Monate: Mai 2016

Corbusier Revisited

Gut dass ein Tisch mit Getränken draußen auf dem Gehweg stand, denn sonst hätte ich den Veranstaltungsort für die Vernissage zu „Corbusier Revisited“ doch glatt übersehen. So unscheinbar und etwas zurückversetzt an der Straßenecke liegt die kleine Weissenhofwerkstatt im Haus Mies van der Rohe, das zur Zeit durch ein Baugerüst auch etwas verfremdet ist. Die Fotoausstellung „CORBUSIER REVISITED“ , die nur für zwei Tage hier zu sehen war, finalisiert und dokumentiert ein recht bemerkenswertes Studienprojekt, und die Ergebnisse dieser visuellen Forschungsreise der Studenten Katrin Bauer, Yannic Heintzen und Marvin Maurer in der Weissenhofsiedlung Stuttgart wurden hier nun vorgestellt. Angeregt durch das Buch „Thanks for the view, Mr. Mies“ mit Bildern und Texten von Bewohnern und Besuchern des Lafayette Parks Detroit und angeleitet durch ihre Professorin Karin Jobst von der Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik Freiburg waren die Studenten zunächst daran interessiert mehr über die Geschichte der Weissenhofsiedlung und ihrer außergewöhnlichen Architektur zu erfahren, um sich dann der Architektur auf eine ganz persönliche Weise zu nähern. Bei dieser Herangehensweise, so Karin Jobst, sollte das …

Wandel mit Ge-NUSS

Heide von der Natur-und Umweltschutzgruppe NUSS des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Stuttgart hat zur Frühjahrswanderung eingeladen – auf uralten Wegen aus dem Neckartal auf die Wangener Höhe. Schon im Herbst waren wir auf den Wandel und Wegen unterwegs, und auch jetzt ist es wieder ein Ge-NUSS, diesen alten Pfaden zu folgen. Überall gibt es etwas Neues zu entdecken, insbesondere wenn kompetente Leute die Gruppe begleiten und den einen oder anderen Hinweis geben. Dieses Mal war Wolf-Dietrich Paul dabei, der die Wege in-und auswendig kennt und sein Expertenwissen gerne teilt. Als ehemaliger Leiter des Umweltamtes der Stadt Stuttgart, war er massgeblich verantwortlich für die Wiederherstellung dieses historischen Wandel-Wegenetzes. Die Bezeichnung „Wandel“, erklärt er, habe nichts mit freudvollem „Lustwandeln“ zu tun, der Name stamme vermutlich von der Bezeichnung der Flurstücke – den Gewannen. Immer war es harte Arbeit, diese steilen Hanglagen zu bewirtschaften. Und auch die gemeinsame Aktion der Stadt Stuttgart, der Obst-und Gartenbauvereine und der privaten Gartenbesitzer, die verfallenen Pfade wieder in ein begehbares Wegenetzes zu verwandeln, stellte eine große Herausforderung dar. Dass dies gelungen ist, …

Kunst im Dreieck

Was ist denn hier los – auf der Höhe in Stuttgart-Degerloch? In der bevorzugten Wohngegend nahe der Waldau – Ecke Ahornstraße/Felix-Dahn-Straße – Dutzende von Menschen mitten auf der Straßenkreuzung – und das bei eisiger Kälte und strömenden Regen. „Kunst im 3eck“ ist auf einem Flyer zu lesen. Die Ateliers von Petra Steidel Wokeck und Ingrid Schwarz sowie die Adolf Hölzel-Stiftung öffnen ihre Türen und laden Freunde, Nachbarn und alle Kunstinteressierten erstmalig ein, Einblick in ihre Räumlichkeiten an dieser Kreuzung zu nehmen. Diese gute Idee fand am verregneten letzten Aprilwochenende regen Zuspruch, und im Laufe des Tages nutzten mehrere Hundert Menschen die Gelegenheit zum Besuch der Künstlerateliers und des ehemaligen Wohnhauses vom einstigen Stuttgarter Akademiedirektor Adolf Hölzel. In diesem Dreieck fanden die Besucher nun ganz verschiedene Ansätze des Kunstschaffens vor. Während Petra Steidel Wokeck durch ihre großformatigen farbigen Pflanzenfotografien bekannt ist, arbeitet Ingrid Schwarz vornehmlich gegenstandslos mit unterschiedlichster Mal-und Mischtechnik. Die Adolf-Hözel-Stiftung hat sich wiederum gemeinsam mit den Erben Adolf Hölzels zum Ziel gesetzt, sein ehemaliges Degerlocher Wohnhaus zu öffnen und zu einer Erinnerungsstätte an Adolf …

Ökomobilität- Nachbarschaft in Bewegung

Eine kleine Schar interessierter Zuhörer lauscht gespannt auf die erstaunlichen Geschichten, die Dr. Konrad Otto-Zimmerman aus Südkorea und Südafrika zum Kolloquium des Instituts für Städtebau an der Universität Stuttgart mitgebracht hat. Auf sehr sympathische Art und mit beeindruckenden Bildern konnte der Referent in seinem Vortrag über „Ecomobility World Festivals als Instrument der Stadtentwicklung – Zukunft heute!“ ein wenig von der Lebendigkeit dieser einzigartigen urbanen Experimente in Suwon/Südkorea und Johannesburg/Südafrika in den nüchternen Seminarraum des Stuttgarter Uni-Hochhauses an der Keplerstrasse übertragen. Konrad Otto-Zimmermanna, der Kreativ Direktor der Urban Idea GmbH aus Freiburg, verfügt über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung von lebenswerten städtischen Umwelten. Schon in den 70iger Jahren war er beim Umweltministerium verantwortlich für das Bundesmodellprojekt „Fahrradfreundliche Stadt“. Als Generalsekretär von ICLEI, einem weltweitem Verband von Kommunen, die sich der Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in besonderer Weise verpflichtet haben, hat Konrad Otto-Zimmermann später weltweit Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten beraten und unterstützt. Bei „Urban Idea“ schließlich entwarf er mit einem jungen Team die Idee der „Ökomobilitäts Festivals“. Dabei wird in einem normalen Stadtquartier ein Monat …