Gesundheit
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Schlaganfall – und dann?

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Bislang hatte ich kaum eine Vorstellung, was es bedeutet, wenn sich für die Betroffenen nach einem Schlaganfall das Leben von einem Tag auf den anderen vollständig verändert.
Jetzt habe ich über das Internet meinen alten Schulkameraden Wolfgang wieder getroffen, der schon als junger Mann nach Neuseeland ausgewandert ist, und erfahren, dass er vor Jahren einen schweren Schlaganfall („Stroke“) erlitten hatte.

Wolfgang erzählt in seinem Buch „How to survive after a Stroke“ (über Amazon als e-book erhältlich) sehr eindrucksvoll von seinem Schicksal und dieser Wende in seinem Leben. Es ist sehr gut lesbar und auch mit weniger guten Englischkenntnissen zu verstehen.

Auch andere „Strookees“ kommen darin zu Wort. Er hat viele Betroffene kennengelernt und lässt sie über ihre Erfahrungen berichten, weil jeder Fall eben anders liegt und auch jeder Mensch auf andere Weise mit dieser Veränderung umgeht.
Der Text bleibt aber nicht bei den Erfahrungsberichten stehen, sondern vermittelt ganz nebenbei auch grundlegende Informationen über das, was bei einem Schlaganfall im Gehirn passiert und welche Auswirkungen dies für das weitere Leben der Betroffenen und deren Angehörige hat. Die Balance zwischen den authentischen Schilderungen der Betroffenen und der Darstellung und Beschreibung  der komplexen körperlichen, geistigen und seelischen Auswirkungen eines Schlaganfalls gelingt Wolfgang in diesem Text sehr überzeugend.
Dabei redet er nicht lang um den heißen Brei herum, sondern benennt klar und direkt, dass ein schwerer Schlaganfall das bisherige Leben komplett verändert und man fast alles neu erlernen muss. Er trifft hier genau den richtigen Ton, auch wenn er über heikle oder intime Themen ( z.B. Sexualität) spricht. Auf dem mühsamen Weg nach einem Schlaganfall müssen gewaltige Hindernisse überwunden werden. Zuvorderst ist da die Herausforderung für die eigene Persönlichkeit, mit der neuen Lebenssituation fertig zu werden, dann gilt es, reichlich vorhandenen Stolpersteine im Alltag zu überwinden, und letztendlich auch den leider immer noch weit verbreiteten Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderungen zu begegnen. Es ist verständlich, dass viele Menschen daran verzweifeln und in Depression fallen können – auch die Angehörigen.

Wolfgang kann heute offen über seine Erfahrungen sprechen, und sein Buch vermittelt für all jene Hoffnung, die mit ihrem Schicksal hadern mögen.

Das Buch „How to survive after a stroke“ ist sehr zu empfehlen. Beim aufmerksamen Lesen erfährt man viel über den Schlaganfall und seine Folgen, aber mehr noch über sich und das Leben selbst.

Heute engagiert sich Wolfgang in vielfältiger Weise für andere Betroffene, nicht nur mit seinem Buch und in diversen Vorträgen. Auch als Mentor ist er tätig und hilft in Einzelfällen den Betroffenen und ihren Angehörigen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Linktipp:

Wolfgang Wolf, der Stroke Mentor

Wolfgangs Blog „Das Glas ist halbvoll“

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