Gesellschaft, Kultur
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Ludwig Ganghofer in Stuttgart

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In den Jahren 1909 bis 1912 war mein Großonkel Reinhold Bauer (nach dem ich benannt wurde) als Schauspieler und Regisseur am Stuttgarter Schauspielhaus engagiert und lebte mit seiner Frau Else einige Jahre in Stuttgart. Sie nahmen am öffentlichen Leben teil, pflegten den Kontakt mit Künstlerkreisen und kannten viele Kunstschaffende der damaligen Zeit.

Beide waren eifrige Briefschreiber. Sie korrespondierten auch immer fleißig mit der Familie. Von dieser Korrespondenz ist bis heute eine Reihe von Briefen und Postkarten im Nachlass seiner Nichte Johanna erhalten geblieben.
So auch diese Ansichtskarte aus Stuttgart mit einer Fotografie der Alten Kanzlei, dahinter Königsbau und Schlossplatz. Die Aufnahme wurde vermutlich vom Turm der Stiftskirche gemacht.

Dieses historische Foto zu betrachten, finde ich allein schon interessant. Darauf fehlt an der unteren Königsstrasse (Bildmitte hinten) der für das heutige Stadtbild so charakteristische Uhrturm des Hauptbahnhofes. Der wurde erst 1914-1928 nach den Entwürfen der Architekten Paul Bonatz und Eugen Scholer gebaut und ersetzte den ersten Hauptbahnhof (auch ein Kopfbahnhof) in der Bolzstrasse hinter dem Königsbau.

Auf der Rückseite der Postkarte ist aber noch mehr zu entdecken.

Dort steht in einer Mischung aus Sütterlin- und Lateinschrift mit Bleistift geschrieben:

Liebe Hanne!
Ich habe heute die Ehre und das Vergnügen mit dem von Dir so hoch verehrten Dichter Ganghofer an einem Tisch zu sitzen und hoffe seine Unterschrift auf diese Karte zu bekommen…….

Und tatsächlich, das Bemühen war erfolgreich. Hier ganz unten auf der Karte – etwas verdeckt durch den Poststempel – das Autogramm von Ludwig Ganghofer:

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Ludwig Ganghofer (1855 – 1920 ) war ein besonders durch seine beliebten Heimatromane sehr bekannter deutscher Schriftsteller. Viele seiner Romane wurden später verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt. Im 1.Weltkrieg betätigte sich Ganghofer als Kriegsberichterstatter.
Der Anlass für den Aufenthalt Ganghofers in Stuttgart könnte eine Zusammenkunft mit seinem Stuttgarter Verleger Alfred Bonz gewesen sein.

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