Monate: Dezember 2018

Musikstudium im Babylon Berlin

Wir kennen die wilden Zwanziger Jahre nur vom Hörensagen, aus der Literatur oder aus Filmen, wie zuletzt in der Fernsehserie „Babylon Berlin“ Mein Vater Felix Bauer hat mit 18 Jahren Schule und Elternhaus in Dresden verlassen und ist von 1923 bis 1926 zum Musikstudium nach Berlin gegangen.  In seinen Lebenserinnerungen schreibt er über die wilde Zeit in Berlin: „Anhalter Bahnhof -Treppen herunter- Askanischer Platz – U-Bahn zum Kurfürstendamm – Uhlandstrasse!- Da stand ich nun mit Koffer und Geige auf dem Ku’damm und ließ erst mal einige Minuten den brausenden Verkehr mit „schönem“ Benzingestank wie einen Film vor mir abrollen. Weder Paris, Brüssel, Wien, keine andere europäische Großstadt konnte mir später gleiches vorstinken! Berlin bleibt doch Berlin. Ein Freund meines Vaters – Kaufmann mit großem Textilhaus am Alexanderplatz, hatte mich eingeladen, für die ersten Tage sein Gast zu sein. Ich begab mich also zu der Adresse am Ku’damm, an dem ein papageienhaft buntes Wappenschild angebracht war: Generalkonsulat von Costa Rica! Vorgarten, kleine Treppe außen, schwere Eichentür, schwere Teppiche, Lift, Klingelknopf 1. Stock. Generalkonsulat, Namensschild, es stimmte …