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Jazz open air

Alle Stuhlreihen und auch die kleine Tribüne sind bereits bis auf den letzten Platz gefüllt, ein freundliches Paar rutscht aber noch etwas enger aneinander, so dass auch ich noch einen Sitzplatz erwische. Die Musiker kommen auf die Bühne und schon geht es mit groovigen Sound los. Ein wahres musikalisches Feuerwerk bietet gleich zum Start die Bigband der Universiadad Playa Ancha. Während im mondänen Viña del Mar das internatinal besetzte Musiksfestival als großes Spektakel in den Medien gefeiert wird, findet nur ein paar Kilometer weiter in der Nachbarstadt Quilpué das Jazzfestival zu Ehren des bekannten chilenischen Jazzmusikers Eugenio Rengifo statt – und dass auch noch bei freiem Eintritt. Auf dem öffentlichen Platz, der inzwischen den Namen des Jazztrompeters und ehemaligen Ratsherrn der Stadt trägt, wurde in diesem Jahr nun schon zum vierten Mal das Beste auf die Bühne gebracht, was die chilenische Jazzszene zu bieten hat, u.a. Francesca Ancarola, Roberto Lecaros, Bruno Riveros, die Big Band der Universität Playa Ancha, Tryo, Jorge Campos,… Diese Musiker sind mir zwar alle unbekannt, aber dennoch wollte ich mir das …

Kolpingchor im Museum

Ein guter Freund singt seit einigen Jahren im Kolpingchor Stuttgart – ein Männerchor mit langer Tradition und großem Repertoire, das von Opernchören, über traditionelles, anspruchsvolles Chorliedgut – bekannten und weniger bekannten Stücken, alten und modernen Schlagern bis hin zu Gospelliedern reicht. Chorkonzerte finden im Stuttgarter Kolpinghaus, in der Liederhalle und zuletzt im Naturkundemuseum Stuttgart statt. Die Wahl des Museums als Konzerthaus beweist, dass der Chor immer wieder mit außergewöhnlichen Darbietungen zu überraschen weiß. Nun lud der Chor nicht nur zum Konzert und zum Rundgang in das Naturkundemuseum ein, sondern zum „Panoptikum Curiosum“ und bot tatsächlich wie angekündigt „ein Kaleidoskop musikalischer Skurrilitäten“. Begonnen hat die Veranstaltung recht traditionell im Vortragssaal des Museums am Löwentor, wo ein „Custos“ das Publikum sprachgewaltig begrüßte und humorvoll ins Programm einführte. Unter der starken musikalischen Leitung von Annette Glunk begann nun temperamentvoll der ungewöhnliche Liedvortrag. Mit kleinen Wortbeiträgen und – spielereien zwischen den Liedern trug der Custos zur Unterhaltung bei und führte schließlich die zahlreichen Gäste hinaus ins Foyer, wo zunächst Brezeln, Bier und Wein, und später weitere Leckereien angeboten wurden. …

Gitarre spielen

Der kleine Enkel unser lieben Freunde spielt mit seinen 8 Jahren inzwischen so herzerfrischend auf seiner Gitarre, dass es mich motiviert hat, nach vielen Jahren selbst wieder einmal eine Gitarre in die Hand zu nehmen. Ob da noch etwas geht? Nun gut, die Finger sind schon etwas steif, und in den ersten Tagen kam auch noch der Schmerz dazu. Die Fingerkuppen und die Gelenke tun mir weh. Nach etwas Übung ging es dann aber schon wieder ein wenig. Ein paar Stunden Gitarrenunterricht bei Franco waren hilfreich, alte Kenntnisse in Erinnerung zu rufen und wieder ein wenig Gefühl für den Rhythmus bei der Liedbegleitung zu entwickeln. Inzwischen übe ich fast täglich und so langsam geht sogar auch schon etwas Fingerpicking Jetzt hat mich das Gitarre spielen richtig gepackt und ich wollte nun auch ein etwas besseres Instrument. Auf der letzten Fahrt nach Berlin haben wir das Musikermekka in Franken besucht und in der Gitarrenabteilung von Thomann ein paar Instrumente ausprobiert. Die ausgewählte Konzertgitarre (Höfner SE I – für Anfänger) macht jetzt noch mehr Lust zum Üben. …

