Ausstellungen, Kunst
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Light on Lightopia

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„Schritt für Schritt ins Nirwana aus Licht“ (Stuttgarter Zeitung), so der Titel eines Beitrags über die Ausstellung „Lightopia“ im Vitra Design Museum, Weil am Rhein.
Der Artikel erschien im Kulturteil der Stuttgarter Zeitung am 22.2.2014, genau an dem Tag, an dem ich mich ohnehin zum Museumsbesuch an den Oberrhein aufgemacht hatte.

Die Ausstellung zur Technik-, Kultur- und Designgeschichte des künstlichen Lichts durchleuchtet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft jener Erfindungen, die den jahrtausendealten Rhythmus von hell und dunkel und Tag und Nacht in den letzten 150 Jahren gewaltig durcheinander gewirbelt haben.

Heute stehen wir erneut vor einer Revolutionierung des künstlichen Lichts. Galt noch bis vor kurzem die gute alte Glühbirne mit all ihren Weiterentwicklungen als Basisleuchtkörper jeglicher Art von künstlicher Beleuchtung, so hatten bereits neuartige Leuchtkörper das Spektrum künstlicher Belichtungsarten in den letzten Jahrzehnten erheblich erweitert. Und heute stehen wir mit der Einführung von LEDs und anderen Lichtträgern erneut vor einem Paradigmenwechsel der künstlichen Beleuchtung – der Digitalisierung des Lichts.

Betritt man den kleinen, aber feinen von Frank Gehry entworfenen Museumsbau, so erblickt man gleich vom Eingang aus filmische Lichtmalerei pulsierender Stadtlandschaften.

Nebenan hängt eine gigantische Deckenleuchte, die mit den Wetterstationen im südlichen Nachbarland verbunden ist und auf Gewitter in Italien mit Lichtveränderungen reagiert. Seitlich davon „Flying Flames“, die Installation Ingo Maurers mit elektronisch erzeugten flackernden Kerzenlichtern, und in einer separaten Vitrine darf auch nicht Joseph Beuys zitronengespeiste gelbe Glühlampe „Capri-Batterie“ fehlen.

Ein paar Schritte weiter präsentiert ein Schaukasten die unterschiedlichsten Glühlampen und -leuchten für alle erdenkbaren Einsatzzwecke.

Nicht nur historische Lichtquellen werden gezeigt. Auf einem verschlugenem Rundgang lassen sich 43 Ikonen des Lichtdesigns, von der berühmten „Wagenfeld-Leuchte“ aus den 1920 iger Jahren bis zu jüngeren Entwürfen u.a. von Verner Panton, Rody Graumans und Ettore Sottsass faszinierenden Lichtgestaltungen bewundern.

Im dritten Raum „Farbe, Raum, Bewegung“ werden spektakuläre Lichtinstallationen von Großveranstaltungen, wie bei Weltausstellungen, Olympischen Spielen und den Aufmärschen der Nationalsozialisten während der NS-Zeit gezeigt. Alle Lichtgestalter von Großevents nutzen die Möglichkeiten der Beeinflussung von Stimmungen durch Licht, Farbe und Bewegung.
Der letzte Teil der Ausstellung gibt einen Ausblick auf das Licht von morgen, auf Lightopia, „die leuchtende Zukunft“ mit den neu entwickelten, Licht emittierenden Materialien – LEDs und den organischen OLEDs.

Die Ausstellung wurde verlängert und ist in Weil am Rhein noch bis zum 16. März 2014 zu besichtigen.

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