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Erinnerung und Menschenrechte

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Heute habe ich in Santiago de Chile das Museo de La Memoria y Derechos Humanos besucht.

Auch in Deutschland wissen wir, welch sensibles Terrain Gedenkstätten und Erinnerungskultur darstellen können. Bei vielen Projekten wurde hier oft auch ziemlich kontrovers um das „richtige“ Konzept gerungen. Dies war beim Holocaust Denkmal in Berlin der Fall, im Vorfeld um die Errichtung des NS-Dokumentationszentrums in München und bei vielen kleineren regionalen Projekten ebenfalls.

Unrecht aufzuarbeiten, ist ein schmerzhafter Prozess, da schleichen sich selbst bei an sich in guter Absicht initiierten Projekten machmal gewollt oder ungewollt Anteile von Verdrängung bis hin zur Verleugnung ein.

Auch die Aufarbeitung der Dramen in der jüngeren Geschichte Chiles während der Zeit der Pinochet-Diktatur war und ist immer noch eine harte Arbeit für die chilenische Gesellschaft. Wie auch in Südafrika haben hier die sogenannten Wahrheitskomitees eine wichtige Rolle gespielt.
Das erst vor etwa 5 Jahren eröffnete Museum der Erinnnerung und der Menschenrechte in Santiago de Chile dokumentiert diese Aufarbeitung und zeigt gerade auch der jüngeren Generation das Leid tausender Chilenen während der Diktatur auf.

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Für mein Empfinden ist die Umsetzung des didaktischen Konzepts der Dauerausstellung sehr gut gelungen. Besonders gut gefällt mir, dass hier die Verletzung der Menschenrechte nicht nur isoliert in Chile betrachtet wird, sondern gleich im Eingangsbereich des Museums mit einer Weltkarte aus Fotos gezeigt wird, dass es leider immer wieder und auch aktuell überall auf der Welt zu schlimmen Menschenrechtsverletzungen kommt und wir weiter für die Einhaltung der Menschenrechte kämpfen müssen.

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  1. Pingback: Chile entdecken und Spanisch lernen – Theos Life

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