Ausstellungen, Fotografie
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Sibylle Bergemann in der ifa-Galerie Stuttgart

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Russland, Senegal, Tschechien, Südkorea, Japan, China, Vietnam, Singapur, Australien, Neuseeland, Indonesien, Malaysia, Libanon – die Tourneeausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen (Ifa) „Sibylle Bergemann-Photographien“ war seit 2006 schon in vielen Ländern zu sehen.
Bevor die Reise weiter geht, wird das fotografische Werk von Sibylle Bergemann für kurze Zeit vom 27.Juni bis 27. Juli 2014 mit dieser umfangreichen Retrospektive nun auch in der ifa-Galerie Stuttgart gezeigt.

Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und

habe letzte Woche einen WM-freien Nachmittag für den Besuch der tollen Ausstellung mit einer recht kurzweiligen kostenlosen Einführung durch die sympathische Kunsthistorikerin Andrea Walz genutzt.

Hier konnte ich erfahren, dass Sibylle Bergemann als Modefotografin lange Jahre stilbildend für die im Westen unbekannte führende DDR Modezeitschrift „Sibylle“ war.

Die einfühlsame Zusammenarbeit mit den Modellen bewies sie auch bei ihren ausdrucksstarken Frauenportraits. Beeindruckende Aufnahmen von der jungen Schauspielerin Katharina Thalbach sind zu sehen und von der noch recht schüchternen Nina Hagen gemeinsam mit ihrer Mutter.

Sibylle Bergemann fotografierte immer auch wieder ihre Tochter Frieda von Wild, die nach intensiver Beschäftigung mit der Fotografie dann aber einen anderen Weg als erfolgreiche Strickdesignerin eingeschlagen hatte.

Über die Aufnahmen „In der Fremde“ von ihren ersten Auslandsaufenthalten im Westen sagte die Fotografin 1983:
„Ich kann nicht schlafen, wenn ich an all das denke, was ich fotografieren müsste.“

Und sie hat bis zu ihrem frühen Tod im Jahr 2010 noch viele spannende Foto-Projekte realisieren können: Die berühmten Aufnahmen der Staats-Auftragsarbeit vom Entstehen eines Marx-Engels-Denkmals, Szenen aus dem DDR-Alltag und später nach der Wende auch Reportagen für führende westliche Magazine und vieles mehr ….

Für mich sind neben den Frauenportraits die Farb-Portraits von Schauspielern einer integrativen Theatergruppe aus Berlin die stärksten Fotos der Ausstellung.

Begleitend zur Ausstellung zeigt die ifa-Galerie den mit dem Grimmepreis ausgezeichneten Dokumentarfilm von Sabine Michel „Mein Leben – Die Fotografin Sibylle Bergemann“. Der ist kurz vor ihrem Tod entstanden und gibt Einblicke in Leben und Arbeitsweise dieser bedeutenden deutschen Fotografin.

In der Edition Braus im Wachter Verlag ist ein hervorragend gestalteter Ausstellungskatalog mit Texten von Matthias Flügge, Cees Nooteboom und Jutta Voigt erschienen.

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