Jahr: 2017

Volleyball der Spitzenklasse: Allianz MTV Stuttgart – USC Münster

Einer meiner Radsportkameraden – auch Volleyball Fan durch und durch – hat mich eingeladen, ihn doch einmal zu einem Spiel der Allianz MTV Stuttgart zu begleiten. Gestern traten die Volleyballdamen des USC Münster in der mit ca. 2000 Zuschauern fast ausverkauften Scharr-Arena zum Bundesligaduell gegen das Team aus Stuttgart an. USC Münster – seit Jahrzehnten ein Spitzenteam im deutschen Volleyball – konnte ich schon während meines Studiums in Westfalen bewundern. Und die Damen der Allianz MTV Stuttgart haben sich in den letzten 10 Jahren auch in der Volleyball-Spitze etabliert. Also – beste Voraussetzungen für ein spannendes Spiel. Schon während der S-Bahnfahrt wurde ich auf die Begegnung eingestimmt, über die besonderen Fähigkeiten der einzelnen Stuttgarter Spielerinnen aufgeklärt sowie über die Stärken des gegnerischen Teams aus Münster. In der relativ neuen Sporthalle unter den Rängen des Stuttgarter Fußballstadions herrschte schon beim Warmmachen der Spielerinnen beider Teams eine gute Atmosphäre. Alles lief recht familiär und entspannt ab. Man kennt sich unter den Zuschauern, und auch die Profi-Spielerinnen und Teambetreuer untereinander von vielen Begegnungen. Anders als beim Fußball, wo …

Radeln entlang der Filderbahn

Die Filderebene hat sich in letzter Zeit zu meinem bevorzugten Radrevier entwickelt. Trotz Autobahn, Flughafen und großer Siedlungsdichte kann man auf den Fildern immer noch schöne Ausflüge mit dem Rad unternehmen. Eine beliebte Route nutzt teilweise die Trasse der alten Filderbahn, die heute zumeist als kombinierter Rad-/und Fußweg ausgewiesen ist. Es ist zwar nicht die schönste Strecke auf den Fildern, aber sie verbindet in Ost-West-Richtung alle wichtigen Städte und Gemeinden. Deshalb würde sich diese Route aus meiner Sicht auch zum Ausbau als Radschnellweg eignen, der sich mit anderen Radwegen gut verbinden ließe und so den starken Individualverkehr auf den Fildern entlasten könnte. Dazu müssten einige Stellen mit unklarer Wegeführung natürlich verbessert und Kreuzungen mit Autos entschärft werden. Am Wege liegen auch bedeutsame Orte der Erinnerung: Kurz hinter Echterdingen befindet sich unweit des Radwegs der Zeppelinstein zur Erinnerung an das Zeppelinunglück vom 5. August 1908. An jenem Tag landete dort eines der ersten Luftschiffe nach einem Motorschaden. Ein Riesenspektakel für die Bevölkerung. Dann wurde es zum Entsetzen der vielen Zuschauer bei einem Gewittersturm aus der Verankerung …

Utopie mit Fisch

Vor dem Eintritt ins Theater La Lune wurden die Besucher mit einem Polaroid-Selbstbildnis in die Ideenwelt von „Utopie mit Fisch“ eingeladen – und im Theater doppelstimmig herzlich willkommen geheißen. Zum Aperitif und zur Einstimmung dann Gedanken über Utopie von Menschen aus dem Umfeld, einem Philosophen und von Julianna Herzberg. – Keine leichte Kost am frühen Abend! Die Rebellion in der Küchenhölle war durch das erotisch gefärbte Spiel da schon leichter verdaulich. Nur eine winzige, steile Treppe höher, der Versuch, den vorgegebenen engen Rahmen zu sprengen, um für ein selbstbestimmtes (Künstler-)Leben zu kämpfen. Der rote Faden führte die Besucher auf die Straße hinaus und wieder ins Theater zurück. Verwirrend und verwickelt wurde an diesem Abend jeder zur Verfügung stehende Quadratmeter des kleinen Theaters im Stuttgarter Osten bespielt und in das Stück mit einbezogen. Videoinstallationen von Roxana Naranjo, sowie Klavier- und Akkordeondarbietungen von Markus Ege unterstützten und begleiteten die anspruchsvolle multimediale Collage von Petra Weimer (Regie) und Julianna Herzberg (Projektleitung). Im Spiel hielt sich Petra Weimer eher zurück und überließ Julianna Herzberg die stärksten Szenen, die sie …

