Alle Artikel in: Fahrrad

Radeln entlang der Filderbahn

Die Filderebene hat sich in letzter Zeit zu meinem bevorzugten Radrevier entwickelt. Trotz Autobahn, Flughafen und großer Siedlungsdichte kann man auf den Fildern immer noch schöne Ausflüge mit dem Rad unternehmen. Eine beliebte Route nutzt teilweise die Trasse der alten Filderbahn, die heute zumeist als kombinierter Rad-/und Fußweg ausgewiesen ist. Es ist zwar nicht die schönste Strecke auf den Fildern, aber sie verbindet in Ost-West-Richtung alle wichtigen Städte und Gemeinden. Deshalb würde sich diese Route aus meiner Sicht auch zum Ausbau als Radschnellweg eignen, der sich mit anderen Radwegen gut verbinden ließe und so den starken Individualverkehr auf den Fildern entlasten könnte. Dazu müssten einige Stellen mit unklarer Wegeführung natürlich verbessert und Kreuzungen mit Autos entschärft werden. Am Wege liegen auch bedeutsame Orte der Erinnerung: Kurz hinter Echterdingen befindet sich unweit des Radwegs der Zeppelinstein zur Erinnerung an das Zeppelinunglück vom 5. August 1908. An jenem Tag landete dort eines der ersten Luftschiffe nach einem Motorschaden. Ein Riesenspektakel für die Bevölkerung. Dann wurde es zum Entsetzen der vielen Zuschauer bei einem Gewittersturm aus der Verankerung …

Speedmachine – Liegerad fahren

Seit dem Frühjahr schaue ich wehmütig den bunten Radfahrern hinterher, die bei steigenden Temperaturen immer mehr die Straßen bevölkern. Leider ist es mir nach einer Operation am Sitzfleisch in dieser Saison nicht möglich, auf den Sattel zu steigen und schmerzfrei eine schöne Runde mit dem Rad zu drehen. Versucht habe ich es schon, aber danach recht lange mit empfindlichen Schmerzen büßen müssen. Eine Alternative schien mir in dieser Situation ein Liegerad zu sein. Die Fahrer auf diesen eigentümlichen Spezialrädern habe ich bislang immer mit einer gewissen Befremdung aber zugleich auch großen Bewunderung betrachtet. Ob sich auf diesen „Liegen“ überhaupt der Flow einstellen mag, den ich beim sportiven und zugleich meditativen Pedalieren auf meinem geliebten Rennrad genieße? Ausprobieren wollte ich so ein Liegerad doch gerne schon einmal. Jetzt wäre also der richtige Zeitpunkt dafür. Da erinnere ich mich, dass ein Radkamerad aus der Critical Mass Gruppe mir vor einiger Zeit von seinem Liegerad und den Erfahrungen damit erzählte. Da er es aktuell nicht benötigt, hat mir der gute Dirk seine HP Speedmachine freundlicherweise zum Ausprobieren zur …

Nach Tübingen rollen

Vor einem Jahr habe ich über den Neubau des Radweges durch den Schönbuch nach Tübingen berichtet. Seit Frühjahr diesen Jahres ist der neue Radweg von Dettenhausen nach Tübingen fertiggestellt. Nachdem ich ihn nun in beide Richtungen befahren habe, kann ich sagen, dass er recht gut gelungen ist – feiner Belag, breit genug für den Radgegenverkehr und mit einem kleinen Grünstreifen ausreichend von der Autofahrbahn abgegrenzt. Sicher, ist gibt schönere und vor allem ruhigere Routen durch den Schönbuch, aber wenn es schnell gehen soll, ist diese direkte Verbindung auf geteertem Weg eine gute Wahl. An der Kreuzung Kälberstelle, wo sich die Landesstraße mit der Bundesstraße B464 von Böblingen nach Waldorfhäslach über einen Kreisverkehr kreuzt, schwenkt der Radweg zunächst ein kleines Stück gen Westen. Dort muss man mit Rad die Fahrbahnseite der stark befahrenen Bundesstraße wechseln. Für meine Begriffe keine ideale Lösung, weil die Kraftfahrzeuge an dieser Stelle bereits wieder recht schnell unterwegs sind. Wünschenswert wäre an dieser Stelle ein noch besserer Schutz für die Radfahrer. Zu verbessern ist auch noch die Teilstrecke zwischen Waldenbuch und Dettenhausen. …

