Alle Artikel in: Kultur

El mundo del libros

„Leer bien para vivir mejor“   Barrio de las letras Das alte Stadtviertel der Dichter und Denker wird jeder Madridbesucher kennen lernen. Hier befinden sich mit dem Nationalmuseum Prado und dem Museum Thyssen-Bornemisza einige der bedeutendsten Kunst-und Kulturtempel der Stadt. Madrid war und ist ein Zentrum der spanischen Kunst und Literatur und ein Mekka für Bücherfreunde. Überall stößt man hier auf Bücher. Selbst an einem Zeitungskiosk sehe ich Goethe und andere Klassikerausgaen neben alltäglichen Zeitschriften im Angebot. Librerias In kleinen Cafés gibt es Büchertische oder -regale, und einige Buchhandlungen betreiben in ihrem Laden einen Bistro. Dabei ist der Cafébetrieb oft nicht einmal von den Bücherwelten getrennt, wie man es von den großen Bücherkaufhäusern kennt. Die Bistrotische stehen da direkt bei den Büchern. Alles rechtt unkompliziert – muy relajado! Da bleibt es für mich als „Bücherwurm“ gar nicht aus, dass ich das eine oder andere Buch in die Hand nehme und zu Schmökern beginne. Dabei bin ich erstaunt, dass ich doch schon eine ganze Menge verstehe, obwohl ich mich immer noch als Spanisch Sprachanfänger sehe und …

Jazz, Jazz, Jazz

Eben habe ich mir in Stuttgart noch die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum angeschaut, da treffe ich heute im Circulo Bellas Artes in Madrid wieder auf Jazz. Man kann Stuttgart und Madrid nur gratulieren. „I got rhythm“ im Kunstmuseum Stuttgart und „Ahora Jazz“ im Circulo Bellas Artes Madrid sind faszinierende Bilder-Schauen, die den Rhythmus der Musik spüren lassen und richtig Lust auf Jazz machen. Die Stuttgarter Ausstellung gibt einen tollen Einblick in die Geschichte des Jazz. Insbesondere die frühe Rezeption in Deutschland in den sogenannten goldenen 20ger Jahren wird in den gezeigten Bildern lebendig. Die Stimmung des neuen Musikstils drückt sich in der Formen und Farbenvielfalt der Gemälde aus. Viele Maler dieser Zeit, wie Otto Dix und seine Weggefährten waren begeistert vom Jazz. Im Nazideutschland wurde dann die neue Musik als „Negermusik“ diffamiert und mit der modernen Malerei als entartete Kunst verboten. Die Wiederbelebung in der Nachkriegszeit hatte vielfach weiter mit Vorurteilen zu kämpfen, eroberte sich aber dann doch wieder ihren Platz in neu gegründeten Jazzclubs und Ateliers der 50ger und 60ger Jahre. Der neue gegründete …

Friedensweg

Auf einer kleinen Wanderung hoch über dem Inntal stoßen wir auf eine Stele mit Texttafel über die großen Themen und Zusammenhänge des Lebens. Hier, in dem kleinen Tiroler Weiler Mösern haben sich 1972 Vertreter aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz zum ersten Mal getroffen und mit Weitblick und Verantwortung die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) gegründet, „um gemeinsam Verantwortung für Frieden und gute Nachbarschaft zu übernehmen und miteinander Grenzen zu überwinden.“ Das könnte heute gleichsam als Leitbild für die Herausforderungen mit den aktuellen Flüchtlingsströmen nach Europa dienen: „Friede braucht den Weg über den Zaun zum Nachbarn, über die persönlichen Grenze, über die Haus-und Landesgrenze, über die Kontinente. Aber nicht nur die geografischen Grenzen sind zu überwinden: Kultur und Lebensart, Tradition und Prägungen, Dialekte und Sprachen sind nun einmal unterschiedlich gewachsen und entfaltet. Und es wäre fatal, diese Vielfalt zu einem Eintopf verkommen zu lassen. Einigkeit ist nicht Einförmigkeit. Je mehr ein Teil sich seiner Stärken (und Schwächen) bewusst ist, und je mehr er sich dem anderen Teil öffnet, seine Stärken zur Verfügung stellt, sich in …

Wandel und Wege im Herbst

Am Samstag traf sich eine kleine, bunt gemischte Schar naturverbundener Menschen des Deutschen Alpenvereins an der U-Bahnhaltestelle „Degen“ in Stuttgart-Wangen, um von dort hinauf zur Wangener Höhe zu wandern. In wenigen Minuten ist die Wohnbebauung zu Ende, und dann geht es gleich richtig steil hinauf. Schmale, oft kaum zu erkennende alte Wege („Wandel“) – von dichten Hecken und alten Sandstein-Trockenmauern gesäumt – führen Travertin gepflastert über moosbewachsene Staffeln durch die ehemaligen Weinberge. Nach Aufgabe des Weinbaus auf den wenig günstigen Nordhängen des Neckartals sind die einst so wichtigen Zugänge für die Weinbauern aus den Talorten im Laufe der Jahrzehnte zugewachsen und die begrenzenden und den Hang sichernden Mauern eingefallen. Damit drohte auch die Geschichte dieser uralten Kulturlandschaft in Vergessenheit zu geraten. Heute ist die Landschaft hier weitgehend in private Gartengrundstücke aufgeteilt, die nur noch wenig bewirtschaftet werden, teilweise verwildert sind oder ganz und gar auf Freizeitinteresse getrimmt sind. Unsere Begleiterin von der Umweltschutzgruppe der DAV Sektion Stuttgart erläuterte, wie das alte Wandel-Wegenetz in den letzten Jahren im Rahmen eines Landschaftsschutzprogramms der Stadt und Region Stuttgart …

