Natur, Reisen
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Nationalpark Stilfser Joch

Blick von der Suldenspitze auf Monte Cevedale und Zufallspitzen

Blick von der Suldenspitze auf Monte Cevedale und Zufallspitzen

Mit meinen Bergkameraden ging es dieses Jahr hoch hinauf ins Ortlergebiet, Teil des Nationalparks Stilfser Joch (Parco Nationale dello Stelvio)- eine der faszinierendsten Hochgebirgsregionen in den Ostalpen. Am ersten Tag ging es über den Reschenpass nach Sulden und von dort mit der Bergbahn zur Schaubachhütte auf 2581m.

Nachdem wir bei herrlichstem Sommerwetter losgefahren sind und uns auch am Fernpass, im Inntal und am Reschenpass die Sonne noch angelacht hat, war es schon eine kleine Enttäuschung, dass die majestätischen Gipfel hier nun wolkenverhangen vor uns lagen. Meine Bergfreunde ließen sich dennoch nicht von der geplanten Nachmittagswanderung zum Madritschjoch (3123 m) und von dort weiter bis zum Gipfel der Hinteren Schöntaufspitze (3325m) abbringen, während ich etwas Mühe hatte mich zu akklimatisieren und nur einen kleinen Spaziergang durch die schneebedeckten Hänge des Skigebiets unternahm.

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Am nächsten Tag dann Sonnenschein pur und der Himmel völlig wolkenfrei. Auf ging es zur nächsten Etappe über den Suldenferner zur Casatihütte auf 3254 m Höhe.

Startklar - vor der Schaubachhütte

Startklar – vor der Schaubachhütte

Ursprünglich wollten wir den Übergang auf dem Normalweg am Eisseepaß nehmen. Dann folgten wir mit unserer Gruppe in 2 Seilschaften aber der Spur über den schneebedeckten spaltenreichen Gletscher bis zur Janinger Scharte und querten von dort links zur Suldenspitze (3375m) – mit einem Panoramablick par excellence. Im Osten die gewaltige Westwand der Königsspitze, dahinter Monte Zebrú und Ortler – und im Westen das Ziel des folgenden Tages, der Monte Cevedale (3769 m) mit den Zufallspitzen links daneben. Am Rand des Langerferners quasi vor unseren Füßen war auch die Casatihütte schon in Sicht, die nach leichtem Abstieg in einer knappen halben Stunde erreicht war.

Auf dem Gipfel der Suldenspitze mit Königspitze im Hintergrund

Auf dem Gipfel der Suldenspitze mit Königspitze im Hintergrund

Die kalte Hüttennacht auf dem Gletscher war für die Gipfelstürmer schon früh zu Ende. Um den Monte Cevedale zu besteigen, sollte man nicht allzu lange warten – im weichen Schnee wird Auf-und Abstieg nicht einfacher. Für mich war allerdings schon am Abend klar, dass ich nicht mit zum Gipfel steigen werde, da mir die Höhe wie im Jahr zuvor am Gran Paradiso doch recht zu schaffen machte.

Leider konnten meine Freunde am Gipfel dann nicht wir erwartet die normalerweise phantastische Aussicht genießen, denn bereits kurze Zeit nach dem Aufbruch kam Nebel auf, der sich bis zum Mittag hielt. Dennoch war es für alle ein Erfolgserlebnisse den Gipfel zu erreichen und ohne Probleme auch wieder zur Hütte zurückzukehren, wo ich mit 2 weiteren Kameraden auf sie gewartet hatte.

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Der Nebel war inzwischen verflogen, die Hochgebirgslandschaft strahlte wieder im vollen Sonnenglanz und wir traten frohen Mutes den Abstieg an. Auch hier gingen wir nicht den üblichen Weg über den Eisseepaß zurück zum Suldenferner, sondern nutzten eine kleine Scharte östlich unterhalb der Suldenspitze um wieder auf die Aufstiegsroute zu gelangen. Die großen Spalten sicher umgehend, ging es im weichen Schnee rasch hinunter bis zum Ende des Gletschers, wo wir uns abseilten und eine kleine Verschnaufpause einlegten. Auf der Sonnenterrasse der Schaubachhütte gönnten wir uns dann das wohlverdiente Bier zum Vesper – bevor es mit der Bahn wieder runter nach Sulden und heimwärts ging.

Ein herzliches Dankeschön an meine Bergkameraden für dieses tolle Bergerlebnis in einer mir bislang unbekannten Region der Alpen. Am Ortler und im Nationalpark Stilfser Joch gibt es noch viele schöne Routen, die es für mich zu entdecken gilt, vielleicht sogar noch in dieser Saison.

Hier der Bericht zur Tour mit meinen Bergkameraden im vergangenen Jahr:

Gran Paradiso Nationalpark

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