Fotografie
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Fotobuch-Entdeckung

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Eben komme ich von einer Radtour mit meinen „Umwerfer“-Radsportfreunden aus Südfrankreich zurück. Auf der landschaftlich fantastischen Abschlussetappe durch die Gorges de la Dourbie im südlichen Massif Central legten wir im Örtchen Saint-Jean-du-Bruel noch einmal eine kleine Rast ein: Lebendiges Treiben – Marché aux Puces.

Ein paar leckere saftige Aprikosen genossen und kurz über den kleinen Flohmarkt geschlendert.

Mein Auge fiel gleich auf ein sehr gut erhaltenes Fotobuch:
Michèle Brabo, Le vent du destin, manouches, roms & gitans, Èditions du Seuil, 2005

Die Anfang 2013 im Alter von 96 Jahren verstorbene Fotografin Michèle Brabo hat mit dem wenige Jahre vor ihrem Tod veröffentlichten Fotobuch „Le vent du destin“ (Wind des Schicksals) ein Meisterwerk der Fotografie geschaffen und

mit ihren Bildern die innige Verbundenheit mit den Sinti und Roma zum Ausdruck gebracht.
Michèle Brabo, ein Multitalent – Schauspielerin, Musikerin, Tänzerin, Filmemacherin, Autorin und Fotografin – liebte die Menschen der fahrenden Völker und sie liebte die Camargue, wo sie in den 60er Jahren mit ihrer fotografischen Arbeit begann. Später unternahm sie zahlreiche Reisen und hielt ihre Eindrücke immer mit ihrer Leica fest. So entstand ein umfangreiches fotografisches Werk, dass noch auf seine Entdeckung wartet.

Bislang sind von Michèle Brabo folgende Bücher erschienen:

1961 gemeinsam mit Michel Droit „Camargue“, Arthaud
1998 Itinéraire affectif d’une photographe, 80 portraits contemporains, Recherches éditeur, 1998 (ISBN 9782862220314)
2005 le vent du destin, mit einem Nachwort von Marie Treps, Èdition du Seuil (ISBN 2-02-061824-9)
und ihre Autobiographie
2011 Mémoires en zigzag, autobiographie, JBZ & Cie, (ISBN 2755607092 et 9782755607093)

Im Fotobuch „Le vent du destin“ (Wind des Schicksals) portraitiert sie Roma und Sinti in Frankreich, Spanien und Ungarn. Viele Aufnahmen stammen aus Saintes-Maries-de-la-Mer, dem alten Wallfahrtsort der Gitans in der Camargue. Die Fotos zeigen die Lebensfreude und Musikalität der Nomaden, ihre Spiritualität und ihre Handwerkskunst .

Michèle Brabo ist mit ihrem Herzen ganz nah bei diesen Menschen – den Töchtern und Söhnen des Windes -, wenn sie sie in intimen Alltagssituationen mit der Kamera begleitet.

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