Monate: November 2014

Sami Slimani und seine Schwestern

Vor dem neuen Einkaufscenter Gerber in Stuttgart stand heute eine riesige Schlange vorwiegend junger Mädels aufgeregt draußen vor der Tür. Auch drinnen ging die lange Schlange weiter. Hunderte junger Leute, die sich dann alle vor der Filiale einer bekannten Bekleidungsfirma versammelten – in Erwartung von was…???? Als ich eine der jungen Damen fragte, auf wen oder was denn alle hier warten, verstand ich bei dem Lärm nur „youtube“. O.K., ich ging also weiter. Plötzlich ein Wahnsinnsgekreische, ich drehte mich um, und im Gedränge der vielen Leute mit ihren hochgestreckten Kameras und Handys erkannte ich

Mädchen der Nacht

Maison de Métallos im Migrantenviertel Belleville von Paris. Hier treffen wir Ami, Rama, Kanté, Tata, Aicha, Tatiana, Nafi, Bijou, „les go de nuit“ – die Mädchen der Nacht. Mit ihren großen Augen schauen Sie uns an, alle noch Kinder, und müssen doch schon Frauen sein. Die schönen Gesichter verbergen für den Moment der Porträtaufnahme ihre verletzten Seelen und geschundenen Körper. Im Rahmen des Monats der Fotogafie Paris gibt die Anthropologin, Fotografin und Filmemacherin Éliane de Latour in der Ausstellung „Go de nuit. Abidjan, les belles retrouvées“ den Mädchen ein Gesicht, eine Stimme und ihre Würde zurück. Ihre Wunden kann sie nicht heilen. Tata: „Meine ersten Kunden hatte ich mit 12 Jahren, da kannte ich noch keine Jungs.“ Manche sind gerade mal 10 Jahre alt, wenn sie

Maison Européenne de la Photographie

Heute kam in Paris doch noch die Sonne zum Vorschein. Also nichts wie raus und ins Marais etwas herumschlendern und anschließend das Europäische Haus der Fotografie besuchen. Im Rahmen des Pariser Monats der Fotografie gibt es hier gleich mehrere spannende Ausstellungen zu besichtigen. Da ich die Paris Photo Schau im Grand Palais noch nicht ganz verdaut habe, beschränkte ich mich auf 2 der aktuellen Präsentationen. Marie Dorigny, die Gewinnerin des Fotopreises der Französichen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (AFD) hat den Focus auf Entwicklungsländer wie Mozambique gelegt. Mit ihrer Arbeit „land grab“ zeigt sie die mühsame Arbeit auf den Feldern und den Alltag in den Dörfern in großformatigen Schwarzweiß Fotos, immer die Menschn im Mittelpunkt – emphatisch und engagiert. Während Marie Dorignys Serie der dokumentatorischen Fotografie zuzurechnen ist, experimentiert der Spanier Alberto García-Alix mit

Paris Photo 2014

Photo Paris 2014 ist eröffnet – die größte Fotoschau der Welt. Bereits am ersten Tag war der Andrang riesengroß. Nun ist noch bis 16.11. Gelegenheit, diese meisterhafte Fotokunst im repräsentativen Rahmen des Grand Palais zu bewundern. Alles ist vertreten was Rang und Namen hat: Robert Mapplethorpe, Martin Parr, Man Ray, Thomas Ruff, Trent Parke, Sebastião Salgado, Bettina Rheims, ……und viele andere mehr. Das Angebot der über 160 Galerien, Verlage und Fotobuchläden ist schier unüberschaubar. Von allen Kontinenten sind sie angereist. Mit Galerien aus Berlin, München, Köln, Hamburg, Bochum, Stuttgart und Wiesbaden, sowie den renommierten Fachverlagen Hatje Cantz (Ostfildern) und Kehrer (Heidelberg) ist Deutschland gut vertreten. Sehr gefreut habe ich mich, dass

Für Liebe ist es nie zu spät

Das Haus des Dokumentarfilms hat zur DOK Premiere ins Kino Caligari nach Ludwigsburg geladen, und nach dem Film „Die Zukunft gehört uns“ zum Austausch mit der jungen Filmemacherin, ihrem Team und den Protagonisten des Films, die zur Premiere extra angereist sind. Für einen Dokumentarfilm mit dem nicht ganz einfachen Thema „Liebe im Alter“ war es ein ausgesprochen unterhaltsamer Abend. Zum einen lag das

Attentat auf Adolf Hitler – Helden und Opfer

Hitler war nicht unter den Toten. Ihm ist bei dem Attentat im Bürgerbräukeller in München am 8. November vor 75 Jahren überhaupt nichts passiert. Wenige Minuten vor Detonation der Bombe verließ er bereits den Saal. In den Medien wurde jetzt wieder an Georg Elser erinnert, der mit der Tötung des Führers einen Krieg verhindern wollte. Lange Zeit war seine Tat recht kontrovers diskutiert und keineswegs als heldenhaft bewertet worden. Heute setzt sich die Meinung durch, dass Georg Elsers Versuch des Tyrannenmordes nicht nur moralisch zu rechtfertigen, sondern – da Tat eines Einzelnen – sogar als vorbildhaft zu bewerten ist. Mutig war Georg Elser zweifellos. Nur Wenige bewiesen im Widerstand gegen das Hitlerregime ähnlichen Mut. Hat Georg Elser auch „anständig“ gehandelt?

Goldener Herbst

Das ungewöhnliche milde Herbstwetter lädt gerade dazu ein, hinaus zu gehen und das wunderbare Farbenspiel in der Natur zu bewundern. Es ist ein großes Glück, in der Großstadt zu wohnen und dennoch den Wald quasi direkt vor der Haustür zu haben. Auf unserer Wanderung von Stuttgart-Vaihingen bis hinunter nach Heslach folgten wir dieses Mal ungefähr der Gäubahntrasse, die das Nesenbachtal überquert, dann im weiten Bogen durch den Dachswald führt und schließlich hoch über Heslach im Hasenbergtunnel Richtung Stuttgart West verschwindet. Wir haben zuvor die Bahntrasse verlassen und sind nach Heslach die Elsterstaffel hinunter gestiegen.