Alle Artikel in: Natur

Der Bernhardsbach

Auch wenn sie noch so spärlich dahin plätschern, kann ich mich bis heute der Faszination, die Bäche und kleine Flüsse auf mich ausüben, nicht entziehen. In meiner Erinnerung gab es früher am Stadtrand von Stuttgart eine Reihe von Bächen und Wasserspielplätzen für uns Kinder. In späteren Jahren verschwanden einige davon. Sie wurden im Zuge zunehmender Bebauung entweder verdolt oder in langweilige Betonrinnen verlegt. Aber einer der Bäche aus meiner Kindheit ist immer noch fast so erhalten, wie ich ihn Erinnerung hatte und bis heute einer der saubersten von Stuttgart. Der städtische Gewässergütebericht weist ihn als einer der wenigen mit der höchsten Güteklasse als unbelastet oder sehr gering belastet und mit hoher Artenvielfalt aus. Auf dem Weg zum schon damals beliebten Ausflugsziel Bärenschlössle gingen wir vom Schloss Solitude kommend immer am Bernhardsbach entlang, der den Bärensee füllt und dort gestaut wird. Früher war der Weg im Bernhardsbachtal noch weitgehend unbefestigt. Wir sprangen über Steine und Wurzeln, überquerten den Bach ab und an oder liefen als Kinder mit oder ohne Schuhe einfach so durchs flache Wasser. Dieser …

Auf dem Feuerbacher Lemberg

  Nach wochenlanger Krankheit kann ich endlich wieder raus und meine geliebten Spaziergänge und Wanderungen unternehmen. Für den ersten etwas weiteren Ausflug in den Stuttgarter Norden bin ich mit der S-Bahn zum Bahnhof Zuffenhausen angereist. Von dort sind es keine 10 min in den bewaldeten Stadtpark Zuffenhausen. Dort angekommen, überraschte ich zur Mittagszeit direkt am Waldrand ein nur wenig scheues Reh, dass die Ohren spitzend innehielt und sich so kurze Zeit ruhig beobachten ließ, bis es dann kehrt machte und schließlich im Dickicht verschwand. Leicht ansteigend Richtung Süden erreicht man bald eine wunderschöne Lichtung mit Spiel- und Grillplatz. Der Zuffenhäuser Hirt Weg kreuzt dann den Feuerbacher Talkrabbenweg, den an diesem warmen sonnigen Frühlingstag einige Mitarbeiter der nahegelegenen Industriebetriebe für einen Spaziergang in der Mittagspause nutzen. Der Talkrabbenweg führt schließlich zum Feuerbacher Höhenweg am Lemberg. – Seit meiner Schulzeit am Feuerbacher Leibniz-Gymnasium, als wir hier zu sog. Lerngängen hinaufkamen, bin ich nicht mehr auf dem Lemberg gewesen. Der langgezogene Weinbergrücken bietet einen wunderschönen Blick über den Killesberg hinweg auf die Stuttgarter Höhen im Süden, südöstlich bis ins …

Zum Museum Ritter wandern

Mit dem Rad fahren wir von Musberg aus meistens die schnelle ehemalige Bahntrasse durchs Siebenmühlental hinunter um nach Waldenbuch und dort ins Museumscafé Ritter zu kommen. Zu Fuß haben wir vor ein paar Wochen an einem herrlichen Spätsommertag einen anderen Weg gewählt. Aus dem Talgrund in Musberg ging es an der Jugendfarm zunächst steil hinauf in den Wald, wo wir den Weg geradeaus Richtung Steinenbronn wählten. In den Wipfeln rauschte kein Wind, aber ganz nah über den Baumkronen und unseren Köpfen die zur Landung auf dem Stuttgarter Flughafen ansetzenden Flieger. Das übertönte zwar alles und dennoch empfanden wir dieses Spektakel zwischen den Baumwipfeln irgendwie auch ganz unterhaltsam. Bald aber ließ der Fluglärm nach, und der Weg führte steil hinab zum Klingenbach mit seinem wilden Naturerlebnispfad und schließlich zum idyllisch gelegenen Sulzbachstausee. Von dort war es dann nur noch ein kurzes Stück hinunter ins Aichtal mit der Straße zwischen Schönaich und Waldenbuch. Diese querten wir an der Oberen Rauhmühle und kamen direkt dahinter auf den Museumsradweg, der sich über fast 40 km von Weil der Stadt bis …

