Gesellschaft
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Gegen das Vergessen

Heute vor genau 100 Jahren, am 19.02.1915 schrieb der junge Soldat Hans Schwengler aus dem Schützengraben in Frankreich:

Liebes Fräulein Johanna!

…sollte mich Gottes Hand beschützen und ich gesund aus dem Krieg zurückkehren; so werde ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen und meinen Dank aussprechen…für ihre Liebesgaben.

Nun etwas aus dem Kriege – Von vorgestern mittag 11 Uhr bis gestern Abend schossen die Franzosen unaufhörlich mit Granaten zu unseren Unterständen und in die Schützengräben, dass wir nicht mehr wussten wo hin, denn wir Infanteristen sind gerade machtlos gegen die Artillerie…….

Liebe Johanna, wir sitzen gerade so fröhlich im Unterstand als der Befehl kommt, Gefechts bereit machen, denn die Franzosen wollen wieder angreifen. So müssen wir uns denn in unser Schicksal begeben und der Dinge abwarten, die da kommen. Fortsetzung folgt! …..

Ungefähr 4 Stunden hat das Schießen gedauert, als es plötzlich aufhörte. Ich ging im Schützengraben nachschauen und erfuhr durch meine Kameraden, dass nun 6 von der 7.Kompanie und 9 von der 6. Kompanie verwundet waren und wir 2 Tote von der 6. Kompanie hatten.

Ich habe schon viel mitgemacht in den 5 Monaten, in denen ich ich im Felde bin. Viel Ruhe haben wir nicht…

Auf Wiedersehen

Hans Schwengler

Wir wissen nicht, ob es ein Wiedersehen gab!

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