Alle Artikel in: Reisen

Chile entdecken und Spanisch lernen

Vor einem Jahr um diese Zeit habe ich mich recht spontan für einen längeren Aufenthalt in Chile entschieden und mit Hilfe der Vermittlungsagentur Chile-Inside kurzfristig eine Gastfamilie, eine Sprachschule und eine ehrenamtliche Tätigkeit in der quirligen Hafenstadt Valparaiso in Zentralchile gefunden. Für mich waren die 8 Wochen in Chile eine tolle Zeit, die ich so schnell nicht vergessen werde. Auf Anregung meiner Spanischlehrerin in Stuttgart habe ich auch für die Sprachlernzeitschrift ECOS ein paar Eindrücke auf Spanisch zusammen gefasst. In der soeben erschienenen ECOS Januar Ausgabe für 2017 ist nun mein Beitrag erschienen: Mehr über meine Chilereise auf deutsch: Sprachkurs in Chile Meine Gastfamilie Aufarbeitung der Pinochet-Diktatur Chiles Fahrradbewegung Menschen, die auf der Straße leben Die Häuser des Dichters Pablo Neruda Wandern in den Anden Nationalpark La Campana

Bei Benfica Lissabon

Nach vielen Jahren besuchen wir mit lieben Freunden wieder Portugals bunte Hauptstadt Lissabon. Klar wollten wir als alte Fußballfans da gerne auch zu Benfica in das herrliche Estádio da Luz. Obwohl das Stadion am Freitagabend beim Spiel der Primeira Liga gegen den Tabellenzehnten aus Portugals Norden, Paçaos Ferreira, mit über 50.000 Zuschauern gut besucht war, hatten wir kein Problem, an der Stadionkasse noch zwei Karten für uns zu bekommen. Die Stimmung war vor dem Match schon ausgezeichnet, und als dann der Benfica-Adler im weiten Rund der roten Stadionschüssel seine Runden drehte, um schließlich am Anstoßpunkt zu landen, jubelten die Adler-Fans tausendfach ohrenbetäubend – ein Vorgeschmack dessen, was wohl nach einem Tor der „Adler“ zu hören sein wird. Die ersten Akzente in den Anfangsminuten setzen zunächst aber die in ihren knallgelben Jerseys mutig auftretenden Gäste. Die „Biber“, wie die Spieler aus Ferreira in Anspielung an die dortige Holz-und Möbelindustrie genannt werden, versteckten sich keineswegs und gestalteten das Spiel in den ersten 20 Minuten noch recht ausgeglichen. Mehr und mehr setzte sich dann aber die spielerische Klasse …

Radbahn Münsterland

Zu Besuch bei alten Freunden im Münsterland haben wir auch einige schöne „Pättkestouren“ gemacht und dabei die Radbahn Münsterland kennen gelernt. In dieser Saison sind wir bereits auf mehreren ehemaligen Bahntrassen geradelt. Die Ausbau und die Qualität der Strecken sind recht unterschiedlich. Von sehr gutem Asphalt bis zu einfachen Waldwegen mit Sand oder Schotterbelag ist alles vertreten. Teilweise sind die Strecken recht kurz. Dann eignen sie sich eher für eine gelegentliche Spazierfahrt oder als Teilstrecke einer größeren Radausfahrt. Andere Strecken, wie die Radbahn Münsterland, die die Städte Coesfeld und Rheine miteinander verbindet, verfügen über Streckenlängen, die bereits als einfache Strecke mit 40 km eine ordentliche Distanz aufweisen, und hin-und zurück dann eine prima Trainingsstrecke ergeben, um Radkilometer zu machen und Kondition aufzubauen. Primär sind die ehemaligen Bahntrassen aber für die Radtouristik ausgelegt – auch die Radbahn Münsterland. Sie ist sehr gut ausgebaut, breit genug , um mit dem Gegenverkehr nicht in die Quere zu kommen, mit historischen Erinnerungsorten und touristischen Hinweistafeln versehen und insgesamt wunderbar in die herrliche Parklandschaft des westlichen Münsterlandes eingebettet.

Nationalpark Stilfser Joch

Mit meinen Bergkameraden ging es dieses Jahr hoch hinauf ins Ortlergebiet, Teil des Nationalparks Stilfser Joch (Parco Nationale dello Stelvio)- eine der faszinierendsten Hochgebirgsregionen in den Ostalpen. Am ersten Tag ging es über den Reschenpass nach Sulden und von dort mit der Bergbahn zur Schaubachhütte auf 2581m. Nachdem wir bei herrlichstem Sommerwetter losgefahren sind und uns auch am Fernpass, im Inntal und am Reschenpass die Sonne noch angelacht hat, war es schon eine kleine Enttäuschung, dass die majestätischen Gipfel hier nun wolkenverhangen vor uns lagen. Meine Bergfreunde ließen sich dennoch nicht von der geplanten Nachmittagswanderung zum Madritschjoch (3123 m) und von dort weiter bis zum Gipfel der Hinteren Schöntaufspitze (3325m) abbringen, während ich etwas Mühe hatte mich zu akklimatisieren und nur einen kleinen Spaziergang durch die schneebedeckten Hänge des Skigebiets unternahm. Am nächsten Tag dann Sonnenschein pur und der Himmel völlig wolkenfrei. Auf ging es zur nächsten Etappe über den Suldenferner zur Casatihütte auf 3254 m Höhe. Ursprünglich wollten wir den Übergang auf dem Normalweg am Eisseepaß nehmen. Dann folgten wir mit unserer Gruppe in …