Let’s work together

Die alten Rocksongs von Canned Heat mag ich immer noch: „On the Road again“, „Going up the country“ und besonders „Let’s work together“. Irgendwo hatte ich da doch noch die alte Single. Die habe ich jetzt mit einem kleinen Uhrwerk versehen, und so zeigt mir nun die „Let’s work together“ Uhr die Zeit an, erinnert mich an alte Zeiten, den eingängigen schönen Song und an das, was wirklich wichtig ist: „Together we’ll stand, divided we’ll fall … Come on now people, let’s work together ……“ Klar, die Musik habe ich noch im Ohr, aber lieber höre ich „Let’s work together“ von Canned Heat. Da schalte ich meine kleine Songbox ein und schon geht es los…. Let’s work together

KlezmerFantasien – Theater La Lune

Im heimeligen Kulturcafé Theater La Lune können wir nicht nur köstliche Suppe genießen und liebe Freunde treffen, sondern auch gute Musik und anspruchsvolle Texte hören. – Zeit, mal wieder dieses Kleinod im Stuttgarter Osten zu besuchen. Das Ensemble KlezmerFantasien und Julianna Herzberg, die emsige Theaterleiterin, versprachen uns mit temperamentvollen und besinnlichen Liedern und Gedichten mit in den Frühling und in die jüdische und arabische Welt zu nehmen. Bis auf den letzten Stuhl ist der Theaterraum gefüllt. Licht aus – Spot an – und es geht los. Ob klassisch-swingend, zärtlich arabisch beseelt, nachdenklich rezitierend und mit Paul Celan auch schon mal ein wenig traurig. Dann wieder im kraftvollen Tangorhythmus und mit einem alten Kinderlied neckisch verspielt. Das Programm „Unter Bäumen“ lädt an diesem Abend ein, den Melodien, Worten und der kulturellen Vielfalt des Ostens zu folgen. Musikalisch so gekonnt vorgetragen, wie von der jungen Sängerin Sisu Lustig Häntsche und ihrem Männerquintett mit Friedhelm Buschbeck, (Klarinette), Hendrik Rahn (Violine), Markus Ege (Akkordeon), Christian Kiss (Gitarre) und Hans-Chris Dreßen (Kontrabass), folgen die Zuschauer allzu gerne. Julianna Herzberg trägt …

Geigen bauen

Selbst habe ich nie ein Handwerk erlernt. Um so mehr faszinieren mich die uralten und auch neuartigen handwerklichen Künste. Gerne wollte ich mir einmal anschauen, wie aus ein paar wenigen Hölzern eine Geige entstehen und erklingen kann. Wie es der Zufall will, hatte ich letztes Jahr bei einer Hochzeitsfeier in Wien einen Geigenbaumeister kennengelernt und war natürlich sehr angetan, als er mir anbot, ihn doch in seiner Werkstatt zu besuchen. Gleich zu Beginn des neuen Jahres bot sich die Gelegenheit. Ich war sehr gespannt und auch ein wenig aufgeregt, als ich die Werkstatt von Martin Schwalb betrat. Nach freundlichem Empfang führte mich der Meister dann

Martina Guse spielt und singt Zarah Leander

„Zarah – Das totale Lied“ von Peter Lund. Das kleine Theater La Lune in der Haussmannstrasse hat wieder eingeladen. Vor der Vorstellung passend zum Programm, köstliche Schwedische Lachscremesuppe. Der große deutsche Star aus Schweden hat 40.Geburtstag. Zarah Leander, eindrucksvoll verkörpert von Martina Guse, starrt auf das Telefon. Sie spricht mit dem schwarzen Apparat, beschwört und beschimpft ihn – aber keiner ruft an. Niemand nimmt ihren Geburtstag zur Kenntnis: „Alles still hier – zu still!“ – Sie leidet hörbar, sichtbar. Zarah Leander, die Diva, die