Alle Artikel mit dem Schlagwort: Berlin.

Musikstudium im Babylon Berlin

Wir kennen die wilden Zwanziger Jahre nur vom Hörensagen, aus der Literatur oder aus Filmen, wie zuletzt in der Fernsehserie „Babylon Berlin“ Mein Vater Felix Bauer hat mit 18 Jahren Schule und Elternhaus in Dresden verlassen und ist von 1923 bis 1926 zum Musikstudium nach Berlin gegangen.  In seinen Lebenserinnerungen schreibt er über die wilde Zeit in Berlin: „Anhalter Bahnhof -Treppen herunter- Askanischer Platz – U-Bahn zum Kurfürstendamm – Uhlandstrasse!- Da stand ich nun mit Koffer und Geige auf dem Ku’damm und ließ erst mal einige Minuten den brausenden Verkehr mit „schönem“ Benzingestank wie einen Film vor mir abrollen. Weder Paris, Brüssel, Wien, keine andere europäische Großstadt konnte mir später gleiches vorstinken! Berlin bleibt doch Berlin. Ein Freund meines Vaters – Kaufmann mit großem Textilhaus am Alexanderplatz, hatte mich eingeladen, für die ersten Tage sein Gast zu sein. Ich begab mich also zu der Adresse am Ku’damm, an dem ein papageienhaft buntes Wappenschild angebracht war: Generalkonsulat von Costa Rica! Vorgarten, kleine Treppe außen, schwere Eichentür, schwere Teppiche, Lift, Klingelknopf 1. Stock. Generalkonsulat, Namensschild, es stimmte …

Träume – Grete Stern

Vor dem Gebäude eine lange Schlange gut gelaunter Menschen. Die Touristen stehen hier an, weil sie den phantastischen Blick vom Dach des Circulo de Bellas Artes mitten in Madrid suchen und lassen sich mit dem Fahrstuhl direkt hinauf auf die Dachterrasse mit Bar und Lounge bringen. Unter der Woche am Vormittag konnte ich ohne Schlangenstehen eintreten und ungestört den Blick weit über die Dächer der Stadt schweifen lassen und in Ruhe auch einen Blick in die aktuellen Ausstellungen de Circulo de Bellas Artes werfen, das für seine guten „esposiciones“ und „espectáculos“ bekannt ist. Bis zum 30. Januar 2016 kann man dort noch die Serie „Sueños“ (Träume) von der aus Deutschland stammenden und vom Bauhaus geprägten Fotografin Grete Stern bewundern. Die erste künstlerische Ausbildung erhielt Grete Stern von 1923 bis 1925 in der Kunstgewerbeschule Stuttgart. Danach ging sie für kurze Zeit zurück in ihre Heimatstadt Wuppertal, um schließlich ins damals wie heute künstlerisch boomende Berlin zu ziehen und sich dort von dem späteren Bauhauslehrer Walter Peterhans fotografisch schulen zu lassen. Bekannt wurde sie in der Weimarer …

Berliner Stadtansichten

Europäischer Monat der Fotografie in Berlin, die größte Fotoschau in Deutschland mit insgesamt 130 Ausstellungen – aber nur 4 Tage Zeit – wie soll das gehen, wenn man auch noch die Tochter besuchen möchte und liebe Freunde treffen? Beschränken – lautet die Devise, z.B auf die Stadtansichten von Karl-Ludwig Lange, die derzeit an 10 Standorten – über ganz Berlin verteilt – gezeigt werden. Auch hier galt,

Berlin – Stuttgart Fernsehtürme

Mit 368 Metern Höhe ist das Wahrzeichen der Bundeshauptstadt, der Berliner Fernsehturm, das höchste Bauwerk Deutschlands. Damit überragt der von den DDR-Baumeistern 1969 fertiggestellte Turm den Stuttgarter Fernsehturm aus dem Jahr 1956 um gut 150 Meter. Geografisch ist und bleibt der Stuttgarter mit 483 Metern über Meereshöhe aber immer noch obenauf. Von der Architektur, Lage und der Silhouette haben beide Türme ihre eigenen Reize, da will ich nicht über einen Schönheitspreis streiten. Vergleicht man jedoch die Eintrittskarten und -preise der beiden Türme, so geben sich die Stuttgarter hier schön schwäbisch bescheiden. Die 5 Euro „Fahrpreis“ für die „Berechtigung zur Auf- und Abfahrt“ im Fernsehturm Stuttgart sind gegenüber den stolzen 12 Euro für das Ticket zum Berliner Fernsehturm ja geradezu ein Schnäppchen. Auch die Größe und das Design der beiden Billetts drücken das Selbstbewusstsein der Hauptstädter ebenso aus wie das Understatement der Schwaben. Auf der einen Seite eine Karte mit fein gezeichneter Turmskizze, den wesentlichen Turmdaten und ausgestattet mit Bar- und SMS- Code, die andere entschieden kleiner, mit Kartoffelstempeldruck ähnlichen Turmemblem und perforiertem Handabriss. I love …