Jahr: 2016

Chile entdecken und Spanisch lernen

Vor einem Jahr um diese Zeit habe ich mich recht spontan für einen längeren Aufenthalt in Chile entschieden und mit Hilfe der Vermittlungsagentur Chile-Inside kurzfristig eine Gastfamilie, eine Sprachschule und eine ehrenamtliche Tätigkeit in der quirligen Hafenstadt Valparaiso in Zentralchile gefunden. Für mich waren die 8 Wochen in Chile eine tolle Zeit, die ich so schnell nicht vergessen werde. Auf Anregung meiner Spanischlehrerin in Stuttgart habe ich auch für die Sprachlernzeitschrift ECOS ein paar Eindrücke auf Spanisch zusammen gefasst. In der soeben erschienenen ECOS Januar Ausgabe für 2017 ist nun mein Beitrag erschienen: Mehr über meine Chilereise auf deutsch: Sprachkurs in Chile Meine Gastfamilie Aufarbeitung der Pinochet-Diktatur Chiles Fahrradbewegung Menschen, die auf der Straße leben Die Häuser des Dichters Pablo Neruda Wandern in den Anden Nationalpark La Campana

Sensation in Marbach vorgestellt

Zum Abschluss der Schillerwoche öffnen die beiden Marbacher Literaturmuseen wieder ihre Türen in die Welt der Literatur. Da ist die Seele des Archivs mit seinen Unmengen an Exponaten, die Literatur und die Entstehung von Literatur den Bücherfreunden begreifbar machen. Das vielfältige Tagesprogramm mit allerlei Führungen und Vorträgen in den Literaturtempeln bot mit einer spannenden Unterhaltung über Ruth Landshoff-Yorck gleich zu Beginn ein Highlight an, für den sich der Ausflug zur Marbacher Schillerhöhe an diesem sonnigen Herbsttag bereits gelohnt hat. Die Basis des Gesprächs war ein erst vor kurzem in Marbach eingetroffener Dachbodenfund aus Amerika mit Briefen, Manuskripten und Fotos aus dem Nachlass der schillernden Bohème-Lady. Jan Bürger und Heike Gfrereis vom Literaturarchiv und der Schriftsteller Thomas Meinecke nahmen die Zuhörer mit auf eine aufregende Zeitreise und ließen sie teilhaben am Stöbern in dem neu erworbenen Nachlass und an den literarisch und künstlerisch hochinteressanten Entdeckungen. Stück für Stück flochten sie mit kleinen Anekdoten und allerlei Hintergrundinformationen ein Netz von Querbezügen zu anderen Künstlern und deren Nachlässen aus dem Marbacher Archiv, so dass von Ruth Landshoff-Yorck und …

Bei Benfica Lissabon

Nach vielen Jahren besuchen wir mit lieben Freunden wieder Portugals bunte Hauptstadt Lissabon. Klar wollten wir als alte Fußballfans da gerne auch zu Benfica in das herrliche Estádio da Luz. Obwohl das Stadion am Freitagabend beim Spiel der Primeira Liga gegen den Tabellenzehnten aus Portugals Norden, Paçaos Ferreira, mit über 50.000 Zuschauern gut besucht war, hatten wir kein Problem, an der Stadionkasse noch zwei Karten für uns zu bekommen. Die Stimmung war vor dem Match schon ausgezeichnet, und als dann der Benfica-Adler im weiten Rund der roten Stadionschüssel seine Runden drehte, um schließlich am Anstoßpunkt zu landen, jubelten die Adler-Fans tausendfach ohrenbetäubend – ein Vorgeschmack dessen, was wohl nach einem Tor der „Adler“ zu hören sein wird. Die ersten Akzente in den Anfangsminuten setzen zunächst aber die in ihren knallgelben Jerseys mutig auftretenden Gäste. Die „Biber“, wie die Spieler aus Ferreira in Anspielung an die dortige Holz-und Möbelindustrie genannt werden, versteckten sich keineswegs und gestalteten das Spiel in den ersten 20 Minuten noch recht ausgeglichen. Mehr und mehr setzte sich dann aber die spielerische Klasse …

Zum Museum Ritter wandern

Mit dem Rad fahren wir von Musberg aus meistens die schnelle ehemalige Bahntrasse durchs Siebenmühlental hinunter um nach Waldenbuch und dort ins Museumscafé Ritter zu kommen. Zu Fuß haben wir vor ein paar Wochen an einem herrlichen Spätsommertag einen anderen Weg gewählt. Aus dem Talgrund in Musberg ging es an der Jugendfarm zunächst steil hinauf in den Wald, wo wir den Weg geradeaus Richtung Steinenbronn wählten. In den Wipfeln rauschte kein Wind, aber ganz nah über den Baumkronen und unseren Köpfen die zur Landung auf dem Stuttgarter Flughafen ansetzenden Flieger. Das übertönte zwar alles und dennoch empfanden wir dieses Spektakel zwischen den Baumwipfeln irgendwie auch ganz unterhaltsam. Bald aber ließ der Fluglärm nach, und der Weg führte steil hinab zum Klingenbach mit seinem wilden Naturerlebnispfad und schließlich zum idyllisch gelegenen Sulzbachstausee. Von dort war es dann nur noch ein kurzes Stück hinunter ins Aichtal mit der Straße zwischen Schönaich und Waldenbuch. Diese querten wir an der Oberen Rauhmühle und kamen direkt dahinter auf den Museumsradweg, der sich über fast 40 km von Weil der Stadt bis …

