Monate: August 2014

Schwabenkinder

Der Film über die Schwabenkinder von Jo Baier aus dem Jahr 2003 hat mich vor einigen Jahren sehr berührt. Nun bin ich für ein paar Tage in Ravensburg, eines der Städte, in denen die Kinder nach ihren langen Wanderungen über die Alpen zur Arbeit auf den Höfen an schwäbische Bauern vermittelt wurden. Heute erinnert in Ravensburg das Museum Humpis-Quartier mit einer Kabinettausstellung in 3 wundersamen Kammern an das Schicksal der Hütekinder. Am Ort des Hütekindermarktes in der Bachstrasse am Gasthaus Krone hängt jetzt eine Skulptur des Bodmaner Künstlers Peter Lenk zum Gedenken an den einstigen Ravensburger Kindermarkt dort. Und im 15 km entfernten Bauernhaus Museum Wolfegg befasst sich eine multimediale Dauerausstellung mit

Gute Aussicht in Stuttgart

Unsere lieben Freunde aus Wien waren bei ihrem Kurzbesuch in Stuttgart von den vielen tollen Aussichtspunkten der Stadt sehr angetan. In den wenigen Besuchstagen konnten wir leider nur einen kleinen Teil der zahlreichen Orte aufsuchen, die einen schönen Blick auf Stadt und Umgebung bieten. Für die erste Orientierung mitten in der City wählten wir zunächst die Plattform des Bahnhofsturms. Von dort kann man einerseits die Stadt ganz gut überblicken, andererseits werden von hier auch die Dimensionen der Wunden deutlich, die der Stadt durch das Bahnprojekt Stuttgart 21 zugefügt werden. Mit Blick auf die vielen Menschen und dem quirligen Treiben zu unseren Füßen erscheint mir das Bauvorhaben wie eine Operation am offenen Herzen, – ein in Anbetracht der enormen Risiken von Stuttgart 21 nicht unangebrachter Vergleich. Anschließend sind wir

Stadtgarten beleben

Nach langer Zeit habe ich heute mal wieder den Weg in den Stuttgarter Stadtgarten gefunden, wohin ich mich in früheren Jahren in der Mittagspause gerne zurückgezogenen hatte, um dem Trubel und der Hektik in der City zu entfliehen. Im Gegensatz zur anderen grünen innerstädtischen Oase- dem Schlossgarten, suchen die Einheimischen und Touristen den Stadtgarten bisher eher selten auf. Hier trifft man in erster Linie Studenten der nahen Universität. Während die großen Bauprojekte wie Stuttgart 21 mit der teilweisen Zerstörung der Schlossgartenanlagen, Europaviertel mit Mailänder Platz, Gerberviertel und das Dorotheen-Quatier die städtebaulichen und kommunalpolitischen Diskurse in der Stadt dominieren, findet dieses Planungsvorhaben weniger Beachtung. Die Neugestaltung des

Sebastião Salgado – Exodus

Bilder von Menschen auf der Flucht sehen wir derzeit jeden Tag in den Medien. Das Flüchtlingselend in Afrika, in der Ukraine, in Syrien, im Irak, an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, auf dem Mittelmeer – Flucht und Vertreibung überall und immerfort. Der bekannte Fotograf Sebastião Salgado ging mit seiner Kamera im Rahmen seines Projekts Exodus vor gut 20 Jahren schon zu den Flüchtlingsbrennpunkten der damaligen Zeit. Seine Fotografien, die bereits an vielen Orten gezeigt wurden, sind jetzt im Focke-Museum in Bremen zu sehen. Sie sind leider immer noch hochaktuell. Mir war schon klar, auf was ich mich beim Besuch der Ausstellung einstellen musste, und doch war ich nach dem Betrachten der Aufnahmen sehr betroffen und zunächst ganz sprachlos über das Elend der Menschen. Anders als bei den bewegten Bilder im Fernsehen schaut der Betrachter den Menschen auf den Fotos hier oft direkt in die Augen. Als ich in der Ausstellung die schockierenden Bilder von

