Jahr: 2017

Kunst im 3eck – Nr.2

Zum 2. Mal öffneten am Samstag die Künstlerinnen Ingrid Schwarz (Malerei) und Petra Steidel Wokeck (Fotografie), sowie die Adolf Hölzel Stiftung ihre Türen in Stuttgart-Degerloch. „Kunst im 3eck“ traf auch dieses Mal wieder auf großes Echo bei den kunstinteressierten Bürgern. Die Versöhnungskirche – in diesem Jahr erstmalig beteiligt – war zum Auftakt jedenfalls sehr gut besucht. Nach Einführung und Vorstellung der Beteiligten, ein virtuos vorgetragenes kleines Violinkonzert von Ulrike Stortz, und schließlich ein spannender Beitrag über das beeindruckende Künstlerleben der von den Nazis ermordeten Hölzel Schülerin und lange in der Degerlocher Nachbarschaft wirkenden Malerin Maria Lemmé. Leider setzte wie im Vorjahr wieder starker Regen ein, so dass das Flanieren zwischen den Atelier-Standorten Ahornstraße, Löwenstraße und Roßhaustraße keine große Freude bereitete. Auch der zur Unterstützung eingesetzte Fahrradrikscha-Shuttleservice machte bei Regen weniger Spaß. Es war dennoch eine rundum gelungene Veranstaltung der Degerlocher Künstlerinnengruppe, der bei weiterer Fortsetzung auch einmal besseres Wetter zu wünschen ist.

Walter Schels – Wunderbare Bilderwelt

Fotografien von Tieren, Politikern, Künstlern, Menschen aus allen sozialen Schichten und jeden Alters. Aufnahmen von Dingen in Serie, als Stilleben. Experimentelle Fotografie – Collagen, Doppelbelichtungen, Übermalungen – ein großes Spektrum fotografischer Arbeiten. Das erste Mal überhaupt wird jetzt in der Galerie ABTART in Stuttgart eine umfassende Darstellung der Arbeit des Fotografen Walter Schels gezeigt. Zur Vernissage füllten sich rasch die schönen Galerieräume auf der Filderhöhe in Möhringen. Die Galeristin Karin Abt-Straubinger hieß den über 80 jährigen Fotografen und die Gäste herzlich willkommen und übergab das Wort an den Kurator Prof. Klaus Honnef, um in die wunderbare Bilderwelt des Walter Schels einzuführen. Für ihn ist es ein Armutszeugnis des Kunstbetriebs, dass wir so lange auf eine ausführliche Darstellung des Werks von Walter Schels warten mussten, und in dieser ersten Gesamtdarstellung sieht er gar ein Triumph der Fotografie. Walter Schels beherrsche nicht nur sein Genre, er beherrscht vor allem den mitmenschlichen Umgang. Nur so konnten diese einmaligen Porträts von Menschen gelingen, in denen die Würde des Menschen niemals angetastet wird, und Aufnahmen von Tieren, die sie – …

Fotoausstellung …42…

Nachdem ich den Fotografen Werner Bauer bei seinem Fotoworkshop am Starnberger See kennen gelernt hatte, wurde ich mit weiteren Fotobegeisterten in einer seiner Projektgruppen aufgenommen. Ziel war es, eine Idee für eine eigene Fotoarbeit zu finden, und diese im Laufe eines Jahres fertigzustellen. Mit großem Eifer arbeiteten wir im Projektraum des Dachauer Fotokünstlers Werner Bauer an unseren Fotoprojekten mit sehr unterschiedlichen Themen, immer wieder aufgelockert durch Fotoexkursionen in München oder ins Umland. Wir waren an der inzwischen 45 Jahre alten Olympia-Ruderregattastrecke mit der Kamera unterwegs, durchstreiften den parkähnlichen alten Münchner Südfriedhof oder erkundeten bei einem unserer fotografischen Ausflüge das riesige Areal der seit über 10 Jahren stillgelegten alten Dachauer Papierfabrik. Bei den monatlichen Treffen wurden die Fotoarbeiten vorgestellt, immer wieder diskutiert und teilweise auch verworfen. Die Diskussionen und Anregungen halfen, das Anliegen noch genauer in den Blick zu nehmen, die eigene Arbeit erneut zu überprüfen und weiter zu entwickeln. Ende September werden nun die Ergebnisse dieses Prozesses in den Räumen des Kunstvereins Ebersberg ausgestellt. Ich beteilige mich mit einer Fotoarbeit zum Thema Vater und Sohn …

Zusammen wohnen und leben

Das Vitra Design Museum in Weil im Rhein überrascht immer wieder mit spannenden Ausstellungen über interessante Entwicklungen in Design und Architektur. Mit der Schau „Together – Die neue Architektur der Gemeinschaft“ werden nun aktuelle Konzepte des gemeinschaftlichen Wohnens aufgegriffen, aber auch die historischen Vorläufer aus dem 19. und 20. Jahrhundert plakativ dargestellt. Die Ausstellung im futuristischen Museumsgebäude ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. Ich betrat zunächst einen mit Hartz IV-Selbstbau-Möbeln („Berliner Hocker“ und dem „24 euro chair“ des Berliner Designers Van Bo Le-Mentzel ) eingerichteten Wohnraum. Im wandhohen Bücherregal fand ich zum Thema passende Literatur, so dass ich mich dort gleich mal zum Schmökern niederließ. Dieser Raum gehört zu einer in die Ausstellung integrierten sog. Clusterwohnung mit kleinen Funktionseinheiten (Bad,Küche,Schlafraum) und großem Gemeinschaftsbereich, um den Wohnalltag mit anderen Menschen teilen zu können. Der Trend zurück in die Städte, die horrend hohen Immobilienpreise und der gesellschaftliche Wertewandel befördern die Idee einer Ökonomie des Teilens im Wohnungsbau und in der Stadtentwicklung. Die Menschen erobern sich den öffentlichen Raum in den Städten zurück und machen ihn zum …