WestkaiART stellt aus

Das Haus am Kelterberg in Stuttgart-Vaihingen ist Treffpunkt, Atelier und Galerie. Für den Stadtbezirk trägt es immer wieder mit spannenden Veranstaltungen zur kulturellen Vielfalt bei. Während im Erdgeschoss Vokalmusik dargeboten wurde, fanden sich in den Atelierräumen gestern Abend zahlreiche Besucher zur Ausstellungseröffnung der KünstlerInnen von WestkaiART ein. In ihrer Werkschau „Fliessgeschwindigkeiten“ zeigen Birgit Artzt, Monika Doleski, Britta Neuberger, Jo Schöffend, Ingrid Schwarz und Gerda Sczesny am Vaihinger Kelterberg noch bis zum 30.Oktober 2016 einen Ausschnitt ihres aktuellen Schaffens.

Nach Tübingen rollen

Vor einem Jahr habe ich über den Neubau des Radweges durch den Schönbuch nach Tübingen berichtet. Seit Frühjahr diesen Jahres ist der neue Radweg von Dettenhausen nach Tübingen fertiggestellt. Nachdem ich ihn nun in beide Richtungen befahren habe, kann ich sagen, dass er recht gut gelungen ist – feiner Belag, breit genug für den Radgegenverkehr und mit einem kleinen Grünstreifen ausreichend von der Autofahrbahn abgegrenzt. Sicher, ist gibt schönere und vor allem ruhigere Routen durch den Schönbuch, aber wenn es schnell gehen soll, ist diese direkte Verbindung auf geteertem Weg eine gute Wahl. An der Kreuzung Kälberstelle, wo sich die Landesstraße mit der Bundesstraße B464 von Böblingen nach Waldorfhäslach über einen Kreisverkehr kreuzt, schwenkt der Radweg zunächst ein kleines Stück gen Westen. Dort muss man mit Rad die Fahrbahnseite der stark befahrenen Bundesstraße wechseln. Für meine Begriffe keine ideale Lösung, weil die Kraftfahrzeuge an dieser Stelle bereits wieder recht schnell unterwegs sind. Wünschenswert wäre an dieser Stelle ein noch besserer Schutz für die Radfahrer. Zu verbessern ist auch noch die Teilstrecke zwischen Waldenbuch und Dettenhausen. …

Radbahn Münsterland

Zu Besuch bei alten Freunden im Münsterland haben wir auch einige schöne „Pättkestouren“ gemacht und dabei die Radbahn Münsterland kennen gelernt. In dieser Saison sind wir bereits auf mehreren ehemaligen Bahntrassen geradelt. Die Ausbau und die Qualität der Strecken sind recht unterschiedlich. Von sehr gutem Asphalt bis zu einfachen Waldwegen mit Sand oder Schotterbelag ist alles vertreten. Teilweise sind die Strecken recht kurz. Dann eignen sie sich eher für eine gelegentliche Spazierfahrt oder als Teilstrecke einer größeren Radausfahrt. Andere Strecken, wie die Radbahn Münsterland, die die Städte Coesfeld und Rheine miteinander verbindet, verfügen über Streckenlängen, die bereits als einfache Strecke mit 40 km eine ordentliche Distanz aufweisen, und hin-und zurück dann eine prima Trainingsstrecke ergeben, um Radkilometer zu machen und Kondition aufzubauen. Primär sind die ehemaligen Bahntrassen aber für die Radtouristik ausgelegt – auch die Radbahn Münsterland. Sie ist sehr gut ausgebaut, breit genug , um mit dem Gegenverkehr nicht in die Quere zu kommen, mit historischen Erinnerungsorten und touristischen Hinweistafeln versehen und insgesamt wunderbar in die herrliche Parklandschaft des westlichen Münsterlandes eingebettet.

Ein ganzer Tag nur Wald

Nachdem ich den nahe gelegenen Naturpark Schönbuch für mich als Wanderparadies wiederentdeckt hatte, kam die Einladung der Reutlinger Förster zu einer ganztägigen Schönbuch-Wanderung wie gelegen. Sommerliche Temperaturen an diesem späten Septembertag boten ideale Voraussetzungen einen ganzen Tag wandernd im Wald zu verbringen. Die Wandergruppe, die sich frühmorgens am Bahnhof in Unterjesingen bei Tübingen eingetroffen hatte, war bunt gemischt, nicht allzu groß, und die TeilnehmerInnen allesamt recht entspannt. Nach einer kurzen Erläuterung der Wanderstrecke durch die beiden Führer, die Forstdirektoren Gamerdinger und Kemmner, ging es sofort los und den südlichen Schönbuchhang durch die Weinberge steil hinauf. Oben angelangt hielten wir kurz inne. Vor uns die satten Reben, unten das weite Tal der Ammer in leichten Morgennebel gehüllt, die Wurmlinger Kapelle wie eh und je exklusiv auf ihrem Solitär thronend und dahinter im Dunst die markante Kette der Schwäbischen Alb. Ein paar bunte Heißluftballons am Himmel verliehen diesem feinen Landschaftsbild weitere Farbtupfer und stimmten uns ein auf einen schönen Tag. Nun, die vor uns liegende ca. 32 km lange Wanderstrecke zollt mir schon etwas Respekt ab. Zwar bin …