GartenCafé Grünwerkstätten

Für ein Treffen mit unseren alten Freunden im Münsterland haben sie für uns ein besonders schönes Gartencafé vor den Toren der Stadt Münster ausgewählt. Die Grünwerkstätten – ein großer Garten mitten im Grünen – sind an den Wochenenden als Ausflugsziel sehr beliebt. Wir fanden am Sonntag kaum ein freies Plätzchen in diesem idyllischen Areal einer alten Gärtnerei, das inzwischen als Garten-und Kulturcafé sehr rege genutzt wird. Die Gästetische der Grünwerkstätten sind im weiten Gelände verstreut und teilweise recht versteckt platziert. Auch das Gewächshaus ist in den Cafébetrieb einbezogen. Dort fanden wir zwischen Tomaten-, Paprika- und Gurkenpflanzen dann schliesslich auch noch einen großen Tisch, wo wir das Wiedersehen mit den Freunden feiern und den leckeren Kuchen genießen konnten. Nach dem Kaffee haben wir dieses grüne Paradies bei einem kleinen Rundgang noch ein wenig erkundet, den herrlichen Bauerngarten bewundert und auch die exotisch anmutenden begrünten Hügelhäuser, wovon eines den Gästen für Feiern und Feste angeboten und das andere privat genutzt wird.

Offene Grenzen

Schengen ist heute aktueller denn je. Es ist  ein positives Symbol für Reisefreiheit, die Abschaffung von Grenzen und für Frieden in Europa. Das Schengen-Abkommen ermöglicht in Europa seit über 30 Jahren Reisen ohne Grenzkontrollen und steht für die Idee der offenen Grenzen. Mit meinen Radsportkameraden  sind wir bei unserem Ausflug in das Saarland dem Leservorschlag „Kleiner Grenzverkehr“ aus einer alten Ausgabe des TOUR-Magazins (Heft 12/2000) gefolgt, um das Saar-Mosel Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg zu besuchen. Gestartet sind wir einige Kilometer oberhalb der Saar im kleinen Merziger Stadtteil Mondorf. Von hier gelangten wir rasch hinauf zur französischen Grenze bei Waldwisse und fuhren mit weitem Blick in das Nachbarland über Launstroff – Ritzing – Manderen hinunter nach Apach an der Mosel. Im Tal erreichten wir rasch das Dreiländereck und die Brücke hinüber nach Schengen/Luxemburg. Direkt an der Mosel hielten wir vor dem Europa-Museum zur Geschichte des Schengener Abkommens an einem Denkmal aus Teilen der Berliner Mauer inne, dachten an  die leidvolle europäische Geschichte und freuten uns über die offenen Grenzen heute. Wir folgten dem herrlichen Moselradweg flussabwärts …

Foro Mundial de la Bicicleta

Radfahrer aller Länder trafen sich in Santiago de Chile zum 5.Foro Mundial de la Bicicleta (Weltfahrradforum). Der Ort für die Auftaktveranstaltung war bewusst gewählt – direkt vor dem Museum der Erinnerung und der Menschenrechte. Denn es ging auch hier ganz grundsätzlich um die Rechte des Menschen, nämlich um nichts Geringeres als die Rückeroberung des öffentlichen Raums in den Städten der Welt durch ihre Bürger. Nachdem in Brasilien im Jahr 2011 ein Autofahrer absichtlich in eine Radfahrerguppe gefahren ist und dafür nicht einmal belangt wurde, haben die brasilianischen Radfahrer 2012 zum ersten Foro Mundial de la Bicicleta in Porto Alegre aufgerufen, um sich für die Rechte und Interessen von Radfahrern und Fußgängern einzusetzen. Nach weiteren Treffen in Brasilien – 2013 in Porto Alegre und 2014 in Curitiba – fand das 4. Forum 2015 in Medellin/Kolumbien statt. Was waren nun die Ziele in diesem Jahr in Chile? Generell geht es dem Bündnis der chilenischer Radaktivisten darum, dass engagierte Bürger aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, um Fragen des Radfahrens, intelligenter zukunftsfähiger Mobilitätssysteme, sowie der nachhaltigen Einbeziehung und Nutzung der …

Erinnerung und Menschenrechte

Heute habe ich in Santiago de Chile das Museo de La Memoria y Derechos Humanos besucht. Auch in Deutschland wissen wir, welch sensibles Terrain Gedenkstätten und Erinnerungskultur darstellen können. Bei vielen Projekten wurde hier oft auch ziemlich kontrovers um das „richtige“ Konzept gerungen. Dies war beim Holocaust Denkmal in Berlin der Fall, im Vorfeld um die Errichtung des NS-Dokumentationszentrums in München und bei vielen kleineren regionalen Projekten ebenfalls. Unrecht aufzuarbeiten, ist ein schmerzhafter Prozess, da schleichen sich selbst bei an sich in guter Absicht initiierten Projekten machmal gewollt oder ungewollt Anteile von Verdrängung bis hin zur Verleugnung ein. Auch die Aufarbeitung der Dramen in der jüngeren Geschichte Chiles während der Zeit der Pinochet-Diktatur war und ist immer noch eine harte Arbeit für die chilenische Gesellschaft. Wie auch in Südafrika haben hier die sogenannten Wahrheitskomitees eine wichtige Rolle gespielt. Das erst vor etwa 5 Jahren eröffnete Museum der Erinnnerung und der Menschenrechte in Santiago de Chile dokumentiert diese Aufarbeitung und zeigt gerade auch der jüngeren Generation das Leid tausender Chilenen während der Diktatur auf. Für mein …