Kunst im 3eck – Nr.2

Zum 2. Mal öffneten am Samstag die Künstlerinnen Ingrid Schwarz (Malerei) und Petra Steidel Wokeck (Fotografie), sowie die Adolf Hölzel Stiftung ihre Türen in Stuttgart-Degerloch. „Kunst im 3eck“ traf auch dieses Mal wieder auf großes Echo bei den kunstinteressierten Bürgern. Die Versöhnungskirche – in diesem Jahr erstmalig beteiligt – war zum Auftakt jedenfalls sehr gut besucht. Nach Einführung und Vorstellung der Beteiligten, ein virtuos vorgetragenes kleines Violinkonzert von Ulrike Stortz, und schließlich ein spannender Beitrag über das beeindruckende Künstlerleben der von den Nazis ermordeten Hölzel Schülerin und lange in der Degerlocher Nachbarschaft wirkenden Malerin Maria Lemmé. Leider setzte wie im Vorjahr wieder starker Regen ein, so dass das Flanieren zwischen den Atelier-Standorten Ahornstraße, Löwenstraße und Roßhaustraße keine große Freude bereitete. Auch der zur Unterstützung eingesetzte Fahrradrikscha-Shuttleservice machte bei Regen weniger Spaß. Es war dennoch eine rundum gelungene Veranstaltung der Degerlocher Künstlerinnengruppe, der bei weiterer Fortsetzung auch einmal besseres Wetter zu wünschen ist.

Walter Schels – Wunderbare Bilderwelt

Fotografien von Tieren, Politikern, Künstlern, Menschen aus allen sozialen Schichten und jeden Alters. Aufnahmen von Dingen in Serie, als Stilleben. Experimentelle Fotografie – Collagen, Doppelbelichtungen, Übermalungen – ein großes Spektrum fotografischer Arbeiten. Das erste Mal überhaupt wird jetzt in der Galerie ABTART in Stuttgart eine umfassende Darstellung der Arbeit des Fotografen Walter Schels gezeigt. Zur Vernissage füllten sich rasch die schönen Galerieräume auf der Filderhöhe in Möhringen. Die Galeristin Karin Abt-Straubinger hieß den über 80 jährigen Fotografen und die Gäste herzlich willkommen und übergab das Wort an den Kurator Prof. Klaus Honnef, um in die wunderbare Bilderwelt des Walter Schels einzuführen. Für ihn ist es ein Armutszeugnis des Kunstbetriebs, dass wir so lange auf eine ausführliche Darstellung des Werks von Walter Schels warten mussten, und in dieser ersten Gesamtdarstellung sieht er gar ein Triumph der Fotografie. Walter Schels beherrsche nicht nur sein Genre, er beherrscht vor allem den mitmenschlichen Umgang. Nur so konnten diese einmaligen Porträts von Menschen gelingen, in denen die Würde des Menschen niemals angetastet wird, und Aufnahmen von Tieren, die sie – …

