Kunst
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Bloody Marry – Bluthochzeit

Gerade junge Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Handicaps, die in unserer Leistungsgesellschaft oft am Rande stehen, brauchen die öffentliche Anerkennung für ihre Fähigkeiten und Leistungen.

Eine solche „Bühne des Erfolgs“ erhalten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen des internationalen, integrativen Jugendtheaterensembles der freien bühne stuttgart bei ihren Auftritten in Jugend-und Kulturzentren der Region.

Gestern nun konnten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler bei der Premiere von Bloody Marry, einem HipHop Tanz-Theaterstück nach dem Drama „Die Bluthochzeit“ von Federico Garcia Lorca ihr beachtliches Können auf der großen Bühne im Theaterhaus Stuttgart unter Beweis stellen.

Lorcas Geschichte einer dramatisch endenden Hochzeit zwischen Vernunft und Tradition sowie Liebe und Leidenschaft in der traditionell-ländlichen Gesellschaft des alten Andalusiens wird hier zeitgenössisch interpretiert und mit modernen Stilmitteln eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. Die Inszenierung unter der Leitung von Ismene Schell folgt der dramatischen Entwicklung der Handlung, lässt aber auch Raum für die Lebendigkeit und Lebensfreude der feiernden Menschen einer Hochzeitsgesellschaft.

Schauspielerisch können die jungen Darstellerinnen und Darsteller durchaus überzeugen, insbesondere Lisa-Marie Gruber als verbitterte strenge Mutter, Jasmin Keskin als ernste Braut, Vinh Lo Ha als Bräutigam, besonders mit seinem Gesang, Azzedine Radi als leidenschaftlicher Leonardo und Kai Plaumann mit seiner Körpersprache und Stimme als quirliger Hochzeitsmacher.

Schöner Liedgesang der junger Solostimmen und jugendgerechte Tanzelemente der ganzen Truppe vermitteln dem Stück bei aller Dramatik auch eine gewisse Lockerheit. Dass die jungen Talente auch hier bestehen konnten, dafür haben die Choreografen und TanztrainerInnen Mohammad Reza Golemohammad und Sarah Cleo Boos, sowie die musikalische Leiterin Jenny Müller gesorgt.

Eine gelungene Vorstellung und ein unterhaltsamer Theaterabend, der nach der Vorstellung mit der Einladung zum open stage weitere musikalische und tänzerische Überraschungen als Zugabe bereithielt.

Weitere Vorstellungen:
Im Theaterhaus Stuttgart auf dem Pragsattel ist Bloody Marry noch einmal am 11.Juli, 19.30 Uhr zu sehen, und am 18. Juli, 20 Uhr im Theater tri-bühne in der Eberhardstr.61a.

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