Fahrrad
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Jein zu Radwegen?

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Auch wenn in den Städten auf kürzeren Entfernungen das Fahrrad nachweislich das beste und schnellste Verkehrsmittel ist, kann das Radfahren in der Stadt vielerorts immer noch ein großes Abenteuer sein – besonders auch in Stuttgart.

Zwar hat sich in den letzten Jahren auch hier Einiges getan, wie die Stadt Stuttgart auf ihrer Homepage stolz berichtet, aber das Fahrrad hat in der Autostadt Stuttgart noch lange nicht den Stellenwert, den es als eines der überzeugendsten Verkehrsmittel für die Stadt auch hier haben müsste.

Ob der Ausbau von Radwegen der richtige Weg zur Förderung des Radverkehrs ist, darüber wird recht kontrovers diskutiert. Die Positionen reichen von der strikten Verbannung des Radverkehrs auf Radwege bis zu der Haltung vieler Fahrradaktivisten, Radwege grundsätzlich zu meiden. Rechtlich wurde die Pflicht zur Nutzung von Radwegen in den letzten Jahren auch weiter gelockert.

Ein kleines Video, auf dem ein selbstbewusster Radler sogar die vom Autoverkehr beherrschte „Stadtautobahn“ Hauptstätter Straße mit dem Fahrrad nutzt, hat mich anfangs irritiert, dann aber auch angeregt, meine bisherige Haltung pro Radwege zu überdenken.

Egal, ob ich auf kleineren Landstraßen mit dem Rad unterwegs bin oder auf verkehrsreichen Straßen in der Stadt, fühle ich mich durch den starken Autoverkehr in der Region stets unwohl und nutze – so weit vorhanden – Radwege.
Trotzdem ich von der schlechten Qualität und Streckenführung der Radwege oft genervt bin, habe ich noch zu wenig Vertrauen in den Autofahrer und seine Bereitschaft und Fähigkeit zur Akzeptanz und Rücksichtnahme gegenüber dem Radfahrer. Auf den Straßen regiert meist doch die Macht des Stärkeren – ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Mir ist andererseits aber auch klar, dass die Verbannung des Fahrrads auf den Radweg überhaupt nichts an der grundsätzlichen Dominanz des Autoverkehrs ändern wird. Von daher, sehe ich durchaus Sinn in der Forderung vieler Radaktivisten, den Radweg zu meiden und auch mit dem Rad immer die Straße zu nutzen.

Die 10 Gebote des sicheren Radfahrens von Bernd Sluka überzeugen mich. Mir fehlt oft nur der Mut, auf der Straße zu fahren. Lieber weiche ich verkehrswidrig auf den Gehweg aus und steige nur dann vom Rad ab, wenn es ganz eng wird. – Klar, das ist auch keine Lösung!
Die Stadt und ihre Straßen gehören uns allen, also nutzen wir sie auch mit dem Fahrrad!
Mal schauen, ob ich es kann? Wenn nicht, werde ich mich über jeden gut ausgebauten Radweg freuen.

Linktipps zum Thema und Radfahren in Stuttgart:

critical mass Stuttgart
dasfahrradblog.blogspot.de
http://carl-vs-karl.de

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