Alle Artikel mit dem Schlagwort: Stuttgart

Erinnerung an Gerda Taro

Zum 80.Todestag der in Stuttgart geborenen und aufgewachsenen Fotografin Gerda Taro fand sich heute Abend an dem nach ihr benannten kleinen Platz am Olgaeck in Stuttgart eine recht große Schar engagierter Bürger ein, um der im Spanischen Bürgerkrieg auf tragische Weise zu Tode gekommenen Mitbürgerin zu gedenken. Von Stefan Hiss mit seinem Akkordeon einfühlsam musikalisch eingeführt, erzählte Joe Bauer die Geschichte, wie er im fernen New York die bis dahin in Deutschland völlig in Vergessenheit geratene Stuttgarter Fotografin Gerda Taro entdeckte, über ihre Biografin Irme Schaber diese Spur aufnahm, und sich mit ihr gemeinsam für einen Ort des Gedenkens in Stuttgart einsetzte. Wieder mal hatte er Bedeutsames über Stuttgart fern der Heimat gelernt – „wo denn sonst!“ , wie er zum Schluß süffisant anmerkte. Das fotografische Werk Gerda Taros  wurde im Rahmen einer großen Retrospektive des Kunstmuseums Stuttgart  2010 erstmals in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und die Künstlerin damit auch in Stuttgart bekannt. Der Gerda-Taro-Platz und die kleine Grünanlage ist dann 2014 nach langem Hin und Her zwischen Verwaltung und Gremien mit Stehlen aus …

Sport und Spiel im Park

Ich liebe unseren Stadtpark. Der zentral gelegene Stadtpark im unserem stark verkehrsbelasteten Stuttgarter Stadtbezirk Vaihingen ist eine wahre Naturoase und ein beliebter Rückzugsort für alle Bevölkerungsgruppen. Am schönsten finde ich den kleinen Teich mit den Seerosen und den Brunnen mit der Mutter-Kind-Skulptur. Jetzt, in den Sommermonaten, werden zudem an jedem Montagabend kostenlos Yoga und andere Übungen zur seelischen und körperlichen Entspannung angeboten.

Tour de France in Stuttgart

Heute rollt das Peloton der Tour de France zur Abschlussetappe wieder die Champs-Élysées entlang. Am Gesamtclassement der Grand Boucle wird sich wie immer auf der letzten Etappe nichts mehr ändern. Mit großem Vorsprung ausgestattet ist Christopher Froome der Sieg der diesjährigen Tour nicht mehr zu entreißen. 30 Jahre ist es nun her, als auch mich das Tourfieber gepackt hatte. Als im Jahr 1987 der umtriebige Journalist und Radsportveranstalter Winfried Holtmann aus Sindelfingen eine Touretappe nach Stuttgart holte, konnte ich mir das Tour de France-Spektakel direkt vor der Haustür anschauen – am Botnanger Sattel, wo die Rennfahrer die Kräherwaldstraße entlang brausten. Nachdem ich dort damals mit meiner kleinen Tochter eine ganze Weile auf die Tourkarawane gewartet hatte, war der Spaß auch rasch schon wieder vorbei, denn die Rennfahrer sind in weniger als einer Minute an uns vorbei gerauscht. So wie Tausende an den Straßen in Frankreich hat mich 1987 dieses Radsportereignis auch in Stuttgart in den Bann gezogen. Damals war der populäre Frankfurter Dietrich Thurau im Peloton dabei, und auch der junge Rolf Gölz aus Oberschwaben …

Von den Fildern zum Birkenkopf

Aus Stuttgart hinaus führen schöne Rennradtouren. Die besten davon kennt mein lieber Radsportfreund in- und auswendig. Heute konnte ich ihn wieder auf einer dieser Touren begleiten. Er nennt die heutige Strecke „Ostfildern Runde“, obwohl sie doch weitgehend auf Stuttgarter Markung verläuft. Wir starten in Möhringen, fahren Richtung Osten am SI-Centrum, dem Stuttgarter Zeitungsverlag und den US-Kasernen vorbei über die Felder nach Asemwald und von dort entlang der Straße nach Birkach. Noch bevor wir den Stadtteil Birkach richtig erreichen, sausen wir am Waldrand vor den Wohnsiedlungen schon steil hinab. Im Tal halten wir uns rechts und fahren auf geteertem Feldweg paralell zur Mittleren Filderstrasse – bis es rechts zum Schloß Hohenheim hinaufführt. Für uns geht es hier jedoch hinab zur Körsch. Dazu überqueren wir die Mittlere Filderstrasse an der Ampelanlage und folgen auf schönem Wirtschaftsweg dem Körschtal bis nach Scharnhausen. Hinter den Sportanlagen am Ende dieses Ostfildener Ortsteils geht es nun links steil hinauf, und – mit herrlichm Blick auf die Schwäbische Alb – über die Felder nach Nellingen. Nellingen ist unsere Wendemarke. Hier kehren wir …

