Fahrrad
Schreibe einen Kommentar

Speedmachine – Liegerad fahren

Seit dem Frühjahr schaue ich wehmütig den bunten Radfahrern hinterher, die bei steigenden Temperaturen immer mehr die Straßen bevölkern. Leider ist es mir nach einer Operation am Sitzfleisch in dieser Saison nicht möglich, auf den Sattel zu steigen und schmerzfrei eine schöne Runde mit dem Rad zu drehen. Versucht habe ich es schon, aber danach recht lange mit empfindlichen Schmerzen büßen müssen.
Eine Alternative schien mir in dieser Situation ein Liegerad zu sein. Die Fahrer auf diesen eigentümlichen Spezialrädern habe ich bislang immer mit einer gewissen Befremdung aber zugleich auch großen Bewunderung betrachtet. Ob sich auf diesen „Liegen“ überhaupt der Flow einstellen mag, den ich beim sportiven und zugleich meditativen Pedalieren auf meinem geliebten Rennrad genieße?

Ausprobieren wollte ich so ein Liegerad doch gerne schon einmal. Jetzt wäre also der richtige Zeitpunkt dafür. Da erinnere ich mich, dass ein Radkamerad aus der Critical Mass Gruppe mir vor einiger Zeit von seinem Liegerad und den Erfahrungen damit erzählte. Da er es aktuell nicht benötigt, hat mir der gute Dirk seine HP Speedmachine freundlicherweise zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt.

Die ersten Versuche waren erbärmlich und richtiggehend frustrierend. Schon das Anfahren stellte sich als große und schier unüberwindliche Herausforderung dar. Ohne wie gewohnt mit dem Oberkörper das Rad ausbalancieren zu können, traute ich mich kaum, die Füße zum erforderlichen kräftigen Antritt auf die Pedale hoch zu nehmen. Und dann fand ich überhaupt kein Gefühl für das notwendige Ausbalancieren des wackligen Gefährts mit kleinen Bewegungen am großen Lenker neben den Knien. Nach einigen hilflosen Versuchen befürchtete ich schon, dass ich das Liegeradfahren wohl nicht mehr erlernen würde. Aber selbst als ich umkippte, habe ich mich unter verwunderten Blicken amüsierter Zuschauer verlegen und ungelenk für den nächsten Versuch wieder aufgerichtet. Aufgeben gilt nicht!
Und so habe ich auf dem ebenen verkehrsberuhigten Platz immer wieder probiert und probiert, bis es mir dann doch irgendwie gelang, einigermaßen die Balance zu halten und mit Dirk eine kleine Runde um den Block zu fahren.

In den vergangenen Tagen übte ich dann auf freien Parkplätzen und Schulhöfen in der Nähe wie die kleinen Kinder das erste Radfahren. Vor allem trainierte ich das Anfahren und Kurvenfahren, das sich total anders anfühlt als auf einem normalen Rad. Nach und nach stellte sich schließlich doch eine gewisse Sicherheit ein, zwar fahr ich immer noch recht verkrampft, aber zumindest ist es so weit o.k., dass ich mich auf eine kleinere Ausfahrt über die Felder traute.

Was für ein tolles Gefühl das Rollen auf dieser Liege und so total anders als mit dem vertrauten Rad. – Ein schönes Erfolgserlebnis und ein Riesenspaß das Fahren mit dem Liegerad!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.