Ein ganzer Tag nur Wald

Nachdem ich den nahe gelegenen Naturpark Schönbuch für mich als Wanderparadies wiederentdeckt hatte, kam die Einladung der Reutlinger Förster zu einer ganztägigen Schönbuch-Wanderung wie gelegen. Sommerliche Temperaturen an diesem späten Septembertag boten ideale Voraussetzungen einen ganzen Tag wandernd im Wald zu verbringen. Die Wandergruppe, die sich frühmorgens am Bahnhof in Unterjesingen bei Tübingen eingetroffen hatte, war bunt gemischt, nicht allzu groß, und die TeilnehmerInnen allesamt recht entspannt. Nach einer kurzen Erläuterung der Wanderstrecke durch die beiden Führer, die Forstdirektoren Gamerdinger und Kemmner, ging es sofort los und den südlichen Schönbuchhang durch die Weinberge steil hinauf. Oben angelangt hielten wir kurz inne. Vor uns die satten Reben, unten das weite Tal der Ammer in leichten Morgennebel gehüllt, die Wurmlinger Kapelle wie eh und je exklusiv auf ihrem Solitär thronend und dahinter im Dunst die markante Kette der Schwäbischen Alb. Ein paar bunte Heißluftballons am Himmel verliehen diesem feinen Landschaftsbild weitere Farbtupfer und stimmten uns ein auf einen schönen Tag. Nun, die vor uns liegende ca. 32 km lange Wanderstrecke zollt mir schon etwas Respekt ab. Zwar bin …

Im Schönbuch wandern

Im Süden von Stuttgart haben wir den Schönbuch, der zu den schönsten und abwechslungsreichsten Wäldern in Deutschland zählt. Für den Naturliebhaber aus der Großstadt ein wahres Refugium, in dem es immer wieder Neues zum Erforschen und Entdecken gibt. Den Schönbuch queren nur wenige Straßen, dafür aber reichlich Wege zum Wandern und Radfahren. Der  Naturpark Schönbuch zählt in der Region Stuttgart zu den lohnenswertesten Ausflugszielen und ermöglicht den Besuchern herrliche Naturerlebnisse. In dem kleinen Büchlein von Dieter Buck „Wanderziele in der Region Stuttgart“ aus dem Silberburg Verlag sind auch einige reizvolle Wandervorschläge für den Schönbuch beschrieben. Auf unserer Wanderung folgen wir hier dem Tourvorschlag 32 des Büchleins durch eines der schönsten Täler im Schönbuch. Von Dettenhausen aus lässt es sich durch das ruhige Schaichtal am frühen Morgen prima an. Der breite und bequeme Weg folgt ziemlich genau dem Bachverlauf. Feuchtwiesen, von Wasserrosen bedeckte kleine Teiche, im Schilfgras versteckte Tümpel  und immer wieder – mal ruhig fließend, dann wieder etwas forscher sprudelnd – der Bach an unserer Seite, bis wir an einer Wegkreuzung das Tal verlassen, um auf unbefestigtem …

