Ausstellungen, Fotografie, Reisen
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Die Stadt. Vom Werden und Vergehen

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Unter diesem Titel habe ich Ende 2010 eine spannende Ausstellung von Fotokünstlern der Agentur Ostkreuz in München besucht. In der ersten Hälfte 2010 wurde diese große OSTKREUZ Fotoschau bereits in der Galerie C/O Berlin gezeigt, später auch an anderen Orten.

Heute nehme ich wieder das hervorragende Buch über die Ausstellung aus dem Hatje Cantz Verlag in die Hand. Und wieder bin ich fasziniert von diesen grandiosen Bildern.

Leider ist so ein „fulminanter, sorgfältig editierter Katalog; eine spannende Welt-Stadt-Geschichte in siebzehn Kapiteln« (F.A.Z.) dann auch rasch vergriffen, gebraucht aber noch zu bekommen.

18 FotografInnen der Agentur Ostkreuz sind mit ihren Fotoapparaten aufgebrochen in die Welt, um sich ein Bild zu machen und zu erkunden, wie die Stadt und ihre Menschen heute aussehen. Die Städte prägen inzwischen das Bild der Welt und sie prägen ihre Bewohner. Hier prallen Gegensätze aufeinander – grosse Armut und unvorstellbarer Reichtum oft dicht beeinander und doch weit entfernt.

Von den vielen interessanten Stadtansichten hat mich die Arbeit von Ute und Werner Mahler in besonderer Weise angesprochen. Sie haben die Vorstädte in Florenz, Liverpool, Reykjavik, Minsk und Berlin besucht und dort – nicht mehr Dorf, aber auch noch nicht richtig Stadt – nach Gesichtern von Mädchen geschaut – nicht mehr Kind, aber auch noch nicht Frau.
Da sitzen diese Mädels und schauen uns an – unscharf im Hintergrund eintönige Häuserblocks.
Was ist es, was mich an diesen Gesichtern so anspricht? In den Gesichtern glaube ich das Gefühl zu erkennen, dass mir aus meiner Jugend noch in Erinnerung ist. Auch aufgewachsen am Rande einer ausfransenden, in den 1960 iger Jahren stark wachsenden Großstadt, wollte ich nach der Schule so schnell wie möglich fort. – Auf jeden Fall weit weg, hinaus in die Welt – eine interessantere Welt, wie ich hoffte.

Eine ganz andere Stadtansicht erkundet Maurice Weiss. Maurice Weiss musste für seine Aufnahmen aus Ordos in China weite Wege gehen. Ordos, in einer dünnbesiedelten Region Chinas, 800 km von Peking entfernt, ist noch gar keine richtige Stadt. Es ist eine vom Staat geplante Stadt, noch eine große Leere, eine Stadt vom Reißbrett – alles erst im Werden. Um Zugang zu den Bauarbeitern für Portraits zu finden, musste Maurice Weiss weite Wege gehen.
„Der direkte Weg ist in China der längste. Hier habe ich gelernt, Umwege zu gehen.“ wird er im Katalog zitiert.

Hier mein Blogbeitrag zum Projekt „Über Grenzen“ der Agentur Ostkreuz

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