Fotoausstellung …42…

Nachdem ich den Fotografen Werner Bauer bei seinem Fotoworkshop am Starnberger See kennen gelernt hatte, wurde ich mit weiteren Fotobegeisterten in einer seiner Projektgruppen aufgenommen. Ziel war es, eine Idee für eine eigene Fotoarbeit zu finden, und diese im Laufe eines Jahres fertigzustellen. Mit großem Eifer arbeiteten wir im Projektraum des Dachauer Fotokünstlers Werner Bauer an unseren Fotoprojekten mit sehr unterschiedlichen Themen, immer wieder aufgelockert durch Fotoexkursionen in München oder ins Umland. Wir waren an der inzwischen 45 Jahre alten Olympia-Ruderregattastrecke mit der Kamera unterwegs, durchstreiften den parkähnlichen alten Münchner Südfriedhof oder erkundeten bei einem unserer fotografischen Ausflüge das riesige Areal der seit über 10 Jahren stillgelegten alten Dachauer Papierfabrik. Bei den monatlichen Treffen wurden die Fotoarbeiten vorgestellt, immer wieder diskutiert und teilweise auch verworfen. Die Diskussionen und Anregungen halfen, das Anliegen noch genauer in den Blick zu nehmen, die eigene Arbeit erneut zu überprüfen und weiter zu entwickeln. Ende September werden nun die Ergebnisse dieses Prozesses in den Räumen des Kunstvereins Ebersberg ausgestellt. Ich beteilige mich mit einer Fotoarbeit zum Thema Vater und Sohn …

Zusammen wohnen und leben

Das Vitra Design Museum in Weil im Rhein überrascht immer wieder mit spannenden Ausstellungen über interessante Entwicklungen in Design und Architektur. Mit der Schau „Together – Die neue Architektur der Gemeinschaft“ werden nun aktuelle Konzepte des gemeinschaftlichen Wohnens aufgegriffen, aber auch die historischen Vorläufer aus dem 19. und 20. Jahrhundert plakativ dargestellt. Die Ausstellung im futuristischen Museumsgebäude ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. Ich betrat zunächst einen mit Hartz IV-Selbstbau-Möbeln („Berliner Hocker“ und dem „24 euro chair“ des Berliner Designers Van Bo Le-Mentzel ) eingerichteten Wohnraum. Im wandhohen Bücherregal fand ich zum Thema passende Literatur, so dass ich mich dort gleich mal zum Schmökern niederließ. Dieser Raum gehört zu einer in die Ausstellung integrierten sog. Clusterwohnung mit kleinen Funktionseinheiten (Bad,Küche,Schlafraum) und großem Gemeinschaftsbereich, um den Wohnalltag mit anderen Menschen teilen zu können. Der Trend zurück in die Städte, die horrend hohen Immobilienpreise und der gesellschaftliche Wertewandel befördern die Idee einer Ökonomie des Teilens im Wohnungsbau und in der Stadtentwicklung. Die Menschen erobern sich den öffentlichen Raum in den Städten zurück und machen ihn zum …

Skulpturen Münster

Seit dem ersten großen Münsteraner Skulpturen Projekt im Jahr 1977, das damals sowohl unter den Konservativen wie auch bei den studentischen Linken recht umstritten war, habe ich jetzt die nur alle 10 Jahre stattfindende Ausstellung das erste Mal wieder besucht. 1977 konnte ich mit dieser Art von Kunst im öffentlichen Raum überhaupt nichts anfangen. Ich war der Meinung, das Geld sei besser für soziale Projekte angelegt. Besonders forsche, und wohl auch recht alkoholisierte Studenten wollten 1977 nach einem großen Fest in der Mensa die Kugeln von Claes Oldenburg gar in den Aasee rollen. Ein vergebliches Unterfangen! Die gut verankerte zentnerschwere Betonskulptur konnte von den Kunstbanausen nur geringfügig bewegt werden. Nicht nur mein Kunstverständnis hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, auch in Münster sind die Kritiker verstummt. Heute ist man in Münster stolz auf die Skulpturen. Etliche Kunstwerke wurden aufgekauft und entwickelten sich zu Wahrzeichen der Stadt, so auch Claes Oldenburgs „Giant Pool Balls“. Die Skulpturen haben einen hohen Stellenwert, nicht nur für den Tourismus in Münster. Auch in der internationalen Kunstwelt geniesst die Skulpturenausstellung …