Ausstellungen, Kultur
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Jazz, Jazz, Jazz

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Eben habe ich mir in Stuttgart noch die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum angeschaut, da treffe ich heute im Circulo Bellas Artes in Madrid wieder auf Jazz.

Man kann Stuttgart und Madrid nur gratulieren. „I got rhythm“ im Kunstmuseum Stuttgart und „Ahora Jazz“ im Circulo Bellas Artes Madrid sind faszinierende Bilder-Schauen, die den Rhythmus der Musik spüren lassen und richtig Lust auf Jazz machen.

Die Stuttgarter Ausstellung gibt einen tollen Einblick in die Geschichte des Jazz. Insbesondere die frühe Rezeption in Deutschland in den sogenannten goldenen 20ger Jahren wird in den gezeigten Bildern lebendig. Die Stimmung des neuen Musikstils drückt sich in der Formen und Farbenvielfalt der Gemälde aus. Viele Maler dieser Zeit, wie Otto Dix und seine Weggefährten waren begeistert vom Jazz.
Im Nazideutschland wurde dann die neue Musik als „Negermusik“ diffamiert und mit der modernen Malerei als entartete Kunst verboten.

Die Wiederbelebung in der Nachkriegszeit hatte vielfach weiter mit Vorurteilen zu kämpfen, eroberte sich aber dann doch wieder ihren Platz in neu gegründeten Jazzclubs und Ateliers der 50ger und 60ger Jahre. Der neue gegründete Südwestfunk mit seinem jazzbegeisterten Redakteur Joachim Berenndt konnte mit regelmäßigen Jazzsendungen im Hörfunk und später im Fernsehen einen wesentlichen Beitrag zur Durchsetzung des Jazz leisten. In der Ausstellung werden auf Monitoren einige dieser frühen Fernsehsendungen gezeigt. Da staunt man nur, wie fortschrittlich dieser Sender in den frühen 60ger Jahren war, aber auch wie Berenndt damals noch unbedarft von „Negern“ sprach, wo uns heute dieser diffamierende Begriff nicht mehr über die Lippen geht.

Spannend, dass etliche Plattencover gezeigt werden, die von bedeutenden Künstlern dieser Zeit gestaltet wurden.

Die Ausstellung in Stuttgart beansprucht drei Etagen des Museumsbaus und ist so umfangreich, dass man sich für den Besuch schon etwas Zeit einplanen sollte. Im Begleitprogramm werden gute Konzerte angeboten, u.a. mit Wolfgang Dauer und seinem Sohn Flo Dauer am Schlagzeug.

Bei „Ahora Jazz“ in Madrid werden auch Jazzkonzerte gegeben und interessante Filme gezeigt. Die Ausstellung umfasst 150 großartige Aufnahmen der bekanntesten Jazzvirtuosen aus den 40ger und 50er Jahren. Ergänzt werden diese noch durch Zeichnungen und Aquarelle von Hermenegildo Sábat – ein Künstler und Jazzfreund aus Argentinien.

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