Monate: Juli 2016

Top Schwarzwald Rennradrunde

Die landschaftlich reizvolle Region um die Stadt Nagold ist meinem Radsportfreund wohl vertraut. Von früheren gemeinsamen Ausfahrten habe ich auch noch einige besonders schöne Strecken in Erinnerung, u.a. das einsame Zinsbachtal. Klar habe ich seinem Tourvorschlag in diese Region sofort zugestimmt: Gestartet sind wir im südlichen Nagolder Stadtteil Iselshausen, folgten von dort zunächst einem neu angelegten schattigen Radweg im Waldachtal Richtung Unterschwandorf und Oberschwandorf, um später auf wenig befahrener Straße über Beihingen, Bösingen mäßig ansteigend nach Pfalzgrafenweiler zu fahren. Dort entdeckten wir etwas abseits am Ortsende auf einem Privatgrundstück einen alten Schienenbus der Deutschen Bahn. – Erinnerungen an alte Zeiten; mit diesem Diesel-Schienenbus ist mein Freund jahrelang zur Schule gefahren. Auf der Höhe überquerten wir die Bundesstraße B28, um sofort steil hinab ins Zinsbachtal zu rollen. Dieses wohl zu den schönsten Tälern im nördlichen Schwarzwald zählende Tal bin ich bislang immer nur hinauf gefahren. Die Abfahrt auf dem Sträßchen mit inzwischen sehr gutem Teerbelag ist aber auch ein absoluter Genuss. Leider hat die idyllisch gelegene Wirtschaft „Zinsbachstube“ nur noch an den Wochenenden geöffnet. Aber wir waren …

Tour de France in Stuttgart

Heute rollt das Peloton der Tour de France zur Abschlussetappe wieder die Champs-Élysées entlang. Am Gesamtclassement der Grand Boucle wird sich wie immer auf der letzten Etappe nichts mehr ändern. Mit großem Vorsprung ausgestattet ist Christopher Froome der Sieg der diesjährigen Tour nicht mehr zu entreißen. 30 Jahre ist es nun her, als auch mich das Tourfieber gepackt hatte. Als im Jahr 1987 der umtriebige Journalist und Radsportveranstalter Winfried Holtmann aus Sindelfingen eine Touretappe nach Stuttgart holte, konnte ich mir das Tour de France-Spektakel direkt vor der Haustür anschauen – am Botnanger Sattel, wo die Rennfahrer die Kräherwaldstraße entlang brausten. Nachdem ich dort damals mit meiner kleinen Tochter eine ganze Weile auf die Tourkarawane gewartet hatte, war der Spaß auch rasch schon wieder vorbei, denn die Rennfahrer sind in weniger als einer Minute an uns vorbei gerauscht. So wie Tausende an den Straßen in Frankreich hat mich 1987 dieses Radsportereignis auch in Stuttgart in den Bann gezogen. Damals war der populäre Frankfurter Dietrich Thurau im Peloton dabei, und auch der junge Rolf Gölz aus Oberschwaben …

Offene Grenzen

Schengen ist heute aktueller denn je. Es ist  ein positives Symbol für Reisefreiheit, die Abschaffung von Grenzen und für Frieden in Europa. Das Schengen-Abkommen ermöglicht in Europa seit über 30 Jahren Reisen ohne Grenzkontrollen und steht für die Idee der offenen Grenzen. Mit meinen Radsportkameraden  sind wir bei unserem Ausflug in das Saarland dem Leservorschlag „Kleiner Grenzverkehr“ aus einer alten Ausgabe des TOUR-Magazins (Heft 12/2000) gefolgt, um das Saar-Mosel Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg zu besuchen. Gestartet sind wir einige Kilometer oberhalb der Saar im kleinen Merziger Stadtteil Mondorf. Von hier gelangten wir rasch hinauf zur französischen Grenze bei Waldwisse und fuhren mit weitem Blick in das Nachbarland über Launstroff – Ritzing – Manderen hinunter nach Apach an der Mosel. Im Tal erreichten wir rasch das Dreiländereck und die Brücke hinüber nach Schengen/Luxemburg. Direkt an der Mosel hielten wir vor dem Europa-Museum zur Geschichte des Schengener Abkommens an einem Denkmal aus Teilen der Berliner Mauer inne, dachten an  die leidvolle europäische Geschichte und freuten uns über die offenen Grenzen heute. Wir folgten dem herrlichen Moselradweg flussabwärts …

Radeln auf alten Bahntrassen

Eben komme ich von unserer diesjährigen Tourenwoche mit meinen Radsportkameraden aus dem Saarland zurück und bin erneut sehr angetan von dieser landschaftlich reizvollen Region. Das hügelige St.Wendeler Land im nordöstlichen Teil des Saarlandes kannte ich schon von einem früheren Kuraufenthalt, und einige Touren waren mir aus dieser Zeit in besonderer Erinnerung geblieben. Radfahren auf ehemaligen Bahntrassen kann ein wahrer Genuss sein, und mit dem Wendelinus Radweg vom Bahnhof St.Wendel auf die Höhen um Tholey befindet sich im oberen Bliestal eine sehr gepflegte, etwa 12km lange herrliche Trasse zum Einrollen und Aufwärmen. Nördlich des Freizeit-und Erholungsgebiets am Bostalsee, in Freisen, beginnt in wunderschöner Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Saar-Hunsrück der Fritz-Wunderlich-Radwanderweg – eine weitere schöne Radroute auf der alten Bahntrasse nach Kusel in Rheinland-Pfalz. Wenn man auf diesem zwar nicht geteerten, aber auch mit Rennrädern sehr gut befahrbaren Weg die 26km nach Kusel hinabrollt, muss man die Ingenieurs- und Vermessungskunst der frühen Eisenbahnkonstrukteure schon sehr bewundern und ist dankbar, dass uns nach Aufgabe der Bahnverbindung hier so ein schmucker Radweg hinterlassen wurde. Es erstaunt nicht, dass diese beiden …