Ausstellungen, Fotografie
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Fotojournalismus – Pionierin Marie Goslich

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Diesen Sonntag konnte ich noch am letzten Öffnungstag eine feine Ausstellung im Schönbuch-Museum Dettenhausen besuchen – über Marie Goslich, eine erst vor wenigen Jahren wieder entdeckte Pionierin des Fotojournalismus.

Die Ausstellung in Dettenhausen entstand im Rahmen eines Studien-Projekts am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen unter Leitung von Dr.Ulrich Hägele.

Die kleine Schau war sehr liebevoll gestaltet. Auf Schautafeln und über Audioplayer wurde die Lebensgeschichte von Marie Goslich vorgestellt, und eine Auswahl ihrer Fotos gab Einblick in ihr fotografisches Werk. Einige Alltagsgegenstände aus der Zeit zu Beginn des 20.Jahrhunderts vermittelten den Besuchern Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse.
In Dettenhausen wurde Marie Goslich aber nicht zum ersten Mal in der Region Stuttgart der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Mai diesen Jahres war schon in Böblingen ein Vortrag über die Grande Dame des Fotojournalismus von Krystyna Kauffmann zu hören.

Der Kulturwissenschaftlerin Krystyna Kauffmann haben wir es zu verdanken, dass wir von der hervorragenden Fotografin und Journalistin heute überhaupt noch etwas erfahren dürfen. Sie ist vor einigen Jahren auf einen Teil des Fotonachlasses von Marie Goslich gestoßen, hat diesen kulturellen Schatz gehoben, sowie Leben und Werk der Pionierin systematisch erforscht.

Mittlerweile hat sie eine Homepage über Marie Goslich angelegt, die alles Wissenswerte zur Person, sowie Informationen zu Werk-Publikationen und Ausstellungen enthält.

Marie Goslich war eine engagierte Frau, die sich für die „kleinen Leute“ einsetzt.
So werden ihre Arbeiten heute mit August Sander, dem berühmten Porträtisten der Menschen des 20. Jahrhunderts, in Beziehung gebracht und mit der Bewegung der Arbeiterfotografie.

Mich haben die Porträts von Marie Goslich auch angesprochen, mehr aber noch die Arbeiten, in denen sie die Veränderungen der baulichen Umwelt im Zuge der gewaltigen Zunahme der städtischen Bevölkerung kritisch dokumentiert.
Das, was heute gigantisch in den Megacitys Asiens und Afrikas geschieht (u.a. fotografisch bearbeitet von Konzept-Künstlern wie Ai Weiwei), hat Marie Goslich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Berlin beobachtet und mit ihrer Kamera festgehalten.

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