Ausstellungen, Fotografie
Schreibe einen Kommentar

Mädchen der Nacht

image

Maison de Métallos im Migrantenviertel Belleville von Paris.

Hier treffen wir Ami, Rama, Kanté, Tata, Aicha, Tatiana, Nafi, Bijou, „les go de nuit“ – die Mädchen der Nacht. Mit ihren großen Augen schauen Sie uns an, alle noch Kinder, und müssen doch schon Frauen sein. Die schönen Gesichter verbergen für den Moment der Porträtaufnahme ihre verletzten Seelen und geschundenen Körper.

Im Rahmen des Monats der Fotogafie Paris gibt die Anthropologin, Fotografin und Filmemacherin Éliane de Latour in der Ausstellung „Go de nuit. Abidjan, les belles retrouvées“ den Mädchen ein Gesicht, eine Stimme und ihre Würde zurück. Ihre Wunden kann sie nicht heilen.

Tata: „Meine ersten Kunden hatte ich mit 12 Jahren, da kannte ich noch keine Jungs.“

Manche sind gerade mal 10 Jahre alt, wenn sie

fort gehen. Sie kommen aus den Slums der Millionenstadt Abidjan in der République Côte d’Ivoire (oder politisch unkorrekt „Elfenbeinküste“). Von der Gewalt zu Hause sind sie geflohen und suchen die Freiheit auf der Straße und an den Stränden.  Dort schlafen sie im Freien oder einfachen Hütten und verkaufen ihre jungen Körper.

Rama: „Meine Mutter sagt, dass ich nicht mehr das Haus betreten brauche bis sie vor Hunger stirbt, und sie wird vor Hunger sterben.“

Als Nomaden der Straße haben sie Sex um zu überleben, und nicht wie andere in der Pubertät, um ihren Körper und ihre Identität zu entdecken.

Nach der ersten erfolgreichen Fotoausstellung ist Étiane de Latour mit der Filmkamera zu einem weiteren Besuch in die Slums von Abidjan zurückgekehrt.
Im großen Saal des Maison de Métallos (Haus der Metaller) – heute ein Kulturzentrum der Stadt Paris – sind 5 offene Zelte als symbolische Hütten aufgestellt, in denen kleine Videobeiträge mehr über die traurigen Lebensverhältnisse der Mädchen zeigen können als allein die Fotos.

Éliane de Latour hat mit dem Foto-und Film-Projekt begonnen. Später fing sie an, Spenden zu sammeln, um für die Mädchen etwas zu tun. Da sie keine Hilfsorganisation fand, startete sie ganz allein mit der Anmietung eines Appartements für die Mädchen, in dem sie zur Ruhe kommen können, und später mit Hilfe eines Pädagogen auch ein Alphabetisierungsprogramm durchgeführt wurde.
Damit ihr „Casa des go“- Projekt weitergeführt werden kann, hat ÉLiane de Latour inzwischen dafür auch Partner gefunden.

Unterstützung und mehr Informationen: go2nuit@gmail.com

Für 15.- Euro gibt es ein kleines Büchlein (ISBN 978-2-9540339-0-7) über dieses engagierte Projekt.

Linktipps:

Homepage von Éliane de Latour

Maison des Métallos

Monat der Fotografie Paris

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.