Kultur
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Kulturinsel entdecken


Noch befindet sich die Kulturinsel Stuttgart auf dem riesigen Areal des zukünftigen neuen Stadtteils Neckarpark ziemlich im Abseits. Doch am Tag der Offenen Tür diese Woche fanden sehr viele Besucher den Weg auf das ehemalige Gelände des alten Güterbahnhofs in Cannstatt. Ein buntes Programm, das da geboten wurde – viele spannende soziale und kulturelle Projekte und Initiativen, mit denen die Kulturinsel „die Welt ein bisschen schöner zu machen“ will. Ein ambitioniertes, aber realistisches Ziel!

Als wir gegen Mittag das Gelände betraten, haben uns gleich die Bienen von summtgart angelockt, dem Bildungs-und Forschungsinstitut für ökologische und wesensgemäße Imkerei. Wir konnten verschiedene Honigsorten kosten, uns beim sachkundigen Imker ein paar wichtige Informationen über die Bienen abholen und einen vorsichtigen Blick in die Arbeit-und Wohnstätten der fleissigen Bienen werfen.
Dann sind wir auch schon im Inselgrün, dem kleinen Stadtgarten auf dem Gelände, der für alle interessierten Hobbygärtner offen steht und von diesen auch beackert wird.

Stände mit Streuobstwiesen-Apfelsaft aus dem benachbarten Remstal und Erdbeeren aus der Region flankieren den kurzen Weg in den Biergarten. Hier wird allerlei für das leibliche Wohl geboten und auf der Bühne in angenehmen Lautstärke gute Live-Musik. Der Biergarten findet seine Fortsetzung auf einer Empore, wo sattgrüne Liegestühle zum Entspannen bereitstehen. Davor wirbelt eine Breakdancegruppe fulminant ihre Pirouetten.

Auch hier oben wieder Infostände, z.B. von Foodsharing, eine bemerkenswerte Intitiative, die sich auch in Stuttgart gegen die globale Lebensmittelverschwendung stemmt und in Kooperation mit lokalen Lebensmittelgeschäften als Foodsaver noch verwendbare Lebensmittel sichert und besser fair-teilt als in die Tonne zu werfen.

Unten füllt sich der Biergarten weiter mit jung und alt. Das bunte Treiben wird immer lebendiger, während wir noch eine Treppe hinaufgehen und weitere bewundernswerte Projekte kennen lernen, z.B. Balkan-Route Stuttgart, eine Gruppe Ehrenamtlicher, die für die Flüchtlinge Hilfen anbietet, die auf ihrem Weg in den Westen auf dem Balkan oder in der Türkei hängen geblieben sind. Die jungen Frauen am Stand berichten uns, wie sie selbst bei ihren Einsätzen in der Türkei den Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite standen.

Bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen, gönnten wir uns bei fetziger Musik des Singer-Songwriters TONI zur Stärkung noch eine Kleinigkeit im Biergarten. Uns hat die Kulturinsel sehr gut gefallen.

Nun hoffen wir, dass die Verantwortlichen der Stadt Stuttgart klug genug sind, dieses tolle Kulturprojekt im hier neu entstehenden Stadtteil zu integrieren und den auslaufenden Pachtvertrag zu verlängern. Selten haben Stadt-und Sozialplaner das Glück, dass ein lebendiger Stadtteiltreff schon da ist, bevor die neuen Bewohner ins Quartier einziehen.

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