Skulpturen Münster

Seit dem ersten großen Münsteraner Skulpturen Projekt im Jahr 1977, das damals sowohl unter den Konservativen wie auch bei den studentischen Linken recht umstritten war, habe ich jetzt die nur alle 10 Jahre stattfindende Ausstellung das erste Mal wieder besucht. 1977 konnte ich mit dieser Art von Kunst im öffentlichen Raum überhaupt nichts anfangen. Ich war der Meinung, das Geld sei besser für soziale Projekte angelegt. Besonders forsche, und wohl auch recht alkoholisierte Studenten wollten 1977 nach einem großen Fest in der Mensa die Kugeln von Claes Oldenburg gar in den Aasee rollen. Ein vergebliches Unterfangen! Die gut verankerte zentnerschwere Betonskulptur konnte von den Kunstbanausen nur geringfügig bewegt werden. Nicht nur mein Kunstverständnis hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, auch in Münster sind die Kritiker verstummt. Heute ist man in Münster stolz auf die Skulpturen. Etliche Kunstwerke wurden aufgekauft und entwickelten sich zu Wahrzeichen der Stadt, so auch Claes Oldenburgs „Giant Pool Balls“. Die Skulpturen haben einen hohen Stellenwert, nicht nur für den Tourismus in Münster. Auch in der internationalen Kunstwelt geniesst die Skulpturenausstellung …

Erinnerung an Gerda Taro

Zum 80.Todestag der in Stuttgart geborenen und aufgewachsenen Fotografin Gerda Taro fand sich heute Abend an dem nach ihr benannten kleinen Platz am Olgaeck in Stuttgart eine recht große Schar engagierter Bürger ein, um der im Spanischen Bürgerkrieg auf tragische Weise zu Tode gekommenen Mitbürgerin zu gedenken. Von Stefan Hiss mit seinem Akkordeon einfühlsam musikalisch eingeführt, erzählte Joe Bauer die Geschichte, wie er im fernen New York die bis dahin in Deutschland völlig in Vergessenheit geratene Stuttgarter Fotografin Gerda Taro entdeckte, über ihre Biografin Irme Schaber diese Spur aufnahm, und sich mit ihr gemeinsam für einen Ort des Gedenkens in Stuttgart einsetzte. Wieder mal hatte er Bedeutsames über Stuttgart fern der Heimat gelernt – „wo denn sonst!“ , wie er zum Schluß süffisant anmerkte. Das fotografische Werk Gerda Taros  wurde im Rahmen einer großen Retrospektive des Kunstmuseums Stuttgart  2010 erstmals in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und die Künstlerin damit auch in Stuttgart bekannt. Der Gerda-Taro-Platz und die kleine Grünanlage ist dann 2014 nach langem Hin und Her zwischen Verwaltung und Gremien mit Stehlen aus …

Sport und Spiel im Park

Ich liebe unseren Stadtpark. Der zentral gelegene Stadtpark im unserem stark verkehrsbelasteten Stuttgarter Stadtbezirk Vaihingen ist eine wahre Naturoase und ein beliebter Rückzugsort für alle Bevölkerungsgruppen. Am schönsten finde ich den kleinen Teich mit den Seerosen und den Brunnen mit der Mutter-Kind-Skulptur. Jetzt, in den Sommermonaten, werden zudem an jedem Montagabend kostenlos Yoga und andere Übungen zur seelischen und körperlichen Entspannung angeboten.

Peter Lindbergh und seine Fotografie

Schon als die Ausstellung über Peter Lindbergh – eines der besten zeitgenössischen Fotografen – im vergangenen Jahr in Rotterdam anlief, war die Medienberichterstattung überwältigend. Seit April zeigt nun die Kunsthalle München die große Peter Lindbergh Bilderschau, und auch hier ist die Resonanz enorm. – Letztes Wochenende hatte ich nun gemeinsam mit meiner Frau die Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung. Ein netter Gag noch vor dem eigentlichen Zutritt in die Ausstellungsräume, den ich zunächst beinahe übersehen hätte: Man kann da für einen Moment selbst Model spielen und sich an einem Fotoautomaten ablichten lassen. Nachdem ich Peter Lindbergh vor 3 Jahren bereits bei der Schweizer Werkschau der Fotografie – Photo 14 Zürich – im Gespräch mit dem Kunstwissenschaftler Prof. Klaus Honnef als äußerst sympathischen Mann erleben durfte, wollte ich noch mehr über den Menschen und Fotografen Peter Lindbergh erfahren. Die über 200 meist großformatigen Fotos, Dutzende von Kontaktabzügen und vielfältigen Assesoires aus seinem Arbeitsalltag vermitteln schon einen sehr guten Überblick über Lindberghs jahrzehntelange Schaffensperiode. Am beeindruckendsten waren für mich jedoch die im Rahmen der Ausstellung gezeigten Filme, …