Natur
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Eidechsen im Kessel

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In unseren Großstädten kann man heute Tierarten entdecken, die dort kaum vermutet werden. Auch im Stuttgarter Kessel mit der Nähe zum Wald und den vielen grünen Inseln siedeln trotz Feinstaub und anderer Belastungen allerlei bedrohte Tierarten mitten in der City. Einige, wie der Juchtenkäfer in den Unteren Anlagen nahe des Bahnhofs haben bei den Auseinandersetzungen um das in der Stadt hochstrittige Bahnbauvorhaben Stuttgart 21 traurige Berühmtheit erlangt.

Weniger bekannt, jedoch ebenso gefährdet sind die Lebensräume der auch auf der Roten Liste bedrohter Tiere stehenden Mauereidechsen. An der Zeppelinstraße gleich hinter dem Hölderlinplatz beobachte ich auf den kleinen Staffeln am Hang immer mit großer Freude die kleinen flinken Reptilien. Auf den Platten und Mauern dort finden sie ausreichend Wärme, Nahrung und Unterschlupf.

Die Mauereidechsen leben im Stuttgarter Westen entlang der Gäubahntrasse bis hinauf auf den Birkenkopf, auch im Travertin-Park unweit der Wilhelma, und weiter im Neckartal bis nach Obertürkheim.

Für die Bahntrasse nach Ulm wurde im vergangenen Jahr zwar der Planfeststellungsbeschluss verändert und um Natur-und Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt der am Neckar siedelnden Eidechsenpopulationen ergänzt. Aber ob den Eidechsen das Einfangen und die geplante Umsiedlung gut bekommen wird, bleibt abzuwarten.

Hoffen wir, dass wenigstens die anderen, noch verbleibenden intakten Lebensräume der Mauereidechsen im Stuttgarter Westen und in den Neckartalvororten erhalten bleiben.

Linktipps:

Wissenschaftliche Untersuchung über die Mauereidechsen in Stuttgart

Geänderter Planfeststellungsbeschluss zu Stuttgart 21 (Umsiedlung der Eidechsen)

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