Englische Gartenbaukunst

Der Englische Garten in München ist weltbekannt. Er steht für die Gartenbaukunst, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch in Deutschen Landen in Mode kam. Wie die Wittelsbacher in München beauftragten auch andere deutsche Herrschaftshäuser ihre Hofgärtner in dieser Zeit, englische Landschaftsgärten anzulegen. Ein Glück für die Stadtmenschen von heute, dass wir nun in den dicht bebauten Städten diese herrlichen Parkanlagen haben. Ob für einen kleinen Spaziergang in der Büropause, die Entspannung nach Feierabend oder für den Familienausflug am Wochenende, die stadtnahen Gartenparkanlagen sind wahre Naturoasen. Auch in den etwas kleineren Städten gibt es diese herrlichen Gartenparks. Die Stadt Oldenburg feiert in diesem Jahr das 200jährige Bestehen ihres Schlossgartens, den der damalige Herzog unter Leitung seines Chefgärtners in seiner Residenz und um sein Schloss in Jever im englischen Stil anlegte. Beide Schlossparks haben ihren eigenen Charme und haben mir sehr gut gefallen. Weniger schön fand ich die zum Jubiläum im Oldenburger Park installierten recht monotonen, einfallslosen Baumhäuser. Aber die werden ja bald wieder entfernt und meistbietend versteigert. Linktipps Schlossgarten Oldenburg Schlossparkjubiläum 2014

Zuhause in der Fremde

Beim Bummel durch die Stadt Oldenburg treffen wir auf Bilder mit Kindern und Jugendlichen in scheinbar skurrilen Situationen: – Ein Junge im Freien auf einem Sessel sitzend beim Fernsehen, vor ihm ein Teppich und ein paar Schafe. – Ein jugendliches Mädchen mit Kopftuch, leicht verschneit, allein im Bus und/oder an einer Haltestelle. Was sollen die Bilder ausdrücken? Diese Fotostrecke ist Teil des Projekts Zuhause in der Fremde, in dem Schülerinnen und Schüler aus Sprachlernklassen und verschiedenen Herkunftsländern auf kreative Weise ihre neue Lebenssituation in der Fremde künstlerisch inszenieren und gemeinsam reflektieren. Begleitet werden sie dabei von ihren Lehrern und einem Team des Instituts für Kunst und visuelle Kultur der Universität Oldenburg. Link zur Webseite mit allen inszenierten Fotografien und weiteren Informationen über Hintergrund und Ziele dieses vorbildlichen Projekts mit Präsentation im öffentlichen Raum.

Kirche am Meer

Bei der Ankunft im Wangerland hat eine nette Dame aus dem Rheinland den Besuch der Kath. Kirche St. Marien in Schilling sehr empfohlen. Es sei eine architektonisch besonders gelungene Kirche, die sich mit ihrem modernen Bau von der Tradition der Kirchenbauten an der Küste stark absetzt. Sie biete im Innern durch ihre Schlichtheit und den Verzicht auf Kirchenschmuck eine besondere Atmosphäre für Andacht und Meditation. Auch sei das abwechslungsreiche Programm der Kirchengemeinde mit dem engagierten Pfarrer sowohl für die Hiesigen wie für die vielen Gäste abwechslungsreich, inspirierend, und der Besuch der Gottesdienste, Kirchenkonzerte und sonstigen Gemeindeveranstaltungen immer ein persönlicher Gewinn. Wir und viele andere Besucher können das nur bestätigen. Das zeigen auch die vielen wertschätzenden Einträge im Besucherbuch. Zur Webseite der Marienkirche Wangerland hier

Jever Fun

Pünktlich zur „fünften Jahreszeit“ sind wir in Friesland angekommen. Ganz Jever feiert Altstadtfest – das Ereignis der Region – nun schon seit 40 Jahren. Tausende Besucher aus nah und fern amüsieren sich von Freitag bis Sonntagabend auf den Plätzen und Gassen der Altstadt. Der Alte Markt mit Riesenrad, das schon von weitem den Rummel sichtbar macht. Überall Marktstände, Bier- und Imbissbuden. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Krabben und Aal, Fleisch und Wurst, ob friesisch, asiatisch oder türkisch – hier wird man auf jeden Fall satt: Gute Grundlagen für die gehaltvollen flüssigen „Wertstoffe“, die hier in allen Formen reichlich fliessen – allen voran natürlich das weltbekannte Bier von hier. Für besondere Stimmung und für die Höhepunkte des Festes sorgen auf 7 Bühnen unzählige Bands mit fetziger Live-Musik für Jung und Alt. Die Vereine präsentieren ihre Arbeit und alte Meister zeigen die traditionellen Handwerkskünste aus Ostfriesland: Holzschuhschnitzen, Schmieden, Spinnen, Backen, Seile drehen,……. Mit dem Wetter hatten dieses Jahr Veranstalter und Gäste Glück. Das ganze Wochenende sommerlich warm und weitgehend Sonnenschein. Nur in den Tagen des Aufbaus …