Ausstellungen, Kunst
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Vagabundierende Unruhe – Gruppe SPUR –

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Im idyllischen Weinort Durbach am Oberrhein gibt es Großartiges zu entdecken. Ein Freund machte mich auf das „Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle“ aufmerksam.
Als wir auf unserer badischen Museumstour schließlich Durbach erreichten, erwartete ich so etwas wie ein kleines Privatmuseum in einem umgebauten Winzerhaus. – Kaum zu glauben, was wir dann dort antrafen.

Im obersten Stockwerk eines für den Ort überdimensionierten Gebäudekomplexes (ursprünglich Rehaklinik, heute Tagungs- und Wellness-Hotel) hat der Unternehmer Rüdiger Hurrle im Jahr 2010 auf 1700 qm ein grossartiges Museum eröffnet, um seine umfangreichen Sammlungen zeitgenössischer Kunst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zu Entdecken ist in Durbach moderne Kunst und auch junge Kunst, die inzwischen bereits Geschichte geschrieben hat.
Aktuell würdigt das Museum die Gruppe SPUR, die mit ihren revolutionären Ansätzen die Kunstwelt in den späten 60iger aufgemischt hatte. Die Ausstellung „Vagabundierende Unruhe“ vermittelt mit einer großen Werkschau und dank der ausführlichen Informationen zur Gruppe SPUR recht gut, wie SPUR zuerst in München, später auch überregional und international auf spektakuläre Weise in der biederen Zeit der Adenauer-Ära („Nur keine Experimente“) mit ihrem provokanten Kunstverständnis Aufsehen erregt hatte.

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SPUR bestand im Kern aus den jungen Künstlern Lothar Fischer, Heimrad Prem, Helmut Sturm und HP Zimmer (3 Maler und 1 Bildhauer). Sie lernten sich an der Kunsthochschule München kennen und schlugen von 1957 bis 1965 als Gruppe konsequent einen neuen Weg ein. Im Laufe der Zeit gesellten sich zeitweise weitere hinzu, u.a. Erwin Eisch, Uwe Lausen, Dieter Rempt und auch Dieter Kunzelmann, der später als Mitglied der Kommune I und Politaktivist Aufsehen erregte.
SPUR wollte nicht nur in der Kunst Experimente wagen, ihnen ging es auch um gesellschaftliche Veränderung und die Arbeit im Kollektiv.

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Die Ausstellung in Durbach zeigt Arbeiten aus verschiedenen Phasen des gemeinsames Weges von SPUR, aber auch Werke der Künstler nach Auflösung der Gruppe und vor allem ihren Einfluss auf eine neue Bildsprache im Nachkriegsdeutschland. Dabei kann sie auf den großen Fundus von SPUR Werken aus der Sammlung Hurrle zurückgreifen und eine Vielzahl weiterer bedeutsamer Werke aus anderen Sammlungen in der Ausstellung vereinen.

Die Ausstellung kann in Durbach noch bis zum 18.Mai 2014 angeschaut werden.
Im Wunderhorn Verlag ist ein kleiner Ausstellungskatalog mit vielen sehr guten Hintergrundinformationen erschienen.

Linktipp.
Die Gruppe SPUR, Text von Nina Zimmer

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