Alle Artikel mit dem Schlagwort: Chile

Chile entdecken und Spanisch lernen

Vor einem Jahr um diese Zeit habe ich mich recht spontan für einen längeren Aufenthalt in Chile entschieden und mit Hilfe der Vermittlungsagentur Chile-Inside kurzfristig eine Gastfamilie, eine Sprachschule und eine ehrenamtliche Tätigkeit in der quirligen Hafenstadt Valparaiso in Zentralchile gefunden. Für mich waren die 8 Wochen in Chile eine tolle Zeit, die ich so schnell nicht vergessen werde. Auf Anregung meiner Spanischlehrerin in Stuttgart habe ich auch für die Sprachlernzeitschrift ECOS ein paar Eindrücke auf Spanisch zusammen gefasst. In der soeben erschienenen ECOS Januar Ausgabe für 2017 ist nun mein Beitrag erschienen: Mehr über meine Chilereise auf deutsch: Sprachkurs in Chile Meine Gastfamilie Aufarbeitung der Pinochet-Diktatur Chiles Fahrradbewegung Menschen, die auf der Straße leben Die Häuser des Dichters Pablo Neruda Wandern in den Anden Nationalpark La Campana

Erinnerung und Menschenrechte

Heute habe ich in Santiago de Chile das Museo de La Memoria y Derechos Humanos besucht. Auch in Deutschland wissen wir, welch sensibles Terrain Gedenkstätten und Erinnerungskultur darstellen können. Bei vielen Projekten wurde hier oft auch ziemlich kontrovers um das „richtige“ Konzept gerungen. Dies war beim Holocaust Denkmal in Berlin der Fall, im Vorfeld um die Errichtung des NS-Dokumentationszentrums in München und bei vielen kleineren regionalen Projekten ebenfalls. Unrecht aufzuarbeiten, ist ein schmerzhafter Prozess, da schleichen sich selbst bei an sich in guter Absicht initiierten Projekten machmal gewollt oder ungewollt Anteile von Verdrängung bis hin zur Verleugnung ein. Auch die Aufarbeitung der Dramen in der jüngeren Geschichte Chiles während der Zeit der Pinochet-Diktatur war und ist immer noch eine harte Arbeit für die chilenische Gesellschaft. Wie auch in Südafrika haben hier die sogenannten Wahrheitskomitees eine wichtige Rolle gespielt. Das erst vor etwa 5 Jahren eröffnete Museum der Erinnnerung und der Menschenrechte in Santiago de Chile dokumentiert diese Aufarbeitung und zeigt gerade auch der jüngeren Generation das Leid tausender Chilenen während der Diktatur auf. Für mein …

Hostal Marisol – Zuhause in Chile

Für die Dauer meines Chile-Aufenthalts von etwa 2 Monaten wollte ich sehr gerne in einer Familie wohnen, um mehr von der Alltagskultur des Landes mitzubekommen, und auch um täglich Spanisch zu üben. Nun habe ich mit der Familie Salinas in Valparaíso, die mir die Agentur ChileInside vermittelte, ausgesprochenes Glück. Vom ersten Tag an wurde ich herzlich willkommen geheißen , und alle geben mir hier das Gefühl, dass ich ganz selbstverständlich zur Familie gehöre, obwohl ich als Rentner hier schon eine Ausnahme bin. Eigentlich betreibt die Familie ein Hostal, das aber nicht anonym als Gästehaus geführt wird, sondern wie eine Großfamilie in einem Mehrgenerationenhaus. Außer den Gastgebern, Marisol und ihrem Mann Mario wohnen noch die erwachsene Tochter und der studierende Sohn sowie die Großmutter im Haus, Ach ja,  zwei ruhige Katzen und der kleine verspielte junge Hund gehören auch noch dazu. Dann kommen als weitere Mitbewohner derzeit noch 8 StudentenInnen hinzu, die in den zwei geräumigen Gebäuden bequem Platz finden. In den Semesterferien waren nur die 3 amerikanischen Austauschstudentinnen da, während die Chilenen bei ihren Eltern …

Sergio Larrain – Retrospectiva

In Valparaiso/Chile sollte man unbedingt auch das Museo de Bellas Artes ansehen. Es liegt im Barrio Cerro Alegre, ohnehin einer der von Touristen meist besuchten Stadtteile. Beim heutigen Bummel durch das bunte Viertel wollte ich also den Palacio Barburizza, eine herrschaftliche Villa mit Gemälden chilenischer Künstler aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewundern. Dort habe ich dann gesehen, dass hier gerade auch noch eine kostbare Fotoausstellung wird. Ein Genuss für mich, die wunderbaren S/W-Aufnahmen, das meisterliche Spiel mit Licht und Schatten, des chilenischen Magnum-Fotografen Sergio Larrain aus den 50iger und 60iger Jahren zu betrachten. Ein Scherpunkt dieser Auwahl aus seinem umfassenden Werk bilden Fotos aus Valparaiso. Larrain streift mit seiner Leica durch die Gassen, den Hafen und den Strand, dokumentiert Sznen aus dem Alltagsleben in der Stadt. Ihn interessieren dabei vor allem auch die Menschen am Rande der Gesellschaft. Das Treiben der Matrosen in den alten Hafenkneipen, die traurigen Gesichter junger Prostituierter, das armselige Leben der Straßenkinder aus jener Zeit, werden in seinen Bildern wieder lebendig. Linktipps Retrospektive Sergio Lorrain Sergio Larrain bei Magnum

Auf Darwins Spuren

Jetzt bin ich für ein paar Wochen in der quirligen chilenischen Hafenstadt Valparaiso und will hier auf jeden Fall auch einige Ausflüge in die Natur unternehmen. In Chile müssen es nicht unbedingt die Anden sein für schöne Bergtouren. Auch die Küstenkordillere in Zentralchile bietet im Biosphärenreservat Parque National de Campana wunderschöne Wandermöglichkeiten in einer Landschaft mit sehr vielfältiger und abwechslungsreicher Flora und Fauna. Schon Charles Darwin ist bei seinen Forschungs-und Entdeckungsreisen 1834 auf den Gipfel des Campana gestiegen. Am letzten Wochenende bin ich mit der Metro Reginal bequem von Valparaiso direkt hinauf in ein durch den Gemüseanbau bekanntes Tal um das Provinzstädtchen Limache gefahren, und von dort dann mit dem Bus in den Ort Olmué zu einem der Zugänge in den Nationalpark. Bis zum Gipfel reichte es an diesem Tag nicht. Dafür benötigt man gut 10 Stunden, und am Wochenende fährt die erste Metro in Valparaiso erst um 8.30 Uhr ab – zu spät für ein Gipfelziel. Aber der Sendero Andinista, -zunächst an schattigen Picknickplätzen vorbei, dann durch den Wald steil hinauf bis zum Aussichtspunkt …