeweitet und schließlich die alten Systeme ins Wanken gebracht. In der Türkei erleben wir gerade auch, wie sich der Protest an einem Ort entzündet, die Bürger damit aber ihre Unzufriedenheit über eine erstarrte und selbstherrliche Politik der Regierung zum Ausdruck bringen. Und in Brasilien hat ein kleiner Funken ausgereicht, dass die Menschen in mehreren Städten gegen Großprojekte der Regierung protestieren und für die Verbesserung ihrer Lebenslagen eintreten. Wie kreativ und wirksam gewaltfreie Formen des Widerstands als hohe „Kunst des Demonstrierens“ gegen Gewalt autoritärer …

Los Cambios

Nun ist es soweit – mein neuer Renner „Los Cambios“ ist fahrbereit. Vor einem Jahr habe ich diesen wunderschönen Rahmen im Rahmenbaukurs bei Christian Pyttel in Rastatt gebaut, das gute Teil dann aber einige Zeit ruhen lassen. Anfang des Jahres nahm ich den rohen Rahmen wieder in die Hand, um zu feilen und zu schleifen, damit Farbe ins Spiel kommen kann. Farbtype, Text und Schrift wurden ausgewählt und im März schließlich zum Pulverbeschichten zur Fa. Götz in Fellbach gebracht. Tolle Arbeit wurde dort geleistet. Als ich ich den fertigen Rahmen sah, war ich sofort begeistert. Elegant und schnittig sieht er aus. Dann gingen wieder einige Wochen ins Land bis ich im Internet alle Teile ausgesucht und bestellt hatte. Hotte Hoss, der Besitzer der Radtheke in Stuttgart-Heslach half mir nun letzte Woche beim Einpressen der Lager und beim Finish der Montage, so dass ich mit Stolz mein „Los Cambios“ präsentieren kann. Bei der ersten Ausfahrt heute war ich überrascht, wie gut sich mein Neuer fährt. Im Vergleich zu meinem alten Aluminium Renner (ein Barellia 504 von …

Bluthochzeit

Diese „lyrische Tragödie“ von Federico García Lorca, in der die Braut noch während der Hochzeit mit dem Ex-Verlobten davon läuft, wurde im Volkstheater München – von Flamenco Rhythmen gekonnt begleitet – eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. Gesteigert wurde die Dramatik hier nicht allein durch Sprache, sondern mehr noch durch Tanz und Rhythmus und am Schluss durch die fast unerträgliche Lautstärke. Das überzeugende Lichtdesign unterstrich die dramatische Stimmung noch. Das „Bühnenbild“ im ersten Akt war äußerst reduziert. Zunächst traten die Protagonisten der Hochzeitsgesellschaft vor einem Vorhang mit goldenen Stühlen weit vorne auf der Bühne auf. Alle waren von Anfang schon fokussiert auf die spürbare Dramatik vom tödlichen Ende. Im zweiten Akt war der Bühnenraum geöffnet, der Bräutigam, die Braut und Leonardo, der Ex-Verlobte – ohne Worte lautstark im Mittelpunkt. „Theater ist Poesie, die aus den Büchern flieht und dabei menschlich wird, während sie spricht, schreit, weint und leidet.“ Federico García Lorca Es war eine große Freude, im Volkstheater München die letzte Vorstellung von Lorcas Bluthochzeit mit diesem ausdrucksstarken Ensemble in der viel beachteten Inszenierung von Miloš …

Zauberwald

In den Nationalpark Jasmund auf Rügen führt am Ende der Stadt Sassnitz ein einfacher Fahrweg und bildet den Ausgangspunkt für den herrlichen, bewaldeten Höhenweg oberhalb der Steilküste. Geht man auf kleineren Trampelpfaden stets rechts haltend weiter, öffnet sich bald der alte Buchenwald und das Rauschen des Meeres ist zu hören. Der Blick wird frei auf die Ostsee und die teils senkrecht abfallenden, berühmten Kreidefelsen. Immer wieder warnen Schilder den Wanderer, sich nicht zu nah an die Steilküste heran zu wagen: Abbruchgefahr! Die weißen Kreidefelsen reichen hinab bis ans Wasser und lassen nur einen kleinen Streifen Strand zu. Dennoch sind dort unten auf dem schmalen Uferweg einzelne Menschen zu sehen, die sich die gewaltigen Wände von unten anschauen. Der 8 km lange Hochuferweg wird immer wieder von Bächen in teilweise tief herausgewaschenen Schluchten gekreuzt, die über hinab-und hinaufführende Holztreppenanlagen recht kommod durchstiegen werden können. Der in dieser Art einzigartige, ursprüngliche schöne alte Buchenwald mit seinen mächtigen Baumriesen auf dem Höhenrücken der Stubnitz wurde 2011 von der UNESCO als Weltnaturerbe geadelt (gemeinsam mit den naturnahen Buchenwäldern des …