Monate: August 2015

Schlaganfall – und dann?

Bislang hatte ich kaum eine Vorstellung, was es bedeutet, wenn sich für die Betroffenen nach einem Schlaganfall das Leben von einem Tag auf den anderen vollständig verändert. Jetzt habe ich über das Internet meinen alten Schulkameraden Wolfgang wieder getroffen, der schon als junger Mann nach Neuseeland ausgewandert ist, und erfahren, dass er vor Jahren einen schweren Schlaganfall („Stroke“) erlitten hatte. Wolfgang erzählt in seinem Buch „How to survive after a Stroke“ (über Amazon als e-book erhältlich) sehr eindrucksvoll von seinem Schicksal und dieser Wende in seinem Leben. Es ist sehr gut lesbar und auch mit weniger guten Englischkenntnissen zu verstehen. Auch andere „Strookees“ kommen darin zu Wort. Er hat viele Betroffene kennengelernt und lässt sie über ihre Erfahrungen berichten, weil jeder Fall eben anders liegt und auch jeder Mensch auf andere Weise mit dieser Veränderung umgeht. Der Text bleibt aber nicht bei den Erfahrungsberichten stehen, sondern vermittelt ganz nebenbei auch grundlegende Informationen über das, was bei einem Schlaganfall im Gehirn passiert und welche Auswirkungen dies für das weitere Leben der Betroffenen und deren Angehörige hat. …

Kunst und Schokolade – 10 Jahre Museum Ritter

Bei meinen Radausflügen und Wanderungen in den nahen Naturpark Schönbuch komme ich immer wieder auch bei RITTER SPORT in Waldenbuch vorbei. Den Blick ins Grüne vom Museums-Café habe ich bei Kaffee und Kuchen schon oft genossen, und im Schoko-Shop nebenan konnte ich einige Male auch nicht widerstehen. Im Kunstmuseum Ritter war ich bislang jedoch noch nie. Nun, zum 10 jährigen Bestehen dieses Jahr, wollte ich doch einmal auch der Kunst hier meine Aufmerksamkeit schenken und nicht nur den Köstlichkeiten drum herum. Der ansehnliche Museumsbau des Schweizer Architekten Max Dudler hinter den Fabrikations- und Verwaltungsgebäuden der Schokoladenfabrik besteht aus einem großen Quader mit einer mittigen Glasfront, die sich als Durchgang zum Naturschutzgebiet und zur Terrasse des Museumscafés weit öffnen lässt. Auch bei der umfangreichen Kunstsammlung von Frau Marli Hoppe-Ritter, der Miteigentümerin von RITTER SPORT, steht die geometrische Figur des Quadrates im Mittelpunkt. Zugegeben, ich war vor dem Besuch etwas skeptisch, denn mit geometrischer Kunst glaubte ich wenig anfangen zu können und mir schien die Verbindung vom Schoko-Marken-Slogan „Quadratisch-Praktisch-Gut“ zum Motto „Quadratisch.Praktisch.Kunst!“ ein wenig arg überstrapaziert. Insofern …

Jein zu Radwegen?

Auch wenn in den Städten auf kürzeren Entfernungen das Fahrrad nachweislich das beste und schnellste Verkehrsmittel ist, kann das Radfahren in der Stadt vielerorts immer noch ein großes Abenteuer sein – besonders auch in Stuttgart. Zwar hat sich in den letzten Jahren auch hier Einiges getan, wie die Stadt Stuttgart auf ihrer Homepage stolz berichtet, aber das Fahrrad hat in der Autostadt Stuttgart noch lange nicht den Stellenwert, den es als eines der überzeugendsten Verkehrsmittel für die Stadt auch hier haben müsste. Ob der Ausbau von Radwegen der richtige Weg zur Förderung des Radverkehrs ist, darüber wird recht kontrovers diskutiert. Die Positionen reichen von der strikten Verbannung des Radverkehrs auf Radwege bis zu der Haltung vieler Fahrradaktivisten, Radwege grundsätzlich zu meiden. Rechtlich wurde die Pflicht zur Nutzung von Radwegen in den letzten Jahren auch weiter gelockert. Ein kleines Video, auf dem ein selbstbewusster Radler sogar die vom Autoverkehr beherrschte „Stadtautobahn“ Hauptstätter Straße mit dem Fahrrad nutzt, hat mich anfangs irritiert, dann aber auch angeregt, meine bisherige Haltung pro Radwege zu überdenken. Egal, ob ich auf …

Kneippanlage ohne Wasser

Diese Tage war ich mal wieder auf dem Heimweg von einer Radausfahrt im Sindelfinger Wald unterwegs und dachte mir, eine kleine Abkühlung für die müden Füße wäre jetzt doch ganz angenehm. So bin ich in Erwartung eines angenehmen Fußbads zur schön gelegenen Sindelfinger Kneippanlage im Fuchsloch gefahren. Doch leider war kein Wasser da. Die Spaziergänger sagten mir, aufgrund der Hitze sei die Quelle versiegt. Ein Glück, dass es für die Kinder ganz in der Nähe einen Wassespielplatz gibt und gleich oberhalb der Kneippanlage das Sindelfinger Badezentrum. Im Internet fand ich dann unter www.kneippen-in-sindelfingen.de folgenden Hinweis: „Bei großer Hitze wie zur Zeit sind die Kneipp-Becken eine angenehme Abkühlung, jedoch geht auch die Wasserschüttung zusehends zurück, weil es sich leider nicht um einen Brunnenzulauf, sondern um Oberflächen-Wasser des Berges handelt, das bei einer anhaltenden Sommerhitze versiegen kann.“ Weitere Beiträge zu Kneippanlagen: Tretebecken Wassertreten

