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Wandel mit Ge-NUSS

Heide von der Natur-und Umweltschutzgruppe NUSS des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Stuttgart hat zur Frühjahrswanderung eingeladen – auf uralten Wegen aus dem Neckartal auf die Wangener Höhe. Schon im Herbst waren wir auf den Wandel und Wegen unterwegs, und auch jetzt ist es wieder ein Ge-NUSS, diesen alten Pfaden zu folgen. Überall gibt es etwas Neues zu entdecken, insbesondere wenn kompetente Leute die Gruppe begleiten und den einen oder anderen Hinweis geben. Dieses Mal war Wolf-Dietrich Paul dabei, der die Wege in-und auswendig kennt und sein Expertenwissen gerne teilt. Als ehemaliger Leiter des Umweltamtes der Stadt Stuttgart, war er massgeblich verantwortlich für die Wiederherstellung dieses historischen Wandel-Wegenetzes. Die Bezeichnung „Wandel“, erklärt er, habe nichts mit freudvollem „Lustwandeln“ zu tun, der Name stamme vermutlich von der Bezeichnung der Flurstücke – den Gewannen. Immer war es harte Arbeit, diese steilen Hanglagen zu bewirtschaften. Und auch die gemeinsame Aktion der Stadt Stuttgart, der Obst-und Gartenbauvereine und der privaten Gartenbesitzer, die verfallenen Pfade wieder in ein begehbares Wegenetzes zu verwandeln, stellte eine große Herausforderung dar. Dass dies gelungen ist, …

Wandern in den Anden

Nachdem ich vom Gipfel des Campana in den Küstenkordilleren einen Blick auf die faszinierende Andenkette werfen konnte, wollte ich nun  auch unbedingt die Anden besuchen. Sie sind von meinem Aufenthaltsort in Valparaíso ja näher als die Alpen von Stuttgart aus. So habe ich für ein paar Tage im Rifugio Lo Valdés des Club Andino Alemán ein Zimmer gebucht und von dort ausgedehnte Wanderungen in die Seitentäler des Cajón de Maipo unternommen. Eine gute Adresse für Andentourn unweit Santiagos. Am ersten Tag entspanntes Gehen von den heißen Quellen in dem kleinen Weiler Baño Morales hinauf ins Hochtal El Morado, ein Naturdenkmal, das von Conaf, der Organisarion für alle National- und Naturparks Chiles, verwaltet wird. Ein buntes Meer von Blüten unterschiedlichster Farben schmückte die Hänge links und rechts des Weges, und bevor ich weiter bis zum Gletscher San Francisco am Talschluss gehen konnte, erwartete mich ein Entenpaar auf der kleinen Laguna Morales. Hier hielt ich Rast, und in Erwartung einiger Brotkrumen kamen die kleinen Vögel immer näher. Was für eine Idylle – außer mir nur noch drei …

Quisco – Die Königin der Nacht

Es ist ein Naturspektakel ohnegleichen, dem ich hier beiwohne – und das jetzt schon seit mehr als zwei Wochen. Direkt vor dem Fenster meines Hostals hier in Valparaíso/Chile steht ein stattlicher Kaktus – mehr als 3 Meter hoch-, den sie hier in Chile „Quisco“ nennen, und der hauptsächlich im Norden und der Mitte Chiles wächst. Dieser bietet jeden Abend eine unvorstellbar gigantische Blütenshow. Mehrere, – einmal bestimmt bis zu einem Dutzend – wunderschöne, etwa 20 cm große, mehrblättrige weiße Blüten, die bis zum Morgen ihre ganze Pracht entfalten, und an deren Nektar sich dann Schwärme von Insekten laben. Nur wenige Stunden später setzt aber auch schon die Verwelkung ein, und im Laufe des Tages schrumpfen sie auch schon wieder vollends zusammen, um dann schließlich bald abzufallen, und den Nächsten für die Entfaltung Platz zu machen. Eine solche Blütenshow habe ich zuvor noch nie gesehen, und schon gar nicht von der ersten Reihe, auf Augenhöhe mit dem Geschehen auf der Bühne, auf der dieses gewaltige Naturschauspiel abläuft. Es ist eine wahre Freude dem zuzuschauen.

Der Berg ruft – La Campana

Die Bergwanderung auf Darwins Spuren im Nationalpark La Campana in der Region Valparaiso hat mir sehr gut gefallen. Schade nur, dass es an diesem Tag nicht ganz hinauf auf den Berg gelangt hat. Die Aussicht wird doch so gepriesen. Gestern bin ich nun ganz früh aufgestanden, um bis auf den Gipfel des Campana zu steigen. Von 400m auf 1880m und wieder runter war für mich doch ganz schön anstrengend – puuh. Mit Pausen habe ich dazu insgesamt fast 9 Stunden gebraucht. Oben angekommen, war dann die Fernsicht doch nicht mehr so gut, da inzwischen Wolken aufgezogen sind. Aber immerhin war die Andenkette am Horizont schemenhaft noch zu erkennen. Insegeamt war es wieder eine ganz tolle Tour und dazu noch mit recht exotischer Flora.