Westturm Stiftskirche Stuttgart

Die Aussicht vom kantigen Westturm der Stiftskirche kann jedermann/frau nur zu besonderen Anlässen und an wenigen Tagen im Jahr geniessen. Als ich vor einigen Wochen anlässlich des Evangelischen Kirchentages das erste Mal die enge Wendeltreppe hinauf gestiegen bin und oben auf den schmalen Balkon nach außen trat, war ich vom Rundblick über die Dächer und auf die grünen Hänge Stuttgarts überwältigt. Im Mai war der Turm sogar am Abend geöffnet, und man konnte das bunte Treiben auf den Straßen und Plätzen auch bei Dunkelheit bewundern. Nun ist es bald wieder so weit. Die evangelische Stiftskirchengemeinde hat die nächsten Turmöffnungen für den Herbst 2015 angekündigt: So 13.09., 11.30 – 18.00 Uhr Sa 10.10., 11.00 – 16.00 Uhr Sa 19.12., 15.30 – 17.45 Uhr Ohne Gewähr. Änderungen und evtl. zusätzliche Termine unter www.stiftskirche.de

Kolpingchor im Museum

Ein guter Freund singt seit einigen Jahren im Kolpingchor Stuttgart – ein Männerchor mit langer Tradition und großem Repertoire, das von Opernchören, über traditionelles, anspruchsvolles Chorliedgut – bekannten und weniger bekannten Stücken, alten und modernen Schlagern bis hin zu Gospelliedern reicht. Chorkonzerte finden im Stuttgarter Kolpinghaus, in der Liederhalle und zuletzt im Naturkundemuseum Stuttgart statt. Die Wahl des Museums als Konzerthaus beweist, dass der Chor immer wieder mit außergewöhnlichen Darbietungen zu überraschen weiß. Nun lud der Chor nicht nur zum Konzert und zum Rundgang in das Naturkundemuseum ein, sondern zum „Panoptikum Curiosum“ und bot tatsächlich wie angekündigt „ein Kaleidoskop musikalischer Skurrilitäten“. Begonnen hat die Veranstaltung recht traditionell im Vortragssaal des Museums am Löwentor, wo ein „Custos“ das Publikum sprachgewaltig begrüßte und humorvoll ins Programm einführte. Unter der starken musikalischen Leitung von Annette Glunk begann nun temperamentvoll der ungewöhnliche Liedvortrag. Mit kleinen Wortbeiträgen und – spielereien zwischen den Liedern trug der Custos zur Unterhaltung bei und führte schließlich die zahlreichen Gäste hinaus ins Foyer, wo zunächst Brezeln, Bier und Wein, und später weitere Leckereien angeboten wurden. …

Wassertreten

Trotz Husten und Heiserkeit bin ich mit meinen Freunden bei recht wechselhaftem Wetter zum Radeln ins Kneippland Unterallgäu aufgebrochen. Dabei wollte ich auch meine hartnäckige Erkältung, die mich schon eine ganze Weile plagte, mit Wassertreten behandeln. Und siehe da – die Wasserkur hilft! Tatsächlich ging es mir mit der täglichen Abhärtung jeden Tag besser und am Ende der Radl-Woche bin ich ohne Halsbeschwerden nach Hause gefahren. In Gedenken an Sebastian Kneipp und aus Dankbarkeit für seine heilsamen Empfehlungen sind wir bei einem unserer Radausflüge dann auch den steilen Anstieg in den kleinen Weiler Stephansried bei Ottobeuren hinauf geklettert, um das Denkmal am ehemaligen Geburtshaus des Gesundheitsdoktors zu besuchen. Zu Hause in der Region Stuttgart gibt es auch schön gelegene Wassertretebecken in den stadtnahen Wäldern, z.B.am Buberlesbach in Botnang oder im Sindelfinger Sommerhofental. Mehr Informationen über die Kneipp Philosophie und die Kneippkur gibt es auf der Homepage des Kneippbundes.

Mosaik Zauber

Seit ein paar Wochen geht meine liebe Frau mit ihrer Freundin jeden Montagabend mit Begeisterung ins Mosaikzauber Atelier von Frauke Löffler. Als sie die ersten mit kleinen Glasplättchen filigran beklebten Werkstücke stolz mit nach Hause brachte, war ich sehr angetan. Mir gefallen Mosaik-Arbeiten schon immer, und ich bin erstaunt, wie in kurzer Zeit mit diesem uralten Kunsthandwerk so schöne Ergebnisse erzielt werden können. Talent ist eben Talent, und die Anleitung der sympathischen Künstlerin sowie die entspannte Atmosphäre unter gleichgesinnten Kreativschaffenden machen den Zauber dann möglich. Beflügelt von den ersten Erfolgen sind bereits neue Ideen geboren, und so werden die Besuche bei Mosaikzauber fortgesetzt. Ich bin jetzt schon gespannt auf die neuen Mosaik-Zauberstücke.