Radbahn Münsterland

Zu Besuch bei alten Freunden im Münsterland haben wir auch einige schöne „Pättkestouren“ gemacht und dabei die Radbahn Münsterland kennen gelernt. In dieser Saison sind wir bereits auf mehreren ehemaligen Bahntrassen geradelt. Die Ausbau und die Qualität der Strecken sind recht unterschiedlich. Von sehr gutem Asphalt bis zu einfachen Waldwegen mit Sand oder Schotterbelag ist alles vertreten. Teilweise sind die Strecken recht kurz. Dann eignen sie sich eher für eine gelegentliche Spazierfahrt oder als Teilstrecke einer größeren Radausfahrt. Andere Strecken, wie die Radbahn Münsterland, die die Städte Coesfeld und Rheine miteinander verbindet, verfügen über Streckenlängen, die bereits als einfache Strecke mit 40 km eine ordentliche Distanz aufweisen, und hin-und zurück dann eine prima Trainingsstrecke ergeben, um Radkilometer zu machen und Kondition aufzubauen. Primär sind die ehemaligen Bahntrassen aber für die Radtouristik ausgelegt – auch die Radbahn Münsterland. Sie ist sehr gut ausgebaut, breit genug , um mit dem Gegenverkehr nicht in die Quere zu kommen, mit historischen Erinnerungsorten und touristischen Hinweistafeln versehen und insgesamt wunderbar in die herrliche Parklandschaft des westlichen Münsterlandes eingebettet.

Radfahrkonzept Sharrows

Normalerweise sind die Sommernächte bei unseren Freunden in Mödling am Rand des Wienerwalds sehr ruhig. Es gibt wenig Verkehr in dieser innerstädtischen Wohnstrasse – und nachts eh nicht. Doch dieses Mal war ein ständiges Kratzen und Schaben zu hören, wie wenn man mit dem Schneeschieber die Straße reinigt. Ein Wettersturz und Schnee – sehr unwahrscheinlich in dieser lauen Augustnacht! Aber was hatte es mit diesem nächtlichen Kratzen auf sich? Unsere Freunde hatten dafür auch keine Erklärung. Sie hatten im Schlafzimmer zum Garten ohnehin nichts mitbekommen. Das Rätsel über den nächtlichen Lärm löste sich erst auf, als wir beim Einkaufsbummel die neuen Fahrbahnmarkierungen auf der Straße gleich um die Ecke entdeckten. In der Nacht hatten also Handwerker den Straßenbelag etwas angefrässt und mitten auf der Fahrbahn neue Radfahrsymbole – die Mödlinger Sharrows – mit weißer Farbe aufgetragen. Auf den ersten Blick gefallen mir diese neuen Sharrows sehr gut. Anstelle von Radwegen, die in kleineren Nebenstraßen den Raum zu sehr verengen würden, sollen mit diesen Sharrows (ein Kunstwort aus share =teilen und arrow =Pfeil) die Radfahrer ermutigt …

