Monate: Juni 2015

Wassertreten

Trotz Husten und Heiserkeit bin ich mit meinen Freunden bei recht wechselhaftem Wetter zum Radeln ins Kneippland Unterallgäu aufgebrochen. Dabei wollte ich auch meine hartnäckige Erkältung, die mich schon eine ganze Weile plagte, mit Wassertreten behandeln. Und siehe da – die Wasserkur hilft! Tatsächlich ging es mir mit der täglichen Abhärtung jeden Tag besser und am Ende der Radl-Woche bin ich ohne Halsbeschwerden nach Hause gefahren. In Gedenken an Sebastian Kneipp und aus Dankbarkeit für seine heilsamen Empfehlungen sind wir bei einem unserer Radausflüge dann auch den steilen Anstieg in den kleinen Weiler Stephansried bei Ottobeuren hinauf geklettert, um das Denkmal am ehemaligen Geburtshaus des Gesundheitsdoktors zu besuchen. Zu Hause in der Region Stuttgart gibt es auch schön gelegene Wassertretebecken in den stadtnahen Wäldern, z.B.am Buberlesbach in Botnang oder im Sindelfinger Sommerhofental. Mehr Informationen über die Kneipp Philosophie und die Kneippkur gibt es auf der Homepage des Kneippbundes.

Radregion Unterallgäu

Seit über 20 Jahren radeln wir mit unserer Rennrad-Gruppe, die wir „Umwerfer“ nennen, alljährlich für eine Woche durch die schönsten Landstriche in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Nach der weiten Anreise in den Süden Frankreichs im vergangenen Jahr wollten wir jetzt in der näheren Umgebung bleiben. So haben wir die Region Unterallgäu ausgewählt. Obwohl von Stuttgart aus nur etwa anderthalb Stunden mit Auto oder Bahn entfernt, kannten meine Radkameraden und ich diese herrliche Radregion kaum. Es war eine gute Wahl, denn die Landkreise Unterallgäu und das benachbarte Ostallgäu bieten alles, was Radlerherzen höher schlagen lässt – flache Täler zum Einrollen, moderate Anstiege auf gut ausgebauten, kaum befahrenen Straßen, aber auch knackige Steigungen bis 14%. Für jeden Geschmack und Trainingszustand kann man hier sehr reizvolle Radtouren zusammen stellen. Das Radportal Unterallgäu oder die in den Touristikbüros erhältliche kleine Radl-Broschüre und eine Radkarte der Landkreisverwaltung bieten dazu zahlreiche Vorschläge und Anregungen. Als Ausgangspunkte bieten sich die Städte Bad Wörishofen, Mindelheim und Ottobeuren an, oder die kreisfreie Stadt Memmingen. Gleich am ersten Tag bot uns der Prolog auf …

Eidechsen im Kessel

In unseren Großstädten kann man heute Tierarten entdecken, die dort kaum vermutet werden. Auch im Stuttgarter Kessel mit der Nähe zum Wald und den vielen grünen Inseln siedeln trotz Feinstaub und anderer Belastungen allerlei bedrohte Tierarten mitten in der City. Einige, wie der Juchtenkäfer in den Unteren Anlagen nahe des Bahnhofs haben bei den Auseinandersetzungen um das in der Stadt hochstrittige Bahnbauvorhaben Stuttgart 21 traurige Berühmtheit erlangt. Weniger bekannt, jedoch ebenso gefährdet sind die Lebensräume der auch auf der Roten Liste bedrohter Tiere stehenden Mauereidechsen. An der Zeppelinstraße gleich hinter dem Hölderlinplatz beobachte ich auf den kleinen Staffeln am Hang immer mit großer Freude die kleinen flinken Reptilien. Auf den Platten und Mauern dort finden sie ausreichend Wärme, Nahrung und Unterschlupf. Die Mauereidechsen leben im Stuttgarter Westen entlang der Gäubahntrasse bis hinauf auf den Birkenkopf, auch im Travertin-Park unweit der Wilhelma, und weiter im Neckartal bis nach Obertürkheim. Für die Bahntrasse nach Ulm wurde im vergangenen Jahr zwar der Planfeststellungsbeschluss verändert und um Natur-und Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt der am Neckar siedelnden Eidechsenpopulationen ergänzt. Aber ob …