Ausstellungen, Kunst
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Letzte Tage – erste Tage

– so hieß am 1. Tag des neuen Jahres die Führung im Museum des Literaturarchivs Marbach. Sie zeigte den eingefundenen Literaturfreunden, wie und was die Schriftsteller in den letzten und ersten Tagen um den Jahreswechsel in ihrer Zeit alles so geschafft haben. Ob Arthur Schnitzel, Robert Musil, Alfred Döblin, Reiner Kunze, und, und und …, sehr fleißig waren sie alle.

Dies kann man aber kaum allein den vielen Exponaten des Archivs entnehmen. Die Erläuterungen, Anekdoten und Textpassagen jedoch, die unsere sehr gut präparierte Begleiterin vortrug, ließen die gewaltige Produktivität der großen Literaten schon eher erahnen. Und die Hintergrundinformationen erweckten dann die bei gedämpften Licht eng in Vitrinenreihen ausgestellten Briefe, Manuskriptseiten und anderen Dokumente (Geldscheine, Briefmarken, Telegramme, Zeichnungen, Fotos und Zeitungsausschnitten) richtiggehend wieder zum Leben.

So lauschten die Teilnemer gebannt Alfred Döblins lebendigem Zeitungsbericht über die Busfahrt durch die Großstadt Berlin, als säßen sie selbst in diesem Bus. Eine Besucherin bemerkte dann, „so viel hat sich ja gar nicht verändert seit den Zwanziger Jahren.“

Der Ausflug nach Marbach am Neujahrstag hat sich wirklich gelohnt, und ich werde im Laufe des Jahres bestimmt wiederkommen. Allein schon die ansprechende Architektur des modernen Museumsbaus von David Chipperfield ist einen Besuch wert.

Die Ausstellungen im Literaturmuseum der Moderne (LiMo) gewähren Einblicke in das reichste Literaturarchiv im deutschsprachigen Raum, sie zeigen, wie Schriftsteller arbeiten, wie die Figuren entstehen, wie sie zu ihren Texten kommen, und wie diese mit den Zuständen ihrer Zeit zusammen hängen.
Auch ohne fachkundige Begleitung können die Besucher mit Hilfe eines speziell entwickelten ausleihbaren multimedialen Museumsführers auf Spurensuche gehen und ihre Entdeckungen machen.

Eine aktuelle Ausstellung „August 14. Literatur und Krieg“ gedenkt dem Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und dem Schicksal auch vieler Schriftsteller, die als junge Soldaten ihr leben lassen mussten. Weitere Informationen und Programmhinweise hier

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