Ausstellungen, Fotografie
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3. Photoweekend Düsseldorf

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Wo am Fenster des Bistros am KIT (Kunst im Tunnel) noch Teile der Installation von Anna Vogel aus dem vergangenen Jahr zu erkennen waren, habe ich müde und zufrieden das erlebnisreiche 3.Photoweekend Düsseldorf gemeinsam mit guten Freunden ausklingen lassen.
Kunst und Fotografie war neben dem Karneval an diesem Wochenende überall präsent in der Stadt. Große und kleine Plakate machten auf das Kultur-Ereignis des Wochenendes in Düsseldorf aufmerksam, Handzettel und eine eigene Photoweekend-Zeitung lagen vielerorts aus, um einen Überblick von den vielen Ausstellungen zu vermitteln und auf die Galeriestandorte in der Stadt hinzuweisen. Nach verregnetem Samstag zeigte sich den ganzen Sonntag die Sonne am Düsseldorfer Himmel, und die milden Temperaturen luden die Besucher zu Spaziergängen in die Stadt und zum Bummeln durch die beteiligten Galerien ein.

So strömten auch in diesem Jahr Tausende Besucher in das von Kürzungsplänen bedrohte NRW-Forum , dass wieder zum Zentrum der künstlerischen Fotografie in der Landeshauptstadt NRW`s avancierte. Während im vergangenen Jahr die Ausstellung mit Fotos von Bryan Adams im Mittelpunkt des Interesses stand, erwies sich heuer die Werkausstellung „Live is a story“ des einer breiten Öffentlichkeit wenig bekannten amerikanischen Fotografen Duane Michals als Publikumsmagnet. Unverdient litt die parallel im NRW-Forum aus der Sammlung der DZ Bank zusammengestellte großartige Fotoschau „Heimat“ etwas unter dem Stern Duane Michals nebenan, waren hier doch ungemein vielgestaltige fotografische Bearbeitungsformen zum Thema Heimat zu entdecken: u.a.York de Knoefel mit seiner Schlachthausbilderserie, Sybille Bergemanns Arbeit über den Entstehungsprozess eines Marx-Engels-Denkmals, Hans-Peter-Feldmanns Brotbilder oder Andrej Krementschouks Einblicke in das Leben einer Gruppe von Obdachlosen in Russland.
Ebenfalls vom Publikum leider etwas unbeachtet blieb eine hervorragende Filmreihe mit Künstlerportraits fast sämtlicher zeitgenössischer großer Fotografen. Ich habe mir das großartige Filmportrait über Peter Lindbergh angeschaut, da ich bereits vor zwei Wochen die Freude hatte, diesem weltbekannten sympathischen Modefotografen im Gespräch mit Prof. Honnef bei der Photo14 in Zürich zuzuhören.
Wiederum vielbeachtet und gut besucht war hingegen die Portfolio Review für den fotografischen Nachwuchs und der überschaubare Magazine Salon mit ausgewählten internationalen Magazinen für kreative Fotografie. Von den jungen KünstlerInnen, die ihre Arbeiten in der Portfolio Review zur Diskussion stellten ist mir Irina Popova mit ihre Arbeit „Another Family“ über ein suchtkrankes junges Paar und ihrem zweijährigen Kind Anfisa aus St.Petersburg, in besonderer Weise aufgefallen.
Aus den Galerien, die ich dieses Jahr besuchen konnte, wirken bei mir noch die Fotografien der Wiener Aktionisten in Kai Brückners Galerie T.Z.R. am stärksten nach; – vielleicht auch deshalb, weil mich dieser spektakuläre provokative künstlerische Ausbruch und Aufbruch der Aktivisten um Otto Mühl und Hermann Nitsch als Jugendlicher in den 60iger Jahren einerseits abgestoßen, andererseits auch ungemein fasziniert hatte.
Wiederum ganz andere Facetten künstlerischen fotografischen Ausdrucks gab es für mich mit dem Werk von Jerzy Lewczynski im Polnischen Institut zu entdecken. Bislang gänzlich unbekannt, hat mir die Ausstellung „Das Gedächtnis der Bilder“ mit den gefundenen Bild-und Textdokumenen unbekannter Personen die „Archäologie der Fotografie“ näher gebracht.
Als letztes Beispiel der persönlichen Favoritenauswahl möchte ich noch Iwaljla Klinke mit ihrer Arbeit „Ritual Memories“ aus der Galerie Voss erwähnen. Diese ausdrucksstarken Bilder faszinieren durch die farbenfrohe Eleganz der jungen Menschen in ihren traditionellen Kostümen.

Den Düsseldorfer Galerien und Ihren Partnern ist es mit dem diesjährigen Programm erneut gelungen, Düsseldorf als Zentrum eines kreativen und innnovativen Fotoschaffens der Fachwelt und einer breiten interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Leider war die Zeit an einem Wochenende viel zu kurz, um all die fotografischen Schätze entdecken zu können, die das Photoweekend auch 2014 in Düsseldorf bereit hielt.
Es war eine große Freude, dabei zu sein. Den Machern dafür ein herzliches Dankeschön!

Link-Tipp
Photoweekend Düsseldorf

und mein Blogartikel vom 2.Photoweekend im letzten Jahr hier

2 Kommentare

    • Theo sagt

      Danke für den Hinweis,Frank. Ja klar, die Arbeiten von Chema Madoz wären – wie die von vielen weiteren tollen Fotokünstlern beim Photoweekend – auch noch zu erwähnen und zu würdigen. Ich habe sie auch in der Galerie Clara Maria Sels angeschaut, mich in meinem Blogartikel aber auf einige wenige Eindrücke beschränkt.

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