Entdeckung des Alpenbocks

Mit unseren Mödlinger Freunden wollten wir auf einer Wanderung im Biosphärenpark Wienerwald den Ursprung des Mödlingbaches erkunden. Wir starten am Gasthaus Wöglerin, queren die Wiesen des Winkelberges, kreuzen mehrere Amphibienbiotope am Rande des hier überall vorherrschenden Buchenwaldes und streifen durch Wald und Wiesen hinauf zum Aussichtspunkt „Kaiserstein“ in Hochroterd, den ich bereits als Ziel diverser Rennradausfahrten kennen gelernt hatte. Hier oben auf dem höchsten Punkt unserer Rundwanderung genießen wir den weiten Blick über die Höhen des Wienerwaldes und wenden uns im weiten Bogen – zunächst parallel zur Landesstraße, dann jenseits auf einem Reitweg am Waldrand entlang – wieder hinab Richtung Sulz zum Ausgangspunkt. Da entdecken wir an einem Baumstumpf einen recht seltsamen Käfer, der uns durch seine Größe und Schönheit in den Bann zieht. Keiner von uns hat jemals diese Art Käfer gesehen und so rätseln wir, ob es sich dabei möglicherweise um ein eingeschlepptes exotisches Käfertier handeln könnte. Wir bewundern das eigenartige Geschöpf noch ein wenig, machen ein paar Fotos und folgen dem Wanderweg durch herrlichen Buchenwald zurück zur Wöglerin. Neugierig, was wir da …

Nationalpark Stilfser Joch

Mit meinen Bergkameraden ging es dieses Jahr hoch hinauf ins Ortlergebiet, Teil des Nationalparks Stilfser Joch (Parco Nationale dello Stelvio)- eine der faszinierendsten Hochgebirgsregionen in den Ostalpen. Am ersten Tag ging es über den Reschenpass nach Sulden und von dort mit der Bergbahn zur Schaubachhütte auf 2581m. Nachdem wir bei herrlichstem Sommerwetter losgefahren sind und uns auch am Fernpass, im Inntal und am Reschenpass die Sonne noch angelacht hat, war es schon eine kleine Enttäuschung, dass die majestätischen Gipfel hier nun wolkenverhangen vor uns lagen. Meine Bergfreunde ließen sich dennoch nicht von der geplanten Nachmittagswanderung zum Madritschjoch (3123 m) und von dort weiter bis zum Gipfel der Hinteren Schöntaufspitze (3325m) abbringen, während ich etwas Mühe hatte mich zu akklimatisieren und nur einen kleinen Spaziergang durch die schneebedeckten Hänge des Skigebiets unternahm. Am nächsten Tag dann Sonnenschein pur und der Himmel völlig wolkenfrei. Auf ging es zur nächsten Etappe über den Suldenferner zur Casatihütte auf 3254 m Höhe. Ursprünglich wollten wir den Übergang auf dem Normalweg am Eisseepaß nehmen. Dann folgten wir mit unserer Gruppe in …

GartenCafé Grünwerkstätten

Für ein Treffen mit unseren alten Freunden im Münsterland haben sie für uns ein besonders schönes Gartencafé vor den Toren der Stadt Münster ausgewählt. Die Grünwerkstätten – ein großer Garten mitten im Grünen – sind an den Wochenenden als Ausflugsziel sehr beliebt. Wir fanden am Sonntag kaum ein freies Plätzchen in diesem idyllischen Areal einer alten Gärtnerei, das inzwischen als Garten-und Kulturcafé sehr rege genutzt wird. Die Gästetische der Grünwerkstätten sind im weiten Gelände verstreut und teilweise recht versteckt platziert. Auch das Gewächshaus ist in den Cafébetrieb einbezogen. Dort fanden wir zwischen Tomaten-, Paprika- und Gurkenpflanzen dann schliesslich auch noch einen großen Tisch, wo wir das Wiedersehen mit den Freunden feiern und den leckeren Kuchen genießen konnten. Nach dem Kaffee haben wir dieses grüne Paradies bei einem kleinen Rundgang noch ein wenig erkundet, den herrlichen Bauerngarten bewundert und auch die exotisch anmutenden begrünten Hügelhäuser, wovon eines den Gästen für Feiern und Feste angeboten und das andere privat genutzt wird.