Top Schwarzwald Rennradrunde

Die landschaftlich reizvolle Region um die Stadt Nagold ist meinem Radsportfreund wohl vertraut. Von früheren gemeinsamen Ausfahrten habe ich auch noch einige besonders schöne Strecken in Erinnerung, u.a. das einsame Zinsbachtal. Klar habe ich seinem Tourvorschlag in diese Region sofort zugestimmt: Gestartet sind wir im südlichen Nagolder Stadtteil Iselshausen, folgten von dort zunächst einem neu angelegten schattigen Radweg im Waldachtal Richtung Unterschwandorf und Oberschwandorf, um später auf wenig befahrener Straße über Beihingen, Bösingen mäßig ansteigend nach Pfalzgrafenweiler zu fahren. Dort entdeckten wir etwas abseits am Ortsende auf einem Privatgrundstück einen alten Schienenbus der Deutschen Bahn. – Erinnerungen an alte Zeiten; mit diesem Diesel-Schienenbus ist mein Freund jahrelang zur Schule gefahren. Auf der Höhe überquerten wir die Bundesstraße B28, um sofort steil hinab ins Zinsbachtal zu rollen. Dieses wohl zu den schönsten Tälern im nördlichen Schwarzwald zählende Tal bin ich bislang immer nur hinauf gefahren. Die Abfahrt auf dem Sträßchen mit inzwischen sehr gutem Teerbelag ist aber auch ein absoluter Genuss. Leider hat die idyllisch gelegene Wirtschaft „Zinsbachstube“ nur noch an den Wochenenden geöffnet. Aber wir waren …

Tour de France in Stuttgart

Heute rollt das Peloton der Tour de France zur Abschlussetappe wieder die Champs-Élysées entlang. Am Gesamtclassement der Grand Boucle wird sich wie immer auf der letzten Etappe nichts mehr ändern. Mit großem Vorsprung ausgestattet ist Christopher Froome der Sieg der diesjährigen Tour nicht mehr zu entreißen. 30 Jahre ist es nun her, als auch mich das Tourfieber gepackt hatte. Als im Jahr 1987 der umtriebige Journalist und Radsportveranstalter Winfried Holtmann aus Sindelfingen eine Touretappe nach Stuttgart holte, konnte ich mir das Tour de France-Spektakel direkt vor der Haustür anschauen – am Botnanger Sattel, wo die Rennfahrer die Kräherwaldstraße entlang brausten. Nachdem ich dort damals mit meiner kleinen Tochter eine ganze Weile auf die Tourkarawane gewartet hatte, war der Spaß auch rasch schon wieder vorbei, denn die Rennfahrer sind in weniger als einer Minute an uns vorbei gerauscht. So wie Tausende an den Straßen in Frankreich hat mich 1987 dieses Radsportereignis auch in Stuttgart in den Bann gezogen. Damals war der populäre Frankfurter Dietrich Thurau im Peloton dabei, und auch der junge Rolf Gölz aus Oberschwaben …

Offene Grenzen

Schengen ist heute aktueller denn je. Es ist  ein positives Symbol für Reisefreiheit, die Abschaffung von Grenzen und für Frieden in Europa. Das Schengen-Abkommen ermöglicht in Europa seit über 30 Jahren Reisen ohne Grenzkontrollen und steht für die Idee der offenen Grenzen. Mit meinen Radsportkameraden  sind wir bei unserem Ausflug in das Saarland dem Leservorschlag „Kleiner Grenzverkehr“ aus einer alten Ausgabe des TOUR-Magazins (Heft 12/2000) gefolgt, um das Saar-Mosel Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg zu besuchen. Gestartet sind wir einige Kilometer oberhalb der Saar im kleinen Merziger Stadtteil Mondorf. Von hier gelangten wir rasch hinauf zur französischen Grenze bei Waldwisse und fuhren mit weitem Blick in das Nachbarland über Launstroff – Ritzing – Manderen hinunter nach Apach an der Mosel. Im Tal erreichten wir rasch das Dreiländereck und die Brücke hinüber nach Schengen/Luxemburg. Direkt an der Mosel hielten wir vor dem Europa-Museum zur Geschichte des Schengener Abkommens an einem Denkmal aus Teilen der Berliner Mauer inne, dachten an  die leidvolle europäische Geschichte und freuten uns über die offenen Grenzen heute. Wir folgten dem herrlichen Moselradweg flussabwärts …