Wandel mit Ge-NUSS

Heide von der Natur-und Umweltschutzgruppe NUSS des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Stuttgart hat zur Frühjahrswanderung eingeladen – auf uralten Wegen aus dem Neckartal auf die Wangener Höhe. Schon im Herbst waren wir auf den Wandel und Wegen unterwegs, und auch jetzt ist es wieder ein Ge-NUSS, diesen alten Pfaden zu folgen. Überall gibt es etwas Neues zu entdecken, insbesondere wenn kompetente Leute die Gruppe begleiten und den einen oder anderen Hinweis geben. Dieses Mal war Wolf-Dietrich Paul dabei, der die Wege in-und auswendig kennt und sein Expertenwissen gerne teilt. Als ehemaliger Leiter des Umweltamtes der Stadt Stuttgart, war er massgeblich verantwortlich für die Wiederherstellung dieses historischen Wandel-Wegenetzes. Die Bezeichnung „Wandel“, erklärt er, habe nichts mit freudvollem „Lustwandeln“ zu tun, der Name stamme vermutlich von der Bezeichnung der Flurstücke – den Gewannen. Immer war es harte Arbeit, diese steilen Hanglagen zu bewirtschaften. Und auch die gemeinsame Aktion der Stadt Stuttgart, der Obst-und Gartenbauvereine und der privaten Gartenbesitzer, die verfallenen Pfade wieder in ein begehbares Wegenetzes zu verwandeln, stellte eine große Herausforderung dar. Dass dies gelungen ist, …

Träume – Grete Stern

Vor dem Gebäude eine lange Schlange gut gelaunter Menschen. Die Touristen stehen hier an, weil sie den phantastischen Blick vom Dach des Circulo de Bellas Artes mitten in Madrid suchen und lassen sich mit dem Fahrstuhl direkt hinauf auf die Dachterrasse mit Bar und Lounge bringen. Unter der Woche am Vormittag konnte ich ohne Schlangenstehen eintreten und ungestört den Blick weit über die Dächer der Stadt schweifen lassen und in Ruhe auch einen Blick in die aktuellen Ausstellungen de Circulo de Bellas Artes werfen, das für seine guten „esposiciones“ und „espectáculos“ bekannt ist. Bis zum 30. Januar 2016 kann man dort noch die Serie „Sueños“ (Träume) von der aus Deutschland stammenden und vom Bauhaus geprägten Fotografin Grete Stern bewundern. Die erste künstlerische Ausbildung erhielt Grete Stern von 1923 bis 1925 in der Kunstgewerbeschule Stuttgart. Danach ging sie für kurze Zeit zurück in ihre Heimatstadt Wuppertal, um schließlich ins damals wie heute künstlerisch boomende Berlin zu ziehen und sich dort von dem späteren Bauhauslehrer Walter Peterhans fotografisch schulen zu lassen. Bekannt wurde sie in der Weimarer …

Wandel und Wege im Herbst

Am Samstag traf sich eine kleine, bunt gemischte Schar naturverbundener Menschen des Deutschen Alpenvereins an der U-Bahnhaltestelle „Degen“ in Stuttgart-Wangen, um von dort hinauf zur Wangener Höhe zu wandern. In wenigen Minuten ist die Wohnbebauung zu Ende, und dann geht es gleich richtig steil hinauf. Schmale, oft kaum zu erkennende alte Wege („Wandel“) – von dichten Hecken und alten Sandstein-Trockenmauern gesäumt – führen Travertin gepflastert über moosbewachsene Staffeln durch die ehemaligen Weinberge. Nach Aufgabe des Weinbaus auf den wenig günstigen Nordhängen des Neckartals sind die einst so wichtigen Zugänge für die Weinbauern aus den Talorten im Laufe der Jahrzehnte zugewachsen und die begrenzenden und den Hang sichernden Mauern eingefallen. Damit drohte auch die Geschichte dieser uralten Kulturlandschaft in Vergessenheit zu geraten. Heute ist die Landschaft hier weitgehend in private Gartengrundstücke aufgeteilt, die nur noch wenig bewirtschaftet werden, teilweise verwildert sind oder ganz und gar auf Freizeitinteresse getrimmt sind. Unsere Begleiterin von der Umweltschutzgruppe der DAV Sektion Stuttgart erläuterte, wie das alte Wandel-Wegenetz in den letzten Jahren im Rahmen eines Landschaftsschutzprogramms der Stadt und Region Stuttgart …

Jein zu Radwegen?

Auch wenn in den Städten auf kürzeren Entfernungen das Fahrrad nachweislich das beste und schnellste Verkehrsmittel ist, kann das Radfahren in der Stadt vielerorts immer noch ein großes Abenteuer sein – besonders auch in Stuttgart. Zwar hat sich in den letzten Jahren auch hier Einiges getan, wie die Stadt Stuttgart auf ihrer Homepage stolz berichtet, aber das Fahrrad hat in der Autostadt Stuttgart noch lange nicht den Stellenwert, den es als eines der überzeugendsten Verkehrsmittel für die Stadt auch hier haben müsste. Ob der Ausbau von Radwegen der richtige Weg zur Förderung des Radverkehrs ist, darüber wird recht kontrovers diskutiert. Die Positionen reichen von der strikten Verbannung des Radverkehrs auf Radwege bis zu der Haltung vieler Fahrradaktivisten, Radwege grundsätzlich zu meiden. Rechtlich wurde die Pflicht zur Nutzung von Radwegen in den letzten Jahren auch weiter gelockert. Ein kleines Video, auf dem ein selbstbewusster Radler sogar die vom Autoverkehr beherrschte „Stadtautobahn“ Hauptstätter Straße mit dem Fahrrad nutzt, hat mich anfangs irritiert, dann aber auch angeregt, meine bisherige Haltung pro Radwege zu überdenken. Egal, ob ich auf …