Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erster Weltkrieg

1918 – Krieg, Hunger und die Spanische Grippe

Zum Gedenken an den früh verstorbenen Onkel Walter „Lieber Walter! Hast Du die neue Krankheit? Ich nicht, man nennt sie bei uns Sucht.“ schrieb am 20.07.1918 die jugendliche Gretel aus München ihrem Cousin Walter nach Dresden. Und am selben Tag auch Tante Else an die Nichte Johanna: „Hier in München sterben die Kinder im Alter von 14-17 Jahren wie die Fliegen, es soll die Lungenpest herrschen, ich muß deshalb mit Gretel fort… Der Doktor hat uns auch gesagt, Gretel muß einige Zeit in andere Luft wegen ihrer Bleichsucht.“ Diese in den privaten Briefen als „Sucht“ oder „Lungenpest“ bezeichnete Krankheit hatte 1918 als „Spanische Grippe“ weltweit Angst und Schrecken ausgelöst. Heute – 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs – wird in vielfacher Weise erinnert: Erinnerungen an die große Kriegskatastrophe, an den Hunger, an die Novemberrevolution, den Beginn der Demokratie.- Die Spanische Grippe ist jedoch weitgehend vergessen. Aber diese Grippe bekommt eine neue Aktualität, seitdem in den vergangenen Jahren Grippewellen mit ähnlichen Virenstämmen wie 1918 auftraten. In ihrem jüngst erschienenen Buch „1918 – Die Welt …

Fotos vom 1. Weltkrieg – „Uns geht es sehr gut.“

Der 1. Weltkrieg fand vor 100 Jahren eben kein rasches Ende – wie viele gehofft hatten, und die Kriegspropaganda Glauben machen wollte. Weihnachten 1914 kamen die Soldaten nicht nach Hause. Der Krieg dauerte an. Die Menschen in der Heimat und die jungen Menschen draussen im Feld mussten sich auf eine längere Kriegsdauer einstellen. Jeder versuchte irgendwie das Beste daraus zu machen, und mein Großcousin Albert wollte halt an der Front fotografieren und so hat er nach dem ersten Kriegsjahr in Frankreich seine Schwester Johanna gebeten, ihm seinen Fotoapparat – zu schicken: Bei seinem in der Familie erhaltenen alten Fotoapparat fanden sich auch noch etliche recht verblasste Fotografien. – Sie stellen junge Soldaten in ihren Unterkünften und Stellungen dar, einige Landschaftsaufnahmen aus dem Elsaß sind dabei, gestellte Gruppenaufnahmen, die den Eindruck geselliger Kameradschaft vermitteln sollen. Fast alle Bilder geben auf den ersten Blick keine Hinweise auf die schrecklichen Fronterlebnisse in Feindesland. Selbst die Aufnahmen vom Ausheben eines tiefen Schützengrabens und die Bilder mit den Geschützen oder Gasmasken lassen das normale Soldatenleben an der Front in gewisser …

Frühe Farbfotos im Schönbuchmuseum

Der wunderschöne Naturpark Schönbuch zwischen Tübingen und Stuttgart erfreut mich stets bei meinen Radausflügen und kleinen Wanderungen. Immer wieder gibt es hier Neues zu entdecken: Gestern das Schönbuchmuseum in der kleinen Gemeinde Dettenhausen. Mein Interesse galt in diesem Fall jedoch nicht der Ausstellung zur Sozialgeschichte des Schönbuchs, in der unter den Themenbereichen Stein, Jagd und Wald in liebevoll gestalteten kleinen Präsentationen über die Arbeiten in den Steinbrüchen, über die Leiden der Bauern bei der Heranziehung zu den höfischen Jagden und über die Nutzung des Waldes als Viehweide informiert wird. Ich kam wegen der Sonderschau „Autochrome Welt – Die frühe Farbfotografie 1905-1925“.