Fahr Rad in der Stadt – Critical Mass Stuttgart

Es ist schon ein komisches Gefühl mit dem Fahrrad auf den Stuttgarter Stadtautobahnen entlang zu fahren. – Was unter „normalen“ Umständen lebensgefährlich wäre, macht bei der Critical Mass Stuttgart – der Demonstrationen für eine fahrradfreundliche und damit lebensfreundlichere Stadt – richtig Spaß. Wie jeden ersten Freitag im Monat fanden sich auch gestern Abend – trotz des Hitzerekords – einige Hundert Fahrradfreunde am Feuersee ein, um mit Gleichgesinnten für das Radfahren in der Stadt zu werben. Schon beim Start am Feuersee herrschte eine recht lockere Stimmung. Man bestaunt Fahrräder aller Art, hält hier und da noch einen kleinen Plausch und stimmt sich mit dem eintreffenden bunten Völkchen der Radenthusiasten auf die Fahrt durch die Stuttgarter City ein. – Schön, dass auch einer meiner Rennradsportkameraden den Weg in die Stadt fand, und wir uns gemeinsam unter die Raddemonstranten mischen konnten. Vor dem Start geben die Organisatoren über Lautsprecher noch ein paar hilfreiche Hinweise zur Fahrweise und zur eigenen Verantwortung der TeilnehmerInnen bei der Demo. Zusätzlich begleiten freundliche Polizisten auf Motorrädern, unterstützt von eigens abgestellten Ordnern (sog. „Corker“) …

Kolpingchor im Museum

Ein guter Freund singt seit einigen Jahren im Kolpingchor Stuttgart – ein Männerchor mit langer Tradition und großem Repertoire, das von Opernchören, über traditionelles, anspruchsvolles Chorliedgut – bekannten und weniger bekannten Stücken, alten und modernen Schlagern bis hin zu Gospelliedern reicht. Chorkonzerte finden im Stuttgarter Kolpinghaus, in der Liederhalle und zuletzt im Naturkundemuseum Stuttgart statt. Die Wahl des Museums als Konzerthaus beweist, dass der Chor immer wieder mit außergewöhnlichen Darbietungen zu überraschen weiß. Nun lud der Chor nicht nur zum Konzert und zum Rundgang in das Naturkundemuseum ein, sondern zum „Panoptikum Curiosum“ und bot tatsächlich wie angekündigt „ein Kaleidoskop musikalischer Skurrilitäten“. Begonnen hat die Veranstaltung recht traditionell im Vortragssaal des Museums am Löwentor, wo ein „Custos“ das Publikum sprachgewaltig begrüßte und humorvoll ins Programm einführte. Unter der starken musikalischen Leitung von Annette Glunk begann nun temperamentvoll der ungewöhnliche Liedvortrag. Mit kleinen Wortbeiträgen und – spielereien zwischen den Liedern trug der Custos zur Unterhaltung bei und führte schließlich die zahlreichen Gäste hinaus ins Foyer, wo zunächst Brezeln, Bier und Wein, und später weitere Leckereien angeboten wurden. …

Mit dem Rennrad um Stuttgart

Der Rennradtourenführer „Raus aus Stuttgart“ von Bernd Jürgens aus dem Bruckmann Verlag bietet schöne Anregungen für Ausfahrten rund um die Schwabenmetropole. Der Autor kennt sich aus in diesem Revier. Die Beschreibungen sind gut nachvollziehbar und enthalten alles Wissenswerte zum Streckenverlauf und zu den Sehenswürdigkeiten am Rande der Tour. Über die Bruckmannverlags Homepage kann man sich sogar die GPS-Tourendaten herunterladen. Kaum jemand kennt sich im Südwesten der Region Stuttgart und im Nordschwarzwald jedoch besser aus als mein langjähriger Radsportfreund. Ihm sind die Tourenvorschläge aus dem Buch vertraut und er kennt viele weitere Alternativen. Eine gemeinsame Ausfahrt mit ihm und den anderen Radsportkameraden ist für mich immer ein großer Genuss. Die nachfolgend beschriebene Tour von heute ähnelt in Teilen der im Rennradführer von Bernd Jürgens als „Schokotour“ vorgestellten Tour 2. Von Stuttgart-Möhringen ging es zunächst durch die Streuobstwiesen am Rohrer Weg Richtung Süden. Auf den ehemaligen Bahnstrecke im Siebenmühlental ließen wir es rollen bis zum alten Bahnhof Steinenbronn. Ein kurzes Stück hinauf und am Ortseingang gleich scharf links. Auf ruhigen Wirtschaftswegen über die Felder nach Waldenbuch. An …