Monate: August 2017

Zusammen wohnen und leben

Das Vitra Design Museum in Weil im Rhein überrascht immer wieder mit spannenden Ausstellungen über interessante Entwicklungen in Design und Architektur. Mit der Schau „Together – Die neue Architektur der Gemeinschaft“ werden nun aktuelle Konzepte des gemeinschaftlichen Wohnens aufgegriffen, aber auch die historischen Vorläufer aus dem 19. und 20. Jahrhundert plakativ dargestellt. Die Ausstellung im futuristischen Museumsgebäude ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. Ich betrat zunächst einen mit Hartz IV-Selbstbau-Möbeln („Berliner Hocker“ und dem „24 euro chair“ des Berliner Designers Van Bo Le-Mentzel ) eingerichteten Wohnraum. Im wandhohen Bücherregal fand ich zum Thema passende Literatur, so dass ich mich dort gleich mal zum Schmökern niederließ. Dieser Raum gehört zu einer in die Ausstellung integrierten sog. Clusterwohnung mit kleinen Funktionseinheiten (Bad,Küche,Schlafraum) und großem Gemeinschaftsbereich, um den Wohnalltag mit anderen Menschen teilen zu können. Der Trend zurück in die Städte, die horrend hohen Immobilienpreise und der gesellschaftliche Wertewandel befördern die Idee einer Ökonomie des Teilens im Wohnungsbau und in der Stadtentwicklung. Die Menschen erobern sich den öffentlichen Raum in den Städten zurück und machen ihn zum …

Skulpturen Münster

Seit dem ersten großen Münsteraner Skulpturen Projekt im Jahr 1977, das damals sowohl unter den Konservativen wie auch bei den studentischen Linken recht umstritten war, habe ich jetzt die nur alle 10 Jahre stattfindende Ausstellung das erste Mal wieder besucht. 1977 konnte ich mit dieser Art von Kunst im öffentlichen Raum überhaupt nichts anfangen. Ich war der Meinung, das Geld sei besser für soziale Projekte angelegt. Besonders forsche, und wohl auch recht alkoholisierte Studenten wollten 1977 nach einem großen Fest in der Mensa die Kugeln von Claes Oldenburg gar in den Aasee rollen. Ein vergebliches Unterfangen! Die gut verankerte zentnerschwere Betonskulptur konnte von den Kunstbanausen nur geringfügig bewegt werden. Nicht nur mein Kunstverständnis hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, auch in Münster sind die Kritiker verstummt. Heute ist man in Münster stolz auf die Skulpturen. Etliche Kunstwerke wurden aufgekauft und entwickelten sich zu Wahrzeichen der Stadt, so auch Claes Oldenburgs „Giant Pool Balls“. Die Skulpturen haben einen hohen Stellenwert, nicht nur für den Tourismus in Münster. Auch in der internationalen Kunstwelt geniesst die Skulpturenausstellung …