Auf Darwins Spuren

Jetzt bin ich für ein paar Wochen in der quirligen chilenischen Hafenstadt Valparaiso und will hier auf jeden Fall auch einige Ausflüge in die Natur unternehmen. In Chile müssen es nicht unbedingt die Anden sein für schöne Bergtouren. Auch die Küstenkordillere in Zentralchile bietet im Biosphärenreservat Parque National de Campana wunderschöne Wandermöglichkeiten in einer Landschaft mit sehr vielfältiger und abwechslungsreicher Flora und Fauna. Schon Charles Darwin ist bei seinen Forschungs-und Entdeckungsreisen 1834 auf den Gipfel des Campana gestiegen. Am letzten Wochenende bin ich mit der Metro Reginal bequem von Valparaiso direkt hinauf in ein durch den Gemüseanbau bekanntes Tal um das Provinzstädtchen Limache gefahren, und von dort dann mit dem Bus in den Ort Olmué zu einem der Zugänge in den Nationalpark. Bis zum Gipfel reichte es an diesem Tag nicht. Dafür benötigt man gut 10 Stunden, und am Wochenende fährt die erste Metro in Valparaiso erst um 8.30 Uhr ab – zu spät für ein Gipfelziel. Aber der Sendero Andinista, -zunächst an schattigen Picknickplätzen vorbei, dann durch den Wald steil hinauf bis zum Aussichtspunkt …

Wandel und Wege im Herbst

Am Samstag traf sich eine kleine, bunt gemischte Schar naturverbundener Menschen des Deutschen Alpenvereins an der U-Bahnhaltestelle „Degen“ in Stuttgart-Wangen, um von dort hinauf zur Wangener Höhe zu wandern. In wenigen Minuten ist die Wohnbebauung zu Ende, und dann geht es gleich richtig steil hinauf. Schmale, oft kaum zu erkennende alte Wege („Wandel“) – von dichten Hecken und alten Sandstein-Trockenmauern gesäumt – führen Travertin gepflastert über moosbewachsene Staffeln durch die ehemaligen Weinberge. Nach Aufgabe des Weinbaus auf den wenig günstigen Nordhängen des Neckartals sind die einst so wichtigen Zugänge für die Weinbauern aus den Talorten im Laufe der Jahrzehnte zugewachsen und die begrenzenden und den Hang sichernden Mauern eingefallen. Damit drohte auch die Geschichte dieser uralten Kulturlandschaft in Vergessenheit zu geraten. Heute ist die Landschaft hier weitgehend in private Gartengrundstücke aufgeteilt, die nur noch wenig bewirtschaftet werden, teilweise verwildert sind oder ganz und gar auf Freizeitinteresse getrimmt sind. Unsere Begleiterin von der Umweltschutzgruppe der DAV Sektion Stuttgart erläuterte, wie das alte Wandel-Wegenetz in den letzten Jahren im Rahmen eines Landschaftsschutzprogramms der Stadt und Region Stuttgart …

Eidechsen im Kessel

In unseren Großstädten kann man heute Tierarten entdecken, die dort kaum vermutet werden. Auch im Stuttgarter Kessel mit der Nähe zum Wald und den vielen grünen Inseln siedeln trotz Feinstaub und anderer Belastungen allerlei bedrohte Tierarten mitten in der City. Einige, wie der Juchtenkäfer in den Unteren Anlagen nahe des Bahnhofs haben bei den Auseinandersetzungen um das in der Stadt hochstrittige Bahnbauvorhaben Stuttgart 21 traurige Berühmtheit erlangt. Weniger bekannt, jedoch ebenso gefährdet sind die Lebensräume der auch auf der Roten Liste bedrohter Tiere stehenden Mauereidechsen. An der Zeppelinstraße gleich hinter dem Hölderlinplatz beobachte ich auf den kleinen Staffeln am Hang immer mit großer Freude die kleinen flinken Reptilien. Auf den Platten und Mauern dort finden sie ausreichend Wärme, Nahrung und Unterschlupf. Die Mauereidechsen leben im Stuttgarter Westen entlang der Gäubahntrasse bis hinauf auf den Birkenkopf, auch im Travertin-Park unweit der Wilhelma, und weiter im Neckartal bis nach Obertürkheim. Für die Bahntrasse nach Ulm wurde im vergangenen Jahr zwar der Planfeststellungsbeschluss verändert und um Natur-und Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt der am Neckar siedelnden Eidechsenpopulationen ergänzt. Aber ob …

Überlebenskünstler im Lavagestein

Auch für die an landschaftlichen Reizen reiche Kanareninsel Tenerifa ist das Naturreservat „Malpais de Güímar“ beim kleinen Hafenstädtchen Puertito de Güimar im Südosten der Insel einmalig. Zwischen dem knapp 300 m hohen Vulkankegel Montaña Grande und der Küste erstreckt sich östlich des Ortes eine zauberhafte Lavalandschaft, in der sich in Tausenden von Jahren eine vielfältige, spezialisierte Pflanzenwelt ausgebreitet hat. Der gut ausgebaute Wanderpfad mit mehrsprachigen Informationstafeln führt in ungefähr 2 Stunden durch das wunderbare Naturschutzgebiet und bietet nicht nur herrliche Ausblicke auf das Güímar-Tal und zum Anaga-Gebirge, sondern vermittelt auch einen guten Eindruck über die besondere Flora und Fauna dieser auf den ersten Blick kargen Landschaft. Nach der Rundwanderung kann man an den Badeplätzen im Ort noch ins Meer hüpfen oder in einem der kleinen Lokale rund um den Platz am Hafen guten und preiswerten Fisch geniessen. Weitere Informationen (in Spanisch) und Fotos hier