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Bodensee zu sauber

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Eben komme ich zurück vom Bodensee, wo ich diese köstliche Bodenseefelche geniessen durfte. Die Wasserqualität ist heute hervorragend. Müssen wir deshalb nun bald auf die leckeren Fische aus dem Bodensee verzichten?

Nach jüngsten Pressemeldungen haben die Fischer in Österreich, Deutschland und der Schweiz im vergangen Jahr im Bodensee so wenig Fische gefangen wie seit 60 Jahren nicht.
(siehe Jahresbericht 2013 Bodenseefischereiverband )

Schon 2012 beklagten die Fischer am Bodensee, dass sie zu wenig Fische fangen

und sie die Nachfrage der Kunden kaum befriedigen können. Der Bodensee sei zu sauber. Im nährstoffarmen Wasser des Sees finden die Fische keine Nahrung und können sich nicht vermehren.

Das Umweltministerium Baden-Württemberg berichtet zum Fischbestand aber aus anderer Perspektive:
„Besonders typisch für den Bodensee sind die Felchen (an anderen Seen auch Renken oder Maränen genannt) mit dem Blaufelchen als Hauptvertreter. Er gilt geradezu als „Brotfisch“ für die Bodenseefischerei. Trotz dieser wirtschaftlichen Nutzung gilt der Gesamtbestand des Bodenseefelchens heute als gesichert. Die stärkste Gefährdung ging in den 1970er Jahren von der hohen Nährstoffbelastung des Bodensees aus.“

Je nach Sichtweise kann also eine geringe Nährstoffbelastung des Bodensees Fluch oder Segen sein. Diese kuriose Situation hat schon dazu geführt, dass die Fischer eine Abkehr von den strengen Richtlinien zur Reinhaltung des Wassers zu Gunsten eines höheren Fischbestands forderten.
Bislang und hoffentlich auch in Zukunft ohne Erfolg.

Fisch als Grundlage des Broterwerbs der Fischer ist sicher ein gewichtiges Argument. Sauberes Wasser hingegen darf nicht diesem ökonomischen Zweck geopfert werden. Wasser als Grundlage allen Lebens ist ein höheres Gut und damit ein stärkeres Argument.

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