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25 Jahre ZKM Karlsruhe Tag der Offenen Tür

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Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, kurz ZKM, hatte am 6.Januar bei freiem Eintritt zum Tag der Offenen Tür eingeladen. Anlass war das 25jährige Bestehen dieser vielseitigen multimedialen Kultureinrichtung.

Rasch füllten sich bereits am Morgen die Räume. Besonders die Tanzperformance im Rahmen der Ausstellung von Sasha Waltz und die Führungen waren sehr gut besucht.

Wie immer bei solchen Anlässen habe ich mich auf eine kleine Auswahl des riesigen Programmangebots beschränkt. Natürlich wollte auch ich mir Sasha Waltz nicht entgehen lassen und bin gleich zur ersten Aufführung.

In einer riesigen abgedunkelten Halle wurden auf eine fast raumfüllende, diagonal aufgebaute schwarze Wand einige Tänzer kauernd, kletternd und schwebend mit Video projeziert. Mir schien es – von vorne betrachtet – so, als befänden sich die Tänzer eng aneinander gedrängt in einem Käfig, dessen Ausgang sie tastend suchen.
Dann betrat eine TänzerGruppe in kurzen Hosen und eine Tänzerin in schwarzem Anzug den großen Raum. Bei spärlicher Klanguntermalung schritt die Anzugträgerin aufrecht und behutsam, inmitten der auf dem Boden liegenden und sich langsam vorwärtsrollenden Körper wenige Meter in den Raum, -als würde sie einen Körperteppich mit den Füßen sanft ausrollen.

Als sich dieses Bild auflöste, bildete die Gruppe in strenger Formation und mit zügigen Bewegungen gehend, liegend oder ineinander verwoben geometrische Figuren – lange Reihe, großer Halbkreis und weitere, streng komponierte Körperskulpturen. Schließlich verließen die Tänzer, so überraschend wie sie den Raum betraten, auch wieder die Bühne.

Leider wurde meine Wahrnehmung der Darbietung und die Konzentration auf die Präsentation der Künstler durch Kommentare einzelner Zuschauer gestört, so dass ich etwas abgelenkt war. Dennoch fand ich die Raum-Körper-Bewegung-Installation sehr beeindruckend. So etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen.

Nach einer kleinen Imbiss-Pause beim Coffee-Bike Stand in der stilvoll eingerichteten Lese-Lounge konnte ich mir Dank der prägnanten und für mich ausreichenden Einführungen des jungen sympathischen Führers einen groben Überblick über die auf den ersten Blick verwirrende Vielfalt der technischen-medialen Exponate des Medienmuseums verschaffen.
Angefangen vom gigantischen Computer-Saurier Z22 des deutschen Rechner-Pioniers Konrad Zuse von 1958, über die Holographie-Arbeiten aus den 60igern Jahren bis zu den ersten Video-Installationen aus den 70igern und einer aktuellen kritisch-künstlerischen Auseinandersetzung mit der chinesischen Geschichte in der riesigen Installation bekannter Computerspiele ist fast die gesamte Medientechnologie-Geschichte auf faszinierende Weise in künstlerischen Arbeiten vertreten.

Schon leicht ermüdet stöberte ich noch ein wenig im Flohmarkt der Mediathek, schaute in die hochaktuelle Ausstellung „global activism“ über Bürgerprotestaktionen in aller Welt hinein und bummelte durch den Museumshop des ZKM. Dann ließ ich den Tag mit einem Maultaschenteller im Restaurant nebenan ausklingen.
Für den Programmmschwerpunkt im Rahmen der Ausstellung „Schriftfilme. Schrift als Bild in Bewegung“ und für viele weitere ZKM-Bereiche war der Tag dann doch zu kurz.

Erfüllt von den vielen Eindrücken des schönen Tags der Offenen Tür im ZKM schlief ich auf der Heimfahrt im Regionalzug zufrieden ein.
Das ZKM verspricht auch für die nächsten Jahre Kunst höchster Güte. Ich wünsche dem ZKM Karlsruhe weiterhin viel Erfolg.
Zum ZKM hier

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  1. Pingback: ZKM | Rahmenprogramm zur Ausstellung "SCHRIFTFILME. Schrift als